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Beauty & Pflege

Natur-Pflege-Sensible Haut

Sensible Haut (© plainpicture - Jasmin Sander)
(© plainpicture - Jasmin Sander)

Dann braucht Ihre Haut besondere Pflege. Was ihr hilft und was Sie meiden sollten. // Astrid Wahrenberg

Ein scharfes Chiligericht gegessen, schon rötet sich die Haut, eine neue Creme ausprobiert und kurz darauf spannt und juckt sie? Sehr oft hören Hautärzte von ihren Patienten den Satz „Meine Haut reagiert empfindlich.“ Eine klare Definition für dieses verbreitete Phänomen gibt es dennoch nicht. Weder Beschwerden noch Ursachen lassen sich – anders als bei Hautkrankheiten wie Rosacea, Neurodermitis oder Schuppenflechte – eindeutig eingrenzen.

Die an sich gesunde, aber sensible Haut reagiert etwa nach Sonne, Kälte oder Stress auf Inhaltsstoffe von Kosmetik, bei anderen nach dem Kontakt mit Putz- und Waschmitteln oder nach scharfem Essen. Sie rötet sich, juckt, brennt, spannt oder schmerzt sogar. Sie kann sich auch schuppig und rau zeigen oder unrein werden. Häufig spielt dabei eine genetische Veranlagung eine Rolle. Manchmal stecken Pflegefehler dahinter, wie das Cremen ohnehin schon fettiger Haut mit zu reichhaltigen Produkten.

Auffällig ist, dass bei vielen „Sensiblen“ die oberste Hautschicht aus Hornzellen und Fetten, die sogenannte Hautbarriere, geschwächt ist. Sie kann die Haut dann nicht mehr ausreichend vor Umwelteinflüssen und Bakterien schützen, sodass sie trockener und empfindlicher wird.

Zertifizierte Naturkosmetik für sensible Haut verwendet bewährte, gut verträgliche Inhaltsstoffe. Sie helfen der Haut, sich zu beruhigen und stärken ihre Barriereschicht, damit sie sich besser regenerieren kann und widerstandsfähiger wird.
Basis der Cremes und Lotionen sind hochwertige Pflanzenfette und -öle, deren hautverwandte Fette sich gut in die obere Hautschicht einfügen und ihr helfen, die Feuchtigkeit zu bewahren. Dazu gehören etwa Sheabutter, Mandel-, Aprikosen- oder Granatapfelkernöl. Künstliche Fette wie Silikon und Paraffin sind für zertifizierte Naturkosmetik grundsätzlich tabu. Deren Herstellung belastet die Umwelt, sie sind schwer abbaubar – und pflegen die Haut nicht, sondern bleiben auf ihr liegen.

Was gehört nicht in Creme für „Sensible“?

Ein wichtiger Baustein in den Sensitiv-, Pur- und Neutral-Produkten ist Feuchtigkeit. Sie steckt in Inhaltsstoffen wie Glyzerin, Hyaluronsäure, Harnstoff oder Milchsäure, die im sogenannten Natural Moisturizing Factor (NMF) der Haut auch von Natur ausvorkommen. Beliebt als wertvoller, gut verträglicher Feuchtigkeitsspender ist auch der Saft der Aloe vera, zum Beispiel kombiniert mit Rosenwasser und entzündungshemmender Weidenrinde.

Viele Substanzen, deren hautreizendes Potenzial bekannt ist, sind generell für Naturkosmetik verboten. Dazu gehören chemisch-synthetische Konservierungsstoffe, UV-Filter und Parfümstoffe, auch Emulgatoren wie Polyethylenglykol (PEG). Überschüssige PEGs in der Creme können sich mit dem hauteigenen Fett verbinden und es aus der Hautbarriere herauslösen, sodass ohnehin gestresste Haut noch weiter austrocknet. Das nennt man den „Wash-out“-Effekt.

Alkohol und Duftstoffe: mal mit, mal ohne

Weil es nicht DIE sensible Haut gibt, entwickeln Naturkosmetik-Hersteller Produkte für unterschiedliche Ansprüche. Beim Thema Alkohol gehen die Meinungen auseinander. Einige Hersteller verzichten darauf, weil er die Haut austrocknen kann. Andere schätzen ihn als natürlichen Konservierungsstoff. In niedriger Konzentration ist er meist gut verträglich.

Auch bei ätherischen Ölen sowie Heilkräuterauszügen und -extrakten gibt es unterschiedliche Ansätze. Einige Serien für sensible Haut verzichten darauf. Andere setzen bewusst auf die entzündungshemmende Kraft aus dem Wurzelextrakt des Sonnenhutes, auf Manuka-Öl aus dem neuseeländischen Teebaumgewächs, die beruhigende Wirkung von Salz aus dem Toten Meer oder fermentierte Bio-Molke, die das natürliche Hautmilieu stärken soll. Am besten testen Sie ein neues Produkt zuerst ein paar Tage lang in der Armbeuge.

Auch bei natürlichem Sonnenschutz gibt es Produkte für sensible Haut. Die schützen mit mineralischen UV-Filtern, statt mit hautreizenden chemischen, und pflegen zugleich mit einem Mix hautfreundlicher Pflanzenöle und -fette.


Nichts für sensible Haut:

- Häufig heiß duschen, lange Wannenbäder mit Schaum
- Gesichtsreiniger auf Alkoholbasis, aggressive Peelings
- Häufiger Wechsel von Kosmetikprodukten
- Starke Kälte oder Hitze, zu viel UV-Licht, rauer Wind
- Scharfes Essen, Alkohol


Gut für sensible Haut:

- Rückfettende Duschgele oder Badezusätze
- Eincremen nach dem Duschen oder Baden
- Haut abtupfen statt abrubbeln
- Viel trinken und gesund ernähren


Tipp:

Nutzen Sie ökologische Waschmittel speziell für empfindliche Haut. Solche Sensitiv-Sorten gibt es von Sodasan, Almawin und Sonett.

Spezialisten für sensible Haut

Hersteller Produkte sensible Haut

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3 Fragen zu Make-up für sensible Haut

Claudia Ehle
Claudia Ehle ist
Naturkosmetikerin, Heilpraktikerin
und Buchautorin.

1 Sensible Haut und Make-up – ist das problematisch?

Meiner Erfahrung nach ist naturkosmetisches Make-up kein Problem bei sensibler Haut. Bedenkliche chemisch-synthetische Inhaltsstoffe, die die Haut reizen können, sind in zertifizierter Naturkosmetik verboten. Make-up ist außerdem meist ohne ätherische Öle und Kräuterzusätze formuliert, die nicht jede sensible Haut verträgt. Die Produkte können sensible Haut sogar pflegen.

2 Womit Pflegt Zertifiziertes Make-up?

Naturkosmetische Foundation enthält hautverwandte Fette und Wachse wie Bienenwachs, Lanolin, Jojobaöl und Sheabutter. Sie sind empfehlenswert bei sensibler Haut, die zu Trockenheit neigt und Feuchtigkeit nicht gut speichern kann. Sie stärken die Hautbarriere.

3 Was raten sie beim Schminken der Augen?

Die Hautzone rund um die Augen ist am empfindlichsten beim Schminken. Dort rate ich von Puderprodukten ab, weil sie in die Augen geraten können. Besser sind flüssige Produkte wie cremiger Lidschatten und flüssiger Eyeliner.