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Beauty & Pflege

Nicht nur frisiert, sondern glücklich

Liebevoller Umgang mit sich und  dem Kunden – das ist die Philosophie der Friseurin. (© Claudia Simchen)
Zeit und Muße: Fraukes Behandlung bei der Naturfriseurin Claudia Lanzke-Vietz umfasst die Beratung, das Kopfhautbürsten, ... (© Claudia Simchen)
... Haarwäsche und -schnitt ... (© Claudia Simchen)
sowie das Färben mit Naturhaarfarbe. (© Claudia Simchen)
(© Claudia Simchen)
Dazwischen bleibt Zeit, um sich über den duftenden Tee und das schöne Ambiente zu freuen. (© Claudia Simchen)
(© Claudia Simchen)
(© Claudia Simchen)
Die Naturhaarfarbe „Nordisches Blond“ lässt die Haare nach dem Auswaschen golden schimmern. (© Claudia Simchen)
Vor der Behandlung zieht Frauke  einen Stein – er ist dunkelgrün, und so ist auch der Umhang, den sie umgelegt bekommt. (© Claudia Simchen)
(© Claudia Simchen)
Am Ende ist sie nicht nur frisiert, sondern glücklich. (© Claudia Simchen)

Naturfriseure achten auf sich, ihre Kunden und die Umwelt. Wie sich diese Philosophie auf dem Kopf anfühlt, haben wir im Selbstversuch ausprobiert. // Jutta Koch

Wer zum ersten Mal einen Termin mit Naturfriseurin Claudia Lanzke-Vietz vereinbart, der ahnt, dass dieser Friseurbesuch sich von den üblichen unterscheiden wird: Sie fragt nach dem Haartyp, ob die Haare chemisch behandelt wurden und bittet darum, die eigene Bürste und das Shampoo mitzubringen. „Freuen Sie sich auf eine relaxte Auszeit“, sagt sie dann.

Tatsächlich freuen wir uns auf diese Auszeit gleich doppelt: Meine Kollegin Frauke Werner, die sich in Claudia
Lanzke-Vietz’ Hände begibt, und ich,
die sie begleitet, um darüber zu schreiben.

„Schön, dass Du da bist“ 

Hinter Claudia Lanzke-Vietzes Haus in Heinzenberg im Taunus beginnt freies Feld – passender könnte die Umgebung    für einen Naturfriseursalon kaum sein. „Schön, dass Du da bist“ steht in einem Herz aus Draht an der Wand geschrieben. Genauso fühlt es sich an. Claudia Lanzke-Vietz empfängt uns herzlich, und sofort fällt auf,  worum es der Friseurmeisterin bei ihrer Arbeit geht: Der Behandlungsstuhl steht mitten im Raum – und der Mensch im Mittelpunkt.

Bei einer gemeinsamen Tasse Tee prüft Claudia Lanzke-Vietz die mitgebrachte Bürste und das Kleingedruckte auf dem Naturkosmetik-Shampoo-Etikett. Ihre Einschätzung ist: Die Bürste hat Borsten aus Plastik. Sie rät zu einer Naturhaarbürste, um die Kopfhaut zu reinigen und den Haarbalgmuskel zu stimulieren. „Dieser Muskel ist dafür verantwortlich, wie das Haar fällt“, sagt die Naturfriseurin. Trainiert man ihn, könne man mehr Volumen ins Haar bringen. Im Shampoo – obgleich „für feines Haar“ bestimmt – ist laut Lanzke-Vietz zu viel Glycerin enthalten, das das Haar mit der Zeit beschwert. Ihr Tipp: Shampoo unbedingt verdünnen, hin und wieder das Produkt wechseln. Dann widmet sie sich dem Haarschnitt. Aber nicht mit der obligatorischen Frage: „Was soll denn gemacht werden?“, sondern mit der Frage danach, ob Frauke mit dem letzten Haarschnitt zufrieden gewesen sei und was sie auf ihrem Kopf gerne verändern möchte. Frauke schließt lediglich einen raspelkurzen Haarschnitt aus. „Ansonsten probiere ich gerne was Neues aus“, sagt sie. Besonders wichtig ist ihr, dass sie ihr Haar morgens nicht aufwendig stylen muss. Claudia Lanzke-Vietz geht um Frauke herum, lässt die Haare durch die Finger gleiten, wuschelt, prüft ihren Fall. Dann sagt sie, was man von Friseuren eher selten hört: Der Haarschnitt sei handwerklich gut gemacht, passend für ihren Typ und er entspreche dem natürlichen Fall der Haare. Von einer radikalen Veränderung rät sie ab. Stattdessen empfiehlt sie eine Naturfarbe, die das Haar durch die enthaltenen Gerb­stoffe griffiger mache und ihnen mehr Glanz und Lebendigkeit verleihe.

