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Beauty & Pflege

Pflege für Haut & Haar: Her mit den bunten Beeren!

Beerenkosmetik (© plainpicture)
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Johannisbeere, Hagebutte und Cranberry in Creme und Shampoo tun Haut und Haaren gut. // Steffi Schmitz

Arktische Moosbeere alias Cranberry

Himbeere und Johannisbeere, Cranberry oder Goji – die möchte man sich am liebsten alle in die Frühstücksbowl mischen. Beeren sind Vitaminbomben und obendrein noch superlecker und kalorienarm. Aber nicht nur in der Müslischüssel sind sie der Star, sondern auch im Cremetiegel. Und das hat gleich mehrere Gründe: In ihrem Fruchtfleisch und in ihrer Schale stecken die Vitamine A, C und E. Sie besitzen zudem viele sekundäre Pflanzenstoffe, das sind vor allem Farb-, Geschmacks- und Gerbstoffe mit antioxidativer und zellschützender Kraft. Die Kerne und Samen liefern darüber hinaus mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die die Hautbarriere stärken. Gerade jetzt, im Herbst, tischt die Natur reichlich auf: vom orangefarbenen Sanddorn über die knallrote Hagebutte bis zur violetten Heidelbeere.

Die kleinen bunten Rundum-Sorglos-Pakete lassen sich in unterschiedlichster Form einsetzen: Zum Beispiel als Fruchtextrakt im Shampoo, als kalt gepresstes Samenöl im Anti-Aging-Serum oder als pflegendes Wachs in Lippenstiften. Dabei entält jede einzelne Beere einen einzigartigen Mix natürlicher Beauty-Wirkstoffe, den kein Labor künstlich nachahmen kann. Genau das macht Beeren so wertvoll für die Naturkosmetik.

Beerenkosmetik (© iStockphoto)

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Sanddorn (© iStockphoto)„Zitrone des Nordens“: Sanddorn

Ganz oben auf der Liste der Lieblingsbeeren steht der Sanddorn, den Sie vielleicht aus dem Ostseeurlaub kennen, wo die stacheligen Büsche direkt an der Küste wachsen. „Zitrone des Nordens“ nennt man ihn wegen seines hohen Gehalts an Vitamin C. Das ist in Kosmetik als Hautstraffer äußerst beliebt, weil es die Kollagenproduktion ankurbelt. Für die Farbe sorgen Carotinoide wie Beta-Carotin, ein effektiver Radikalfänger, der die Haut sogar in gewissem Maß vor schädlicher UV-Strahlung schützen kann. Dazu kommen noch Linol- und Linolensäure, essenzielle Fettsäuren, die trockener Haut helfen, sich zu regenerieren. Übrigens wächst Sanddorn auch in den Alpen, wo er in kontrollierter Wildsammlung geerntet wird. Einige Naturkosmetik-Hersteller beziehen Sanddornsaft oder vitaminreiches Sanddornwasser aus der Toskana. Dort wird er mittlerweile sogar biologisch angebaut.

So sauer der Sanddorn, so süß die Himbeere, die wir auch gerne mal direkt vom rankenden Strauch im heimischen Garten naschen. Ihr Fruchtfleisch enthält Salicylsäure, die gegen Hautunreinheiten hilft. Besonders interessant sind die winzigen Himbeersamen, aus denen ein kostbares Öl gepresst wird. Es soll die Haut straffen und enthält einen hohen Anteil an Alpha-Linolensäure, die entzündungshemmend wirkt.

Bleiben wir noch kurz im heimischen Garten. Auch bei der Schwarzen Johannisbeere, bekannt als Cassis, enthalten die Kerne einen seltenen Schatz: die Gamma-Linolensäure, die sowohl fettiger als auch trockener Haut helfen kann und ihre Wirkung am besten in Gesichtsölen entfaltet. Wer sich bei der Ernte der tiefvioletten Beeren schon mal einen Fleck auf dem T-Shirt geholt hat, hat Bekanntschaft mit ihrem Farbstoff Anthocyan gemacht. Er färbt nicht nur nachhaltig, sondern ist gleichzeitig ein starkes Antioxidans. Anthocyan steckt auch in Heidelbeeren, die zwischen Juli und September an kleinen Sträuchern am Wegesrand wachsen. Und auch die dunkellila Schlehen können mit diesem Farbstoff punkten. Für Naturkosmetik werden sie in ökologischer Wildsammlung nach dem ersten Frost von den dornigen Sträuchern gepflückt. Wenn Sie schon einmal eine Schlehe probiert haben, haben Sie wegen der vielen Gerb- und Bitterstoffe darin garantiert das Gesicht verzogen. Diese Stoffe haben in Pflegeprodukten einen kräftigenden Effekt und können zum Beispiel müde Beine beleben. Die duftende Wacholderbeere wiederum regt den Stoffwechsel an und wirkt antibakteriell – ideal bei schuppiger Kopfhaut oder Akne.

