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Beauty & Pflege

An Tagen wie diesen

Tage wie diese (© istockphoto)
(© istockphoto)

Schon mal über die Inhaltsstoffe von Tampons und Binden nachgedacht? Das lohnt sich – der eigenen Gesundheit und der Umwelt zuliebe. // Astrid Wahrenberg 

Zwischen 11 000 und 17 000 Tampons, Binden und Slipeinlagen benutzt eine Frau im Laufe ihres Lebens. Grund genug, die Monatshygiene mit Bedacht zu wählen.

Herkömmliche Tampons und Binden bestehen hauptsächlich aus Zellulose, die aus Holz gewonnen wird, und aus Plastik. Eine dünne Synthetikschicht soll bei Tampons verhindern, dass sich Fasern lösen. Im Innern konventioneller Binden stecken meist Kunststoffkügelchen, genannt Absorber, die große Mengen Flüssigkeit aufsaugen können. Ein dünner Kunststoffüberzug bewirkt, dass sich die Einlage länger trocken anfühlt. Der Nachteil: In dem feuchtwarmen Klima, das dadurch entsteht, vermehren sich leicht Keime. Ganz zu schweigen vom Plastikmüll. Außerdem können synthetische Duftstoffe in mancher Binde die empfindliche Haut im Intimbereich reizen. Einige Hersteller verwenden zusätzlich Baumwolle für ihre Tampons. Auch das ist nicht unbedenklich.

Was ist bei Bio anders? 

Bio-Tampons und -Binden kommen ohne Plastik aus und sind dadurch hautfreundlicher und atmungsaktiv. Erstere bestehen zu 100 Prozent aus ökologischer Baumwolle. Deren Fasern halten auch ohne Kunststoffbeschichtung gut zusammen. Bio-Binden enthalten einen saugfähigen, bio-zertifizierten Zellulosekern, eine wasserundurchlässige, pflanzenbasierte Unterseite und einen weichen Überzug aus Bio-Baumwolle, der mit der Haut in Kontakt kommt. All diese Materialien sind biologisch abbaubar. Neben den Einwegbinden gibt es noch waschbare Binden aus Naturstoffen wie Seide und Bio-Baumwolle.

Der Zellstoff für Öko-Binden kommt meist aus nachhaltiger Holzwirtschaft. Bio-Baumwolle wächst ohne Gentechnik und Chemie heran. Konventionell ist die Baumwollpflanze hingegen häufig gentechnisch verändert und gedeiht in Monokultur, was viel Wasser, massenhaft Pestizide und künstlichen Dünger erfordert. Das gefährdet nicht nur die Umwelt und die Arbeiter, die Chemikalien können auch Tampons und Binden belasten: Eine aktuelle argentinische Studie fand das Pestizid Glyphosat in vielen Hygieneprodukten aus Baumwolle. Die Weltgesundheitsorganisation stuft es als wahrscheinlich krebserregend ein.

Ohne Chlor und Duftstoffe

Weiterer Pluspunkt für Naturprodukte: Die Hersteller verzichten auf Duftstoffe und garantieren, dass sie Zellstoff und Baumwolle nicht mit Chlorverbindungen bleichen, wie konventionell teils immer noch üblich. Dabei entstehen halogenorganische Verbindungen, die Allergien hervorrufen können, mitunter sogar als krebsverdächtig gelten. Rückstände in Hygieneprodukten sind nicht auszuschließen. Das ist bedenklich, da gerade die Schleimhäute in der Vagina Schadstoffe leicht aufnehmen können.

Was viele nicht wissen: Tampons und Binden gelten als Bedarfsgegenstände und sind daher von der Deklarationspflicht befreit. Nicht auf jeder Packung stehen daher alle Inhaltsstoffe. Bio-Hersteller geben sie freiwillig an. Ihre Produkte sind übrigens auch vegan.

Auffangen statt aufsaugen

Wiederbenutzen statt Wegwerfen ist das Prinzip der Menstruationstasse oder -kappe, die in den letzten Jahren immer bekannter wird. Die Hamburger Frauenärztin Christine Adler empfiehlt sie Frauen, die das Gefühl haben, dass ihre Scheide während der Regelblutung trocken und empfindlich ist, oder bei denen nach der Regel häufiger Infektionen oder Irritationen der Scheide auftreten.

Das kelchartige Gefäß besteht meist aus weichem, medizinischem Silikon und ist kaum größer als eine Streichholzschachtel. Es wird oben zusammengedrückt und ähnlich wie ein Tampon in die Vagina eingeführt. Dort fängt die Tasse das Menstruationsblut auf, das dann einfach in der Toilette entsorgt wird. Nach gründlicher Reinigung der Menstruationstasse unter warmem Wasser kann sie gleich wieder eingesetzt werden. Bis zum nächsten Monat liegt sie ausgekocht in einer weichen, kleinen Tasche.

Info

Tampon

Vorteile: Klein, handlich, unauffällig, einfache Handhabung, ermöglicht auch Wassersport

Nachteile: Kann die Scheide austrocknen; erzeugt einiges an Müll

Binde

Vorteile: Angenehm bei schwacher Mensis oder Schmierblutung, da die Scheide nicht austrocknet

Nachteile: Trägt je nach Dicke eventuell unter Kleidung auf und kann beim Sport hinderlich sein; Wassersport ausgeschlossen; erzeugt einiges an Müll

Menstruationskappe

Vorteile: Die Tassen nehmen drei- bis viermal so viel Blut auf wie ein normaler Tampon. Deshalb können sie im Schnitt bis zu acht Stunden getragen werden. Bei guter Pflege können sie jahrelang benutzt werden. Das spart Geld und vermeidet Müll; kann auch beim (Wasser)Sport getragen werden

Nachteile: Das Einsetzen und Anpassen ist etwas komplizierter als beim Tampon, das muss jede Frau erst üben.

Binde, Tampon, Mondtasse (© iStockphoto)

(© iStockphoto)

Produkttipps

Tampons

Normal, super und superplus  von Natracare

Binden

Pads und Panty Liners in verschiedenen Stärken und Formen sowie Dry&light Incontinence von Natracare
Wiederverwendbare Binden und Slipeinlagen von Kulmine

Menstruationskappen

Lunette in 2 Größen und 3 Farben  von Lune Group
Diva Cup in 2 Größen von Diva International

Sonstiges

Lunette Feelbetter Flüssigseife und Reinigungstücher für die Menstruationskappe
Intimpflegetücher, Natracare

Erschienen in Ausgabe 01/2017