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Beauty & Pflege

Die Elemente spüren

Naturkosmetik Elemente (© gettyimages, Johner Images)
(© gettyimages, Johner Images)

So nutzt Naturkosmetik die Kraft von Erde, Wasser, Luft und Feuer. // Astrid Wahrenberg

Ob Sonne oder Regen, Sturm oder Vulkanausbruch – in grauer Vorzeit erklärten sich die Menschen das Walten der Naturkräfte mit Magie: Die Götter ließen es donnern und blitzen, sie schickten Dürre oder Hagel über das Land.

Die alten Griechen entzauberten die Phänomene mit naturwissenschaftlichem Denken. Für sie waren die vier Prinzipien Feuer, Wasser, Erde und Luft der Ursprung allen irdischen Seins, sie verstanden die vier Elemente als unzertrennliche Teile eines Ganzen.

Dieses ganzheitliche Weltbild – die Vier-Elemente-Lehre – galt im Abendland rund 2.000 Jahre lang, bis ins 18. Jahrhundert. Sie durchdrang alle Lebensbereiche, vom Essen über die Kunst bis zur Medizin. Man ordnete den Urkräften unter anderem Tierkreiszeichen, Organe, menschliche Wesenszüge und sogar Hautbilder zu.

Wissenschaftlich betrachtet ist die Theorie zwar falsch, trifft aber bis heute voll ins Herz. Wärmende Sonne auf der Haut, Erde unter nackten Füßen, ein plätschernder Fluss oder der Wind, der durch die Bäume fegt, sind zeitlose elementare Naturerfahrungen, die Menschen heute noch berühren und faszinieren. Ein wenig davon können wir auch in Naturkosmetik spüren.

 

 

Erde: Tiefe Wirkung

Heil- und Mineralerde, Lava- und Wascherde sind alles Namen für einen uralten naturkosmetischen Rohstoff aus dem Schoß von Mutter Erde. Diese mineralstoffreichen Tonerden kommen überall in der Welt vor, etwa im Atlasgebirge in Marokko, in der Auvergne in Frankreich und in deutschen Mittelgebirgslandschaften.

Entstanden sind sie vor Jahrmillionen Jahren, als eiszeitliche Gletscher die Gesteine zermalmten. Vom Winde verweht, lagerte sich das Gesteinsmehl viele Kilometer weiter in dicken Schichten ab. Seine Zusammensetzung variiert je nach Gesteinsart – so kommen die unterschiedlichen Farben zustande. Es gibt weiße, rosa, grüne, gelbe und braune Tonerden. Sie alle haben eine hohe Bindungskraft, die auf der großen Oberfläche des Gesteinsmehls beruht. Die Erden saugen Schmutz, Staub, abgestorbene Hautzellen und überschüssiges Fett förmlich auf. Daher sind sie ideale Reiniger, gerade auch für empfindliche Haut. In Masken, Waschcremes oder  Seren soll die mineralstoffreiche Heil-erde die Haut beruhigen und klären. 

 

Wasser: Kostbares Nass

Im Wasser entstand einst das Leben auf der Erde, kein Tier, keine Pflanze und kein Mensch können ohne es leben. Wasser ist aber nicht nur ein Lebens-, sondern auch ein Schönheitselixier. Wenn Sie genügend Wasser trinken, zwischen 1,5 bis 2 Liter täglich, unterstützen Sie damit den Hautstoffwechsel und fördern eine gute Durchfeuchtung der Haut.

Wasser oder wässrige Zutaten sind auch eine wichtige Grundlage von  Cremes, Fluids und Seren. Manche Naturkosmetik-Hersteller verwenden besonderes Wasser, wie Bergquellwasser oder Thermalwasser aus den Tiefen der Erde. Letzteres enthält viele Vitalstoffe, darunter Kieselsäure, die ein wichtiger Baustein für Haut, Nägel und Haare ist. Auch marine Rohstoffe wie Algen und Meersalz tun Ihrer Haut Gutes. Eiweiß- und mineralstoffreiche Rotalgen etwa sollen die Haut stärken und sie vor UV-Licht und Umweltbelastungen schützen. Meersalz hat vor allem reinigende und desinfizierende Eigenschaften, von denen besonders sensible, zu Allergien neigende Haut profitiert. Wie gut Meerwasser tut, weiß jeder nach einem Badetag am Meer, wenn sich die Haut abends seidig und prall anfühlt.

Luft: Betörende Aromen

Luft ist überall um uns herum, wir atmen sie ununterbrochen ein – und mit ihr viele tausend Duftmoleküle. Auf der Wiese riecht es nach gemähtem Gras, in der Bäckerei köstlich nach frischem Brot, betörend wehen uns blumige oder herb-frische Parfümnoten an.

Schöpfer von Naturparfüms kreieren ihre flüchtigen Kunstwerke allein mit natürlichen ätherischen Ölen, die sie aus Blüten, Blättern und Schalen, Wurzeln, Harzen oder Hölzern gewinnen. Das Besondere daran: Die natürlichen Kompositionen verbinden sich mit dem Geruch der Haut zu einem individuellen Duft und betonen so Ihre persönliche Ausstrahlung. Beliebt in Naturdüften sind spritzige Noten von Zitrusfrüchten wie Bergamotte, Limette, Mandarine oder Grapefruit, die auch die Stimmung heben. Sinnliche, exotische Aromen von Orangenblüten, Vanille, Patschuli oder Zimt verströmen Schwere und Süße. Warme Noten aus Zedern- oder Sandelholz, kombiniert mit eleganten Düften wie Lavendel, geben Naturparfüms für den Mann eine maskuline Note.

Feuer: Strahlende Kraft

Sonne (© iStockphoto)
(© iStockphoto)

Vierte Kraft im Bunde ist die Sonne mit ihrer feurigen Energie. In ihrem Licht sieht die Welt gleich viel freundlicher aus. Sie macht uns gute Laune, lockt uns nach draußen und kurbelt den Hormonhaushalt an. Die wärmenden Strahlen regen in der Haut zum Beispiel die Vitamin-D-Bildung an. UV-A- und UV-B-Strahlen können  die Haut aber auch schädigen und Hautkrebs hervorrufen. Deshalb sollten Sie sich immer vor zu viel Sonne schützen, mit Hut und Kleidung und Sonnencreme auf nackter Haut.

Wichtig ist auch die Pflege nach dem Sonnenbad. Naturkosmetische After-Sun-Lotionen verwöhnen die Haut mit extra viel Feuchtigkeit. Ausgewählte Pflanzenwirkstoffe und Antioxidantien-haltige Extrakte sollen Hautschäden reparieren helfen und beruhigen. Tipp:  After-Sun-Lotion in den Kühlschrank stellen. Das erfrischt die Haut zusätzlich. Welche Wirkstoffe sonnengestresster Haut besonders guttun und was hilft, wenn sie mal zu viel des Guten abbekommen hat, lesen Sie im Interview links.

 

Hersteller Kosmetik

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4 Fragen an Claudia Ehle

Claudia Ehle

Claudia Ehle ist Heilpraktikerin, Naturkosmetikerin und Buchautorin.

Cosmia: Frau Ehle, warum braucht die Haut nach dem Sonnenbad besondere Pflege?

Claudia Ehle: Zu viel UV-Licht strapaziert die Haut. Zudem wird sie trocken und rötet sich bis zum Sonnenbrand. Dagegen kann eine Pflegelotion nichts ausrichten.    

Cosmia: Was kann eine gute After-Sun-Pflege bewirken?   

Claudia Ehle: Sie versorgt die Haut mit viel Feuchtigkeit, weniger mit Fett. Interessant ist hier beispielsweise der körpereigene Wirkstoff Hyaluron. Die Lotion sollte möglichst wenig Alkohol enthalten, weil er die Haut austrocknet, genau wie Kamille. Nicht fehlen dürfen Wirkstoffe, die beim Regenerieren helfen. Bewährt hat sich Aloe vera, sie wirkt kühlend und regenerierend. Sanddorn enthält viel Vitamin C und unterstützt die Zellreparatur und den Aufbau von Kollagen. Unterstützend auf die elastischen Kollagenfasern wirken auch Immortelle, Gundermann und Tigergras. 

Cosmia: Warum empfehlen Sie naturkosmetische Produkte?

Claudia Ehle: Sie enthalten selten bedenkliche Inhaltsstoffe, die die Haut reizen. Das ist gerade auf sonnenstrapazierter Haut schnell ein Thema.

Cosmia: Wie lässt sich ein Sonnenbrand lindern?

Claudia Ehle: Viel trinken ist wichtig. Lindernd wirken beispielsweise Umschläge mit einem Schwarztee-Aufguss, Kefir, Joghurt oder Quark. Allerdings gilt das nur für intakte Haut, also nicht, wenn sich Blasen gebildet haben.