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Beauty & Pflege

Das fängt ja schick an!

Wiedereinstieg in den Job (© Leni Burger)
(© Leni Burger)

Der Jobstart nach der Kinderpause ist eine große Umstellung. Coach Michaela Deckert gibt Tipps für den stilsicheren Auftritt – ganz ohne Zwang zum Perfektionismus. // Jutta Koch

Eben noch auf dem Spielplatz und beim Elternabend – und plötzlich im Bewerbungsgespräch oder im Meeting. Die Rückkehr in den Job stellt Eltern vor Herausforderungen: Die Organisation des Alltags, das eigene Auftreten und auch das Aussehen – vor einem Neustart gibt es viel zu bedenken. Gute Tipps und Strategien, um nach einer Kinderpause wieder professionell durchzustarten, gibt zum Beispiel Michaela Deckert. Sie ist Coach und berät Frauen (und auch Männer) beim Wiedereinstieg ins Berufsleben – egal ob nach der Babypause oder nach einem Jahrzehnt zu Hause.

Sie selbst kennt den Wechsel von der Mama-Managerin zur Berufstätigen: Nach der Geburt ihrer Zwillinge hat sich die ehemalige Personalerin als Beraterin selbstständig gemacht. Sie weiß um den Spagat zwischen dem Druck, pünktlich im Büro sein zu müssen und dem morgentlichen Kuschelbedarf der Kinder. Zwischen dem Wunsch, kompetente Fach-frau zu sein und fürsorgliche Mutter.

Wiedereinstieg in den Job (© Leni Burger)

Und genau jetzt stellt sich auch die Frage nach dem Aussehen: Eine zeitlang spielt es bei manchen Frauen – selbst bei gepflegten und modebewussten – eine untergeordnete Rolle. „Bequem und zweckmäßig“ statt „geschniegelt und gebügelt“ lautet bei vielen die Formel auf Zeit. Aber was tun, wenn diese Zeit endet? Wenn der Look dann zu „casual“ geworden ist? 

Michaela Deckert rät zum Check: „Wie will ich wirken und was will ich aussagen?“ Diese Frage gibt sie jeder Frau mit auf den Weg. „Es geht ums eigene Image“, sagt sie und hakt nach: „Will ich als Mutter oder als kompetente Fachfrau auftreten?“ Einer ihrer Klientinnen, die nach Jahren zu Hause nur noch Sweatshirt und Jeans trug, hat Michaela Deckert mal einen Hosenanzug geliehen. „Für das Job-Outfit genügen wenige Teile, die man gut kombinieren kann. Wer unsicher ist, kann sich Fotos der Kombinationen an den Schrank heften“, lautet ihr Tipp.

Auf dezentes Make-up zu achten sei ebenfalls wichtig. Sorgfältig aufgetragene Schminke zeige, dass die Person gepflegt ist. Andererseits sollte das Styling aber nicht im Vordergrund stehen. Also besser Klarlack auf die Nägel auftragen als grelle Farben wie Rot oder Pink. „Es muss zu mir passen. Das Gesicht darf nicht überladen wirken. Ein dezenter Lidstrich und etwas Puder genügen“, empfiehlt Deckert. Sie rät außerdem zum kritischen Blick: „Schauen Sie sich im Spiegel an und fragen Sie sich: Muss ich vor dem Termin noch mal zum Friseur?“

Den Vorwurf, dass nur bei Frauen auf Äußerlichkeiten geachtet werde, während Männer scheinbar immer fein raus sind, lässt sie übrigens nicht gelten: Sie habe auch schon einen männlichen Klienten zum Friseur geschickt. Er wollte das Geld sparen, hatte sich selbst die Haare geschnitten – und eine schiefe Kante in den Ansatz rasiert. „Das geht einfach nicht“, lautet Deckerts Fazit.

Wiedereinstieg in den Jog (© Leni Burger)Außerdem gehe es beim Styling um mehr als das Aussehen: „Ich darf mich wohlfühlen – auch als Mutter“, betont Deckert. Den Fokus nach Monaten oder Jahren im „Familienjob“ wieder auf sich selbst zu lenken, sei auch gut fürs Selbstbewusstsein.

Apropos: Für sicheres Auftreten im Gespräch mit Vorgesetzen empfiehlt die Expertin:  „Erinnern Sie sich an Ihre Erfolge!“ Viele ihrer Klientinnen schätzten beispielsweise ihre Organisationsfähigkeit als schwach ein. „Ich führe ihnen dann vor Augen, dass sie eine ganze Familie organisieren und dass das doch eine erhebliche Stärke ist, mit der man punkten kann – das haben viele noch nie so gesehen.“ Und sie stellt klar: „Sie sind nicht der Bittsteller! Fragen Sie sich auch, welchen Job oder Chef Sie haben möchten.“

Michaela Deckert verrät einen Trick, um die Selbstwahrnehmung wirksam zu unterstützen: „Stellen Sie sich vor den Spiegel und zeigen Sie sich Ihre stärkste Pose. Es ist eine Frage der Haltung, ob ich mich groß oder klein mache.“ Sicher aufzutreten sei auch wichtig, um die eigenen Interessen zu vertreten. Beispielsweise wenn es darum geht, die Wochenarbeitszeit auszuhandeln. „Lieber mit weniger Stunden starten und später aufstocken als im Chaos zu versinken“, lautet Deckerts Maxime.

Bevor’s dann losgeht, rät Michaela Deckert, sich von einem weit verbreiteten Glaubenssatz zu verabschieden: perfekt sein zu müssen. „Bleiben Sie authentisch“, rät sie. „Wenn was schiefgeht, kann man das auch mit einem Lächeln hinnehmen.“

(© Leni Burger)

Schmink-Tipps

Das beste Motto für das Business-Styling:  „Weniger ist mehr“

Lidschatten nur am äußeren Auge auftragen, höchstens auf drei Vierteln des Lids. Visagisten raten für das Business-
Make-up zu dezenten Braun- und Grautönen.

Die Foundation sollte keinen dunkleren oder helleren Farbton als den der eigenen Gesichtsfarbe haben, sonst entsteht ein sichtbarer Übergang zwischen Hals und Gesicht.

Beim Puder unbedingt Farbe und Menge beachten. Ist er zu hell, wirkt das Gesicht blass. Tragen Sie zu viel auf, setzt er sich in Falten ab.


Weitere Tipps gibt es auch hier:

www.lavera.de, Stichwort: nude look

www.sante.de, Stichwort: business

www.karrierebibel.de, Stichwort: make-up-studie