Jetzt im Herbst ist bei uns Hagebuttenzeit. Im Fleisch der länglichen roten Früchte der Wildrose steckt ein hautschützender Vitamin-Mix. Das Öl aus den Kernen, auch Wildrosenöl genannt, enthält bis zu 80 Prozent ungesättigte Fettsäuren und hilft bei Narben, Schwangerschaftsstreifen oder durchschimmernden roten Äderchen im Gesicht (Couperose). Beliebte Hagebutten-Sorten für Naturkosmetik reifen unter anderem in Chile auf bio-zertifizierten Flächen heran. Im rauen Klima Kanadas fühlt sich die Cranberry wohl, auch arktische Moosbeere genannt. Sie ist mit der Heidelbeere verwandt, eignet sich aber nicht zum Rohverzehr, da sie sehr sauer und bitter schmeckt. Mit Vitamin C und A, Salicylsäure und ungesättigten Fettsäuren pflegt sie beanspruchte Haut. Die nordamerikanischen Ureinwohner setzten Cranberrys schon zur Wundheilung ein, wir nutzen sie gern als Anti-Aging-Mittel.

Apropos Anti-Aging – da machen in den letzten Jahren auch zwei exotische Superfoods von sich Reden: Die dunkle Palmenfrucht Acai aus Brasilien und die knallrote chinesische Goji-Beere. Erstere toppt mit ihrem Antioxidantien-Cocktail sogar den Granatapfel. Als Feuchtigkeitsspenderin macht sie sich gut in Shampoo und Duschgel. Die Goji-Beere, ein beliebtes Heilmittel in der traditionellen chinesischen Medizin, hat von allem reichlich zu bieten: die Vitamine A, C und B plus sekundäre Pflanzenstoffe, außerdem Mineralien und Polysaccharide, von denen schlaffes und trockenes Haar profitiert. Tipp: Achten Sie in der Zutatenliste auf den Zusatz kbA oder ein Sternchen hinter dem Goji-Beeren-Extrakt, die für Zutaten aus Bio-Anbau stehen. Denn im konventionellen Anbau werden gerade in China häufig Pestizide eingesetzt.

(© iStockphoto)


Was ist Beerenwachs?

Beerenwachs stammt aus den Früchten des asiatischen Lackbaums Rhus Verniciflua. Nach dem Auskochen ihrer Schalen kann man das natürliche Wachs abschöpfen und weiter verarbeiten. Die Naturkosmetik nutzt es als Konsistenzgeber und rückfettende Komponente in Cremes oder Lotionen. Auch für Lippenstifte oder Lipgloss ist das geschmeidige Wachs ideal. Veganer schätzen Beerenwachs als Alternative zum Bienenwachs.


Darin stecken Beerensäfte

Naturkosmetik Hersteller

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3 Fragen zu Beerenölen an Heike Käser

Heike Käser
Heike Käser ist Expertin für
Naturkosmetik-Rohstoffe und Buchautorin.
Ihre Website: www.olionatura.de

Heike Käser: Ich benutze Kernöle als intensive Nachtpflege, unter anderem das Öl von Himbeer- oder Johannisbeersamen. Dazu benutze ich zuerst ein Hydrolat als Tonic und klopfe dann zwei Tropfen pur  – das reicht völlig! – in die Haut ein. Das Vitamin-E-reiche Fruchtfleischöl aus dem Sanddorn kommt tropfenweise als Zusatz zu Mandel- oder auch Aprikosenkernöl. Denn wegen der vielen Carotinoide färbt es stark. Seine antioxidative Wirkung sorgt auch dafür, dass das Öl länger haltbar ist.

2 cosmia: Welche Hauttypen profitieren besonders von diesen Ölen?

Heike Käser: Beerenöle sind eine wohltuende Intensivpflege für jeden Hautzustand. Sie stärken die Hautbarriere, fördern die Zellerneuerung  und wirken entzündlichen Prozessen entgegen. Unreine Haut profitiert zum Beispiel in besonderer Weise von Traubenkernöl und Johannisbeersamenöl, reife Haut von Preiselbeersamen-, Himbeersamen- und Sanddornfruchtfleischöl.

Cosmia: Sind Öle von Superfood wie Acai- oder Gojibeeren  besser als andere?

Heike Käser: Schaut man sich die Analysen dieser Öle an, sind die Unterschiede in der Zusammensetzung der Fettsäuren relativ gering. Hinsichtlich der sogenannten Fettbegleitstoffe wie Carotinoide oder Tocopherol (Vitamin E) trumpft jedes Öl mit seinem ganz spezifischen Profil auf. Deshalb brauchen wir nicht zwingend exotisches Superfood, wir haben ja unsere heimischen Naturschätze.