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Beauty & Pflege

Asien entdecken fürs Bad

Asia im Bad (© Atsushi - iStockphoto)
(© Atsushi - iStockphoto)

Spannend – und bisweilen skurril, was Frauen in Korea und Japan so alles für ihre Schönheit tun. Entdecken Sie die Trends und lassen Sie sich inspirieren! // Steffi Schmitz

Japan und Korea sind Weltmächte – in Sachen Schönheit. In den vergangenen Jahren gab es kaum einen Kosmetiktrend, der nicht von dort kam. Etwa BB- und CC-Creams, die Tagespflege und Make-up vereinen, Reinigungsöle oder – ganz aktuell – mit Wirkstoffen getränkte Tuchmasken, die die Gesichtshaut verwöhnen. Das gilt auch für die berühmte Pflegeroutine in bis zu zehn Schritten, Layering genannt. Sie ist in Asien allerdings nicht neu, sondern tief in der Kultur verwurzelt. Für einen makellosen Porzellanteint tun Frauen dort sehr viel.

Dabei setzen sie nicht nur auf Hightech-Produkte, sondern auch auf traditionelle Wirkstoffe aus der Natur wie Heilkräuter und Algen, Ginkgo oder grünen Tee. Die stecken auch in vielen Naturkosmetik-Produkten deutscher Hersteller. Wer den Asia-Trend ausprobieren möchte, findet bei uns jetzt sogar zertifizierte Naturkosmetik-Marken aus Fernost. 

Abgucken lohnt sich auch bei der Beauty-Routine der Asiatinnen. Zwar ist unser Schönheitsideal ein anderes. Zurzeit ist weniger ein perfekter, als ein natürlich schöner Teint angesagt. Dennoch: Eine gründliche Reinigung, viel Feuchtigkeit und ein guter Sonnenschutz machen absolut Sinn. Ebenso wie ein achtsamer Umgang mit sich und seiner Haut – gönnen Sie sich die Zeit!

 

Layering: Schöne Haut: So viel Zeit muss sein

Asia im Bad (© Atsushi - iStockphoto)
(© Atsushi - iStockphoto)

Layering ist ein Trend aus Japan und auch in Korea morgens wie abends Pflicht. Die bis zu zehnschrittige Pflegeroutine beginnt mit einer doppelten Gesichtsreinigung: Ein Reinigungsöl entfernt Make-up und Fett, ein zarter Reinigungsschaum löst den restlichen Schmutz. Dann folgt ein sanftes Peeling und anschließend ein alkoholfreier Toner, damit die Haut die nachfolgenden Pflanzenwirkstoffe gut aufnehmen kann. Die stecken, hochdosiert, in der sogenannten Essenz, die die
Zellerneuerung anregen soll, sowie im Serum, das auf das jeweilige Hautbedürfnis abgestimmt wird.

Ein- bis zweimal die Woche kommt jetzt eine Tuchmaske dran. Es folgen Augen- und Feuchtigkeitscreme. Letzte Schicht ist tags ein Sonnenschutz, abends eine reichhaltige Crememaske. Um die 15 Minuten braucht man schon für dieses Pflegeritual, ohne Tuchmaske. Aber Sie müssen ja nicht alle Schritte machen. Welche wichtig sind, erklärt Naturkosmetik-Expertin Liane Jochum auf Seite 17.

Asia im Bad (© fotolism_thai - iStockphoto)

(© fotolism_thai - iStockphoto)

Wirkstoffe: Das hat sich bewährt, das ist neu

Ginkgo, der die Zellen vorm Altern schützt und ihren Stoffwechsel aktiviert, Bambus, der die Haarstruktur kräftigt und auch als Peelingkörper taugt, oder vitalisierender Ginseng, der Feuchtigkeit liefert, ferner Ingwer und grüner Tee – viele asiatische Pflanzen wirken auch in unserer Naturkosmetik.

In Korea sind in den letzten Jahren Superfoods hinzugekommen, etwa Chia-Samen, die mit wertvollen Fettsäuren punkten, oder die vitaminreichen Gojibeeren. Außerdem setzten Asiatinnen auf fermentierte Kräuter, Früchte oder Rosenblätter, deren umgewandelte Inhaltsstoffe die Haut besonders gut aufnehmen kann. Wirkstoffe aus Honig, Tofu oder Heilpilzen sind in Japan angesagt, ebenso traditionelle Gesichtsmassagen.

