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Beauty & Pflege

Neue Kraft fürs Sommerhaar

Haarpflege (© FotoDuets - iStockphoto)
(© FotoDuets - iStockphoto)

Nach viel Sonne, Meer- oder Chlorwasser tut dem Haar eine Extraportion Pflege gut. // Jutta Koch

Gesundes Haar ist fest, kämmbar, und es glänzt. Prüfender Blick in den Spiegel: Naja. Etwas stumpfer scheint es jetzt im Spätsommer schon zu sein, das lange Haar. Kein Wunder, denn Chlor- und Salzwasser sowie Sonnenlicht tun ihm nicht gut.
Im Gegenteil: Wasser lässt die Haare aufquellen. Die Schuppenschicht, die das Innere des Haares schützt, verändert sich – die einzelnen Schuppen stehen ab, Feuchtigkeit entweicht. Zudem setzen sich die Salzkristalle auf das Haar und verstärken die Sonneneinstrahlung wie kleine Brenngläser. Sonne und Salzwasser wirken auf unser Haar deshalb fast wie eine chemische Aufhellung beim Friseur.

Wenn das Haar jetzt, am Ende des Sommers, entkräftet wirkt, dann tut eine Extraportion Pflege gut. Je nach Haar­beschaffenheit helfen rückfettende oder auch feuchtigkeitsspendende Haarkuren, -öle oder -spülungen. Aber bitte die richtigen. Denn konventionelle Produkte belasten das Haar unter Umständen noch mehr. Und auch auf die Dosis kommt es an: Viel hilft nicht immer viel – im Gegenteil (siehe auch Hintergrund).

Haarkur

Haarkuren sind die Ersthelfer für strapaziertes, kraftlos wirkendes Haar. Sie sollen beschädigte Stellen zielgerichtet auffüllen und reparieren. Bei den Produkten handelt es sich um Konzentrate, in denen höher dosierte Wirkstoffe als in anderen Haarpflegeprodukten stecken. Aber: Achtung! Herkömmliche Haarkuren sind umstritten. Denn in ihnen stecken unter Umständen noch größere Mengen an Silikonen und Paraffinen. Diese Stoffe lagern sich außen am Haar und auf der Kopfhaut ab und ziehen Staub und Schmutz an.

Deshalb sollte man bei der Wahl der Kur sorgfältig auf die Inhaltsstoffe schauen. In der Naturkosmetik findet man darin keine künstlichen Fette, sondern vor allem nachwachsende pflanzliche Rohstoffe wie Brennnessel- oder Hennaextrakt, Proteine und Fruchtwachse. Außerdem sollte man das Produkt in geringen Mengen verwenden – und nicht allzu häufig. Eine Kur pro Woche genügt. 

Tipp: Wem die Haare nach der Kur zu schwer erscheinen, der kann das Produkt beim nächsten Mal mit etwas Wasser verdünnen.

Haaröl

Trockenes Haar kann mithilfe von Öl wieder zum Glänzen gebracht werden (siehe auch Interview rechts). Gereizte Kopfhaut kann sich mittels Haaröl ebenso regenerieren. Pflanzenöle, beispielsweise Kokosöl, oder auch Wachse sind dafür geeignet. Besonders die Haarspitzen, also der älteste Teil unserer Haare, können diese reichhaltige Art der Pflege gut vertragen. Bei der Dosierung ist – wie auch bei der Haarkur – Vorsicht geboten: Zu viel Öl lässt das Haar strähnig werden und fettig aussehen. Und auch beim Öl lohnt ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe: Während konventionellen Produkten neben Nuss- oder Blütenölen als Träger oft auch chemische Verbindungen wie synthetische Polymere zugesetzt sind, verzichten Naturkosmetik-Produkte darauf.

Tipp: Haaröl entweder ins nasse Haar einarbeiten und gründlich ausspülen oder – in sehr geringer Menge – mit den Fingerspitzen direkt auf das trockene Haar auftragen. Besonders bei krausem Haar kann man es auch gut zum Styling verwenden.

Spülung / Conditioner

Spülungen, auch bekannt unter dem englischen Begriff Conditioner, sollen das Haar nach dem Reinigen aufbauen und pflegen. Während sich beim Waschen die Schuppenschicht der Haare öffnet, schließt die Spülung sie wieder und macht sie weniger empfindlich gegen die Hitze, der das Haar beim Fönen ausgesetzt wird.

Dazu dienen in Naturkosmetik-Produkten Pflanzenextrakte, Öle und beispielsweise auch Hyaluronsäure. In herkömmlichen Produkten steckt im Vergleich zu Naturkosmetikprodukten oft die doppelte oder dreifache Menge an Inhaltsstoffen, darunter auch weniger gute „Füllstoffe“ wie Silikone, die das Haar zusätzlich belasten, statt es zu pflegen. Silikone legen sich in mehreren Schichten um das Haar und versiegeln es regelrecht. Das Haar kann keine anderen Stoffe mehr aufnehmen, verliert an Elastizität und lässt sich schlechter frisieren. Unter Umständen dauert sogar das Fönen des behandelten Haares länger. Auch aggressive Konservierungsstoffe, die die Kopfhaut reizen, können in konventionellen Spülungen enthalten sein – und obendrein Stoffe wie Tenside oder Mikroplastik, die schädlich für die Umwelt sind.

Tipp: Erkennbar sind Silikone in der Liste der Inhaltsstoffe an den Endungen -con, -cone oder -xane. Vorsicht, hinter dem Stoff Polyquaternium verbergen sich Silikon-ähnliche chemische Gruppen, die das Haar ebenfalls verkleben.

Leave-in-Produkte

Haarkuren und Spülungen sollten nach der jeweiligen Einwirkzeit immer gründlich ausgespült werden, damit keine Rückstände am Haar haften bleiben. Das kostet Zeit. Für die Pflege „to go“ eignen sich auch jene Produkte gut, die man nicht auswäscht. Sie werden auf das nasse Haar gesprüht oder auch zwischendurch ins trockene Haar. Das geht schnell und wirkt, ohne das Haar zu beschweren.

Tipp: Haare täglich und auch vor jedem Waschen gründlich mit einer Naturhaarbürste ausbürsten. So wird das Haar zusätzlich vom körpereigenen Säureschutzmantel gepflegt und die Kopfhaut wird gut durchblutet (siehe Interview).

Nahrungsergänzung

Naturkost- oder Naturkosmetik-Hersteller wie GSE, Luvos und Fitne bieten Präparate an, die ein gesundes Haarwachstum unterstützen sollen. Die Palette der Wirkstoffe reicht von Kieselsäure aus Bambus über Heilerde, Vitamin B, Selen aus Senfkörnerextrakten bis hin zu Zink.

Haarpflege (© FotoDuets - iStockphoto)
(© FotoDuets - iStockphoto)

3 Fragen zur Haarpflege – Michael Rogall

Michael Rogall
Der Naturfriseur-Pionier und Fachbuch-Autor
betreibt in Köln seinen Salon
„Haarpraktiker“ und gibt Seminare.

1 Was braucht strapaziertes Haar am Ende des Sommers?

Man muss unterscheiden: Chemisch behandeltes Haar oder trockene Locken benötigen eine Kur – gesundes Naturhaar nicht. Sollte es nach dem Baden dennoch struppig aussehen, hilft Buttermilchspray oder eine Spülung mit Obstessig. Im Wasser quillt das Haar auf, und die Schuppenschicht öffnet sich. Milchsäure schließt das Haar wieder.

2 Wie kann man Blondtöne erhalten?

Ich empfehle, farbloses Henna mit Wasser und Essig zu mischen. Darin kann man die Haare 10 bis 20 Minuten baden. Die Gerbsäure zieht das Haar zusammen und es verliert keine Feuchtigkeit mehr. Das eignet sich allerdings nicht für blondiertes Haar, denn das würde stumpf. Stattdessen rate ich, blonde Naturhaarfarbe zu verwenden. Und was allen Haaren – coloriertem wie Naturhaar – gleichermaßen guttut, ist tägliches Bürsten.

3 Warum legen sie ihren Kunden und Lesern das Bürsten so ans Herz?

Haare und Kopfhaut zu bürs-ten ist wie Zähneputzen: Basispflege! Eine gute Bürste mit Naturborsten, am besten vom Wildschwein, verteilt Talg, Mineralien und Säure im Haar. Das wirkt wie eine körpereigene Haarkur und ist auch ein Tipp für den nächsten Urlaub in der Sonne: Vor dem Strandbesuch etwas Haaröl oder -creme in die Spitzen geben und das Haar gründlich bürsten. Dabei werden Öl und Haartalg verteilt und schützen das Haar vor der Sonne. Dafür eignen sich auch Olivenöl und Jojobaöl. Beide spenden Feuchtigkeit und verfügen über Lichtschutzfaktor 1,5. Abends kann man das Öl einfach ausspülen.

Haarpflege (© vasiliki - iStockphoto)
(© vasiliki - iStockphoto)

Das hilft:

  • Frisch gewaschenes Haar nicht rubbeln und nicht fest bürsten, denn es reißt leicht und dabei entsteht Spliss.
  • Lieber behutsam trockendrücken und mit einem grobzinkigen Kamm kämmen.
  • Feuchtes Haar nicht zu heiß fönen. Glätteisen sparsam einsetzen!
  • Die Haare täglich mit einer Kopfhautbürste (zum Beispiel mit Wildschweinborsten) gründlich auskämmen. Mit etwas Übung und je nach Haartyp kann das sogar einige Haarwäschen ersetzen.

Das hilft dem Haar

Haarpflegeprodukte und Hersteller

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