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Beauty & Pflege

Der gepflegte Bart

Bartpflege (© gettyimages, Hero Images)
Ein gut gepflegter Bart braucht Zuwendung – je länger, desto mehr.
© gettyimages, Hero Images

Der Trend hält an: Immer mehr Männer tragen Bart. Als modisches Accessoire, als Statement, als Gesichtsschmuck. Dafür investiert Mann Zeit und Geld. // Leo Frühschütz

Zwischen Brooklyn und Berlin sprießen die Bärte. In der deutschen Hauptstadt trägt inzwischen jeder zweite Mann einen Bart, hat Rasierer-Hersteller Braun per Umfrage ermittelt.

Soziologen spekulieren schon, ob der anhaltende Trend zum Bart ein neues Rollenverständnis der Männer signalisiert. Back to the roots, zu den Zeiten, als der Mann noch ein Mann war und kein weichgecremter, glattrasierter „Frauenversteher“. Dafür würde der Vintage-Look sprechen, in den viele Bartpflegeprodukte verpackt werden. Auch die Barber-Shops, die in den großen Städten neu entstehen, scheinen wie aus der Zeit gefallen: Es gibt Whisky, Herrenmagazine und Frauen müssen draußen bleiben. For Gentlemen only. Womöglich ist es aber auch so, dass wir Männer gerne mal unter uns sein wollen, in einem Refugium, in dem wir uns wohlfühlen und entspannen können. Und was die Bärte angeht: Auch Männer stylen sich eben gerne, ändern mal die Optik und wollen was machen aus ihrem Typ.

Barttypen: Ziegenbart oder Hollywoodian?

Am Anfang steht eine Frage: Welcher Bart passt zu mir? Da geht es um Optik und Gesichtsform, aber auch um das Image, das ein Bart transportiert. Bestes Beispiel ist der Drei-Tage-Bart. Der gehörte mal den Männern, die auf die Konventionen der glattrasierten Angestelltenwelt pfiffen. Die keine Zeit fürs Rasieren hatten, weil sie sich Vollgas ins wahre Leben stürzten. Auch bei langen Koteletten ist die Sache klar: Elvis Presley, Sex and Drugs and Rock’n’Roll. Bei einem langen Vollbart hängt die Interpretation von der Farbe ab. Braun, das ist der Mann aus der Blockhütte, der Trapper oder Holzfäller. Silbern steht für den Patriarchen, das ergraute Alpha-Tier oder aber für den weisen, alten Denker. Neben den Standards gibt es längst eine Vielzahl von Barttypen, mit denen Mann seine Individualität betonen kann.

Nicht jeder Bart passt in jedes Gesicht. Ein rundes Gesicht braucht Kanten, damit es nicht übergewichtig wirkt und Bärte, die es optisch in die Länge ziehen. Dafür eignen sich Kinnbärte wie der Chin Puff oder der Ziegenbart. Ideal für ein längliches Gesicht hingegen sind Oberlippenbärte, weil sie die Waagrechte betonen. Kantige Gesichtszüge werden durch kurze, wangenfreie Vollbärte wie den „Hollywoodian“ weicher.

Rasieren für jede Bartlänge

Erstmal kommt der Rasierer weg, die Barthaare sprießen und die Haut juckt. Da hilft es, das Gesicht täglich mit Wasser und Seife oder einer Reinigungslotion zu waschen und anschließend mit einer Feuchtigkeitscreme zu pflegen. Optimal sind Produkte mit Wirkstoffen wie Hamamelis (Zaubernuss) oder Aloe vera, die irritierte Haut beruhigen. Auch ein wöchentliches Peeling kann den Juckreiz verringern. Meist dauert es vier bis sechs Wochen, bis ein vorzeigbarer Bart das Gesicht ziert.

Barthaare wachsen ungleichmäßig und spätestens nach der ersten Woche sieht der angehende Bart verwildert aus. Deshalb braucht Mann einen Trimmer, das ist ein Trockenrasierer mit Abstandshalter, der die Barthaare auf Einheitslänge stutzt. Besonders für gepflegte 3- bis 10-Tagesbärte ist das Gerät unverzichtbar. Es eignet sich auch gut für Bartstile wie den Henriquatre, bei denen es wichtig ist, bestimmte Gesichtspartien glatt zu rasieren und dem Bart scharfe Konturen zu geben.

Auch bei anderen Bärten ist regelmäßiges Rasieren Pflicht, etwa entlang der Wangenknochen oder im Bereich unter dem Adamsapfel. Ein Bart braucht Grenzen, damit er gepflegt aussieht.

Fürs Rasieren gilt: Gesicht und Bart säubern, am besten mit warmem Wasser, weil das die Muskeln der Barthaare entspannt und diese dann weiter aus der Haut ragen.

Schnelle Katzenwäsche für Trockenrasierer – damit die Haare starr bleiben und nicht aufquellen. Nassrasierer hingegen können ausgiebig warm duschen und danach mit einem Rasieröl oder einer Pre-Shave-Lotion einen zarten Film auf die Haut legen, damit die Klinge gut gleitet. Ob er die Stoppeln mit Rasieröl, -seife, -creme oder Fertigschaum behandelt, das entscheidet jeder Mann für sich. Hier gibt es keine vorgefertigten Antworten. Ebenso für die Frage, ob Mann die rasierten Partien anschließend besser mit Aftershave verwöhnen oder eincremen sollte.

Ein gut gepflegter Bart braucht Zuwendung, je länger, desto mehr. Bei einem 3-Tage-Bart genügt es, das Gesicht samt Bart mit Seife oder einer milden Reinigungslotion zu waschen und anschließend einzucremen.

Ob 3-Tage- oder Vollbart: Die passende Pflege

Es gibt für 3-Tage-Bärte ausgelobte Cremes, die nicht nur die Haut mit Feuchtigkeit versorgen, sondern auch die Stoppeln einfetten und damit geschmeidiger machen. Damit nichts piekst! Bei einem längeren Bart erzielt den gleichen Effekt, wer einige Tropfen Bartöl in den Händen verreibt und in seinen Bart streicht. Das Öl verleiht dem Bart zudem einen dezenten Glanz und lässt ihn nach Sandelholz, Zeder oder anderen Wohlgerüchen duften. Das Kämmen nach dem Einölen bringt dann den Bart in Form.

Bei einem längeren Bart ist es natürlich wichtig, die Barthaare gründlich von Öl- und Stylingrückständen sowie Essensresten zu reinigen. Gerade wer seinen Bart täglich wäscht, sollte auf möglichst hautschonende Tenside achten, wie sie in Naturkosmetik-Shampoos verwendet werden. Damit es unter der Haarpracht nicht zu jucken beginnt und Mann irgendwann genervt zum Rasierer greift. Wäre schade drum!

Produkte für die Bart- und Hautpflege:

Bartöl von Kastenbein & Bosch, Bartbürste von Kostkamm, Razoli 3 in 1 Rasieröl Mann von Amanprana, Wild Utah Pre-Shave Lotion von Martina Gebhardt, Plaine Rasierpulver,  Men Sensitiv Rasierschaum von Lavera,  Alva For Him After Shave Balsam, glättende Hydro Creme von Logona (mit integrierter Bartpflege), Farfalla Men Feuchtigkeitsfluid, Weiße Heilerde Peeling von Cattier, Reinigungsmilch von Dr.Hauschka

Erschienen in Ausgabe 07/2016