Färben ohne Ansatz-Falle

Fraukes Sorge, durch das Färben in der Ansatz-Falle zu landen, die ständiges Nachfärben erforderlich macht, entkräftet Claudia Lanzke-Vietz: „Die Naturfarbe dringt, anders als chemische Farben, nicht in das Haar ein, sondern legt sich drumherum und wäscht sich gleichmäßig aus.“ Als Farbton empfiehlt sie kühles „Nordisches Blond“. Und nicht nur Frauke ist gespannt, wie das aussehen wird – ich bin es auch. Im Hintergrund läuft leise Musik und Claudia Lanzke-Vietz bürstet zunächst Fraukes Kopfhaut. Schon beim Zuschauen bekomme ich eine Gänsehaut.

Danach beginnt Claudia Lanzke-­Vietz zu schneiden – und zu erzählen: „Friseurin war immer mein Traumberuf.“ Doch fast hätte sie ihn an den Nagel hängen müssen. Denn die chemischen Dämpfe, denen sie bei der Arbeit mit konventionellen Produkten täglich ausgesetzt war, machten sie krank. Ihren Salon mit fünf Angestellten gab sie auf, bevor sie sich als Naturfriseurin neu aufstellte. So ergehe es vielen Kollegen, berichtet sie. Damit der Nachwuchs frühzeitig lernt, dass es natürliche Alternativen gibt, engagiert sie sich in der Bewegung Bewusster Friseure (siehe Seite 6) dafür, dass Basiswissen über Naturfriseure in die Ausbildung einfließt. Nach dem Schnitt rührt Claudia Lanzke-Vietz die Farbe an. Im Regal stehen die Pulver, darunter „Curcuma“, „Rhabarberwurzel“ und „Zwiebelschale“. Der braune Mix für das kühle Blond riecht erdig. „Die Farbe könnte man bedenkenlos essen“, sagt Lanzke-Vietz. Kein Gift, nirgends. Sie trägt die Masse – ohne Handschuhe – auf Fraukes Kopf auf, deckt sie mit Efeublättern und einer Haube ab, um die Feuchtigkeit zu speichern, und programmiert die Wärmehaube auf zehn Minuten.

Nach dem Auswaschen und kurzem Fönen ist Frauke begeistert: Die Haare schimmern golden, die Frisur sitzt – ganz ohne Styling. Nach drei Stunden Auszeit bei Claudia Lanzke-Vietz sind wir uns einig: Wirklich schön, dass wir hier waren!

Tipps fürs Haar

• Nach dem Waschen das Haar kalt abspülen – so schließt sich die aufgequollene Haaroberfläche.

• Zum Kopfhautbürsten eine Bürste mit natürlichen Borsten vom Wildschwein benutzen (gibt‘s auch vegan mit Sisal-Borsten).

• Bürste gelegentlich mit heißem Wasser und Shampoo reinigen.

• Infos über Claudia Lanzke-Vietz: www.c-lavie.de

• Bewegung Bewusster Friseure: www.bbf-int.com und www.bbf-int.com/der-imagefilm/

Erschienen in Ausgabe 05/2019

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