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Beauty & Pflege

Rasur für jeden Typ

Rasur (© Willing-Hotz - plainpicture)
(© Willing-Hotz - plainpicture)

Ob glatte Haut oder gestylter Bart: Die Haare im Gesicht brauchen Zuwendung.  // Leo Frühschütz

Du kennst die Stoppeln, jede Vertiefung in der Haut, die kleine Narbe am Kinn. Jedesmal wenn du den Rasierer zückst, schaust du dich genau an; beobachtest, wie die Klinge die Konturen nachfährt, prüfst mit den Fingern, ob die Haut wieder glatt ist. Beim Rasieren kommt Mann sich nahe – auch mit Bart. Denn dieser muss ebenfalls getrimmt und gepflegt werden.

Trocken oder nass rasieren? Beides hat seine Vor- und Nachteile. Trocken rasiert es sich schneller. Das ist wichtig, wenn Mann jeden Tag ordentlich im Büro erscheinen muss und frühmorgens jede Minute zählt. Auch schätzt empfindliche Haut den sanften Rasierkopf mehr als die scharfe Klinge. Laut Datenanbieter Statista greifen 55 Prozent der Männer immer oder häufig zum Trockenrasierer. Am besten arbeitet der, wenn Haut und Haare ganz trocken sind. Ein alkoholhaltiges Pre-Shave, das rasch verdunstet, strafft die Haut und richtet die Barthaare zusätzlich auf. Sie werden vom Rasierapparat allerdings nur abgehobelt. Es bleibt mehr vom Haar stehen als bei einer Nassrasur. Bei starkem Bartwuchs zieht deshalb schnell wieder ein Bartschatten über das Gesicht.

Das Ritual im Badezimmer

Die Nassrasur ist ein sinnliches Ritual, ein meditativer Moment am Morgen. Erst einmal das Gesicht gründlich und warm waschen, bei Bedarf mit einem Reinigungsgel. Die Feuchtigkeit weicht die Bartstoppeln auf und auf der sauberen Haut gleitet die Klinge besser. Ein öliges Pre-Shave verstärkt die beiden Effekte noch. Es folgt das Schaumschlagen mit Seifenpulver, Raiserseife oder Creme, entweder in der hohlen Hand oder in einer Seifenschale. Fein, sahnig und stabil soll der Schaum sein. Bei Rasierschaum aus der Dose sträuben sich manchem Puristen die Barthaare.

Ob Dosenschaum, Seife oder Creme: Bei Naturkosmetik muss man sich jedenfalls keine Gedanken machen über ungesunde Inhaltsstoffe, wie sie in manch konventionellem Rasiermittel stecken. Etwa leberschädigende künstliche Duftstoffe, Konservierer mit hormoneller Wirkung oder PEG-Tenside, die die Haut durchlässiger für Schadstoffe machen.

Zum Schaumschlagen und Auftragen braucht man einen Pinsel. Die besten Rasierpinsel sind aus Dachshaar gefertigt, mit silbernen Spitzen und brauner Farbe in der Mitte. Dachshaare sind weich, können das Wasser gut halten und schlagen einen sehr cremigen Schaum. Für alle, die keine Tierhaarpinsel möchten, gibt es solche mit synthetischen Fasern, die ähnlich gute Eigenschaften besitzen. Preisgünstige Pinsel bestehen meist aus Schweineborsten. Den Schaum zwei, drei Minuten einwirken lassen: Das macht die Stoppeln noch weicher und lässt sie etwas aus den Hautporen austreten.

Haare schneiden – nicht die Haut

Bei der Klinge gibt es drei Varianten. Am  gängigsten sind Nassrasierer mit drei oder gar fünf Klingen, die so angeordnet sind, dass sie die Haut straffen, das Barthaar etwas herausziehen und es dann kappen. Die Gefahr, sich mit solchen Systemen zu schneiden ist gering, dafür muss man immer wieder Geld hinlegen, um die Klingenköpfe nachzukaufen.

Rustikaler und günstiger ist der Rasierhobel, in den eine Einzelklinge eingespannt wird. Auch damit lässt es sich sicher rasieren und die Geräte aus Stahl oder Edelholz machen optisch deutlich mehr her als ein Systemrasierer. Allerdings braucht man Übung, um den optimalen Winkel von 30 Grad zwischen Klinge und Haut einzuhalten. Denn die Klinge ist fest montiert und schwingt beim Gleiten über die Haut nicht mit, wie beim Systemrasierer. Das Rasieren mit dem Messer ist die hohe Kunst der Rasur – und die gefährlichste. Zwischen der extrem scharfen Klinge und der empfindlichen Haut gibt es keine Schutzvorrichtungen, sondern nur das Können dessen, der das Messer führt. Für alle Arten von Nassrasierern gilt: Rasiert wird im ersten Zug mit dem Strich, also entlang der Wuchsrichtung der Barthaare. Danach zieht man den Rasierer einmal gegen den Strich. Die besten Ergebnisse erzielt, wer die Gesichtshaut dabei mit der freien Hand spannt oder entsprechende Grimassen zieht.

Bart braucht Pflege

Auch ein Bart braucht eine Rasur, wenn er nicht wild wuchern soll. Die freien Gesichtsflächen müssen freigehalten und die Barthaare immer mal wieder zugeschnitten werden. Mit einem elektrischen Barttrimmer, das ist ein Trockenrasierer mit Abstandshalter, lassen sich die Stoppeln einfach auf Drei-Tage-Bart-Länge halten und auch die Konturen genau bearbeiten. Wer sich lieber nass rasiert, greift in solchen Fällen gerne zu einem Rasieröl oder einem transparenten Rasiergel. Bei dickem Schaum lässt sich nicht so leicht erkennen, wo die Bartgrenze genau verläuft.

Nach dem Rasieren will der Bart gepflegt werden: Ein Bartshampoo hält ihn sauber; das Bürs-ten verteilt Fett und Talg der Haut gleichmäßig im Bart; widerspenstige Haare lassen sich mit Bartöl oder Balm zähmen. Sie verleihen dem Bart zudem einen dezenten Glanz und lassen ihn gut duften. Pflege braucht auch die nach der Rasur gereizte Haut. Was danach das Beste für sie ist, kommt auf den Hauttyp an: Bei junger, leicht fettiger Haut genügt es, sie ein wenig zu beruhigen. Da ist ein After Shave die erste Wahl.

Auf ältere oder trockene Haut trägt man nach dem Rasieren besser ein Naturkosmetik-Balm auf. Meist versorgen darin Aloe vera und Glyzerin die Haut mit Feuchtigkeit, Jojoba- oder Olivenöl pflegen sie. In After Shaves und Balms beruhigen Heilkräuter wie Hamamelis, Ringelblume oder Süßholz die irritierte Haut.

Ebenso wichtig ist der Duft für die kommenden Stunden: Verführerisch-warme Noten aus Sandelholz, grasig-frisches Zitrusaroma oder herb-würzige Kompositionen mit Salbei. Kurz die Wange getätschelt und ein letzter Blick in den Spiegel. Mann, siehst du gut aus!

Rasur (© 279photo – iStockphoto)
(© 279photo – iStockphoto)

Ron Klamann: Ron Klamann führt den Salon Einundzwanzig, Friseur & Barber in Wunstorf

Ron Klamann
Ron Klamann