Asia im Bad (© ooyoo - iStockphoto)

(© ooyoo - iStockphoto)

Skurrile Trends: Nachmachen? Nicht unbedingt …

Schneckenschleim und Bienengift – klingt wie Zutaten für einen Zaubertrank. Sie tauchen neuerdings aber auch in Kosmetik auf. Beide Stoffe sollen die Haut regenerieren und gegen Falten wirken. Fragwürdig, denn damit Tiere die begehrten Stoffe absondern, werden sie großem Stress ausgesetzt. Wenn kein Wirkstoff mehr zu helfen scheint, greifen manche Koreanerinnen auch gern auf das Fadenlifting zurück: chirurgische Fäden in der Haut, die sich später auflösen, sollen zum Beispiel erschlaffte Wangen wieder in Form bringen. Der neueste Schminktrend aus Asien heißt Hang-over-Make-up. Das Ziel: mit rot geschminkten Augen aussehen wie nach einer durchfeierten Nacht. Autsch!

Wieso wirken Asiatinnen oft jünger?

Algen (© 4kodiak - iStockphotos)

Bis zu ihrem 50. Lebensjahr haben Asiatinnen deutlich weniger Falten als Europäerinnen. Das hat eine dermatologische Studie mit Französinnen, Japanerinnen und Koreanerinnen ergeben. Mögliche Ursachen, die schon früh zu Falten führen: Die oberste Hautschicht ist bei Europäerinnen dünner als bei Koreanerinnen. Erstere haben zudem eine stärkere Mimik, rauchen häufiger und schützen sich weniger vor der Sonne.

Jenseits der 50 kehrt sich das allerdings um, dann altert asiatische Haut deutlich schneller.

Tipps zum Layering

Sie wollen das asiatische Pflegeritual gerne mal ausprobieren? Eine detaillierte Anleitung finden Sie auf dem Blog www.mamalogik.com, Stichwort „10 Step Hautpflege-Routine“, von Johanna Ertan. Die Deutsche lebt seit 2015 mit ihrem Mann und zwei Kindern in Südkoreas Hauptstadt Seoul.

Kopfhautpflege: Schönes Haar: Ran an die Wurzel

Asia im Bad (© Atsushi - iStockphoto)
(© Atsushi - iStockphoto)

In Korea und Japan ist man überzeugt, dass der Schlüssel zu kräftigem, glänzendem Haar eine gesunde Kopfhaut  ist. Und so sind die Produkte vor allem auf fettige, trockene oder gereizte Kopfhaut abgestimmt. Spezielle Tonics, Öle und Massagetechniken sollen ihre Durchblutung ankurbeln und Wirkstoffe einschleusen, die schon an den Haarwurzeln kräftigen und pflegen.

Die Beauty-Bloggerin Julia Keith ist viel in Asien unterwegs und hat diesen Trend aufgegriffen. Zusammen mit Primavera hat sie Kopfhautpflege entwickelt, die Sie ganz leicht selber machen können. Bei fettiger Kopfhaut empfiehlt sie zum Beispiel ein Massageöl aus 100 ml Avocadoöl plus ätherische Öle: 15 Tropfen Rosengeranie und 5 bis 8 Tropfen Manuka. Weitere Rezepturen finden Sie auf www.beautyjagd.de.

3 Fragen an: Liane Jochum

Liane Jochum, Leiterin der
Naturkosmetikschule Academia
Balance in Bad Endbach

Zehn Pflegeschritte wie beim Layering, das ist vielen Frauen sicher zu aufwendig. Worauf sollte man sich konzentrieren?

Liane Jochum: Reinigen, Tonisieren mit Blütenwasser oder Tonic, dann pure Feuchtigkeit in Form eines Serums oder Aloe-Gels auftragen. Darüber kommt die Pflege, im Sommer eine Tagescreme mit Lichtschutzfaktor und abends eine Nachtcreme oder ein Samenöl. Als fünften Schritt kann man ab einem gewissen Alter auch noch eine Augencreme verwenden.

Eignet sich Layering für alle Hauttypen?

Liane Jochum: Jeden Tag ein Peeling oder eine Maske finde ich für jede Art von Haut zu viel des Guten. Damit kann man sogar normale Haut überpflegen, sodass sie gereizt reagiert mit Pickelchen und Unreinheiten. Pflege-Extras sollten generell immer auf den Hauttyp beziehungsweise Hautzustand abgestimmt sein. Bei fettiger, unreiner Haut macht zum Beispiel eine Tonerdemaske dreimal die Woche durchaus Sinn. 

Ginkoblatt (© heibaihui - iStockphoto)Sollte man einer Produktlinie treu bleiben oder darf man auch mal wechseln?

Liane Jochum: In der Naturkosmetik sind Produkte einer Firma oder Linie sehr gut aufeinander abgestimmt, die Wirkstoffe ergänzen sich und bauen aufeinander auf. Wenn man wild mixt, kann dieser Effekt verpuffen. Es ist aber völlig okay, auch mal ein Lieblingsprodukt einer anderen Marke mit einzubauen.

 

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