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Beauty & Pflege

Ganz schön ungerecht

Schöne Menschen haben viele Vorteile, sagt der Attraktivitätsforscher Ulrich Renz. Glücklicher sind sie allerdings nicht. // Von Narimaan Nikbakht

Herr Renz, wie wichtig ist es heutzutage, schön zu sein ?

Ulrich Renz: Schönheit hat schon immer einen hohen Stellenwert gehabt, das ist heute nicht anders. Am offensichtlichsten ist das auf dem Partnermarkt: Eine schöne Frau hat da nun einmal mehr Auswahl als eine weniger schöne. Schönheit spielt jedoch auch bei anderen zwischenmenschlichen Beziehungen eine Rolle – vor allem, wenn es um den ersten Eindruck geht.

Was bedeutet das genau ?

Schöne Menschen bekommen eine Art Vertrauensvorschuss. Wer schön ist, wird auch als „gut“ wahrgenommen – intelligenter, leistungsfähiger, vor allem aber vertrauenswürdiger. Der Ursprung dieser Verknüpfung liegt in uralten Nervenbahnen, die wir aus unserer tierischen Vergangenheit geerbt haben.

Das Ergebnis ?

Was dabei herauskommt ist das, was ich in meinem Buch den Skandal der Schönheit nenne – dass nämlich schöne Menschen auf allen denkbaren Gebieten mehr Chancen haben. Das fängt schon im Kindergarten an, wo die hübschen Kinder mehr Zuwendung bekommen. Später, in der Schule, haben sie tendenziell die besseren Noten, und im Job verdienen diese Menschen gegenüber unattraktiveren Kollegen mehr.

Ist Schönheit nicht Geschmackssache ?

Natürlich hat jeder seinen eigenen Geschmack. Aber die Geschmäcker der Menschen überschneiden sich. Die Faustregel der Attraktivitätsforschung lautet: Die Hälfte unseres Schönheitsurteils ist subjektiv, bei der anderen Hälfte herrscht weitgehende Übereinstimmung zwischen den Menschen.

Ist unser Sinn für Schönheit denn angeboren oder vielmehr eine Frage der Erziehung ?

Man muss zwischen Gesicht und Körper unterscheiden. Die Idealfigur ist ziemlich stark kulturabhängig. Beim Gesicht ist das anders – da gibt es zwar auch gewisse Moden, aber die Menschen sind sich quer durch die Epochen und Kulturen doch ziemlich einig, was ein schönes Gesicht ist.

Haben Sie eine Erklärung, warum so viele Menschen mit ihrem Aussehen unzufrieden sind ?

Wir leben in einer Zeit der zunehmenden Vereinzelung. Jeder muss sich vermarkten, um seinen Platz in der Gesellschaft zu finden. Und bei dieser Selbstvermarktung spielt Schönheit ihre Rolle, ob wir wollen oder nicht. Dazu kommt der Jugendlichkeitswahn – im Rennen um die ewige Jugend kann es nur Verlierer geben.

Könnte das auch am Schönheits-Hype in den Medien liegen ?

Ja klar, sobald wir den Fernseher anstellen oder irgendeine Zeitschrift aufschlagen, lächeln uns Schönheiten entgegen, die buchstäblich nicht von dieser Welt sind, sondern Kunstprodukte von Stylisten und Computergrafikern. Noch nie waren wir Menschen von so viel Schönheit umgeben, das kann normal Sterbliche bloß zu Selbstwert-Zwergen machen.

Die ganze Lifestyle-Presse lebt im Prinzip davon, den Menschen die Illusion zu verkaufen, dass sie glücklicher werden, wenn sie ihr Gesicht und ihren Körper auf Linie bringen. Aus Sicht der Glücksforschung ist das eine glatte Lüge: Schöne Menschen sind nicht glücklicher als weniger schöne. Zufriedenheit kommt von innen und nicht von außen.

Urich Renz

 

 

Ulrich Renz ist Mediziner und Publizist. Für sein Sachbuch „Schönheit. Eine Wissenschaft für sich“ (Berliner Taschenbuch Verlag, 11 Euro) hat er Hunderte Studien zur Schönheitsforschung herangezogen. Info: www.schoenheitsformel.de

 

 

 

Erschienen in Ausgabe 11/2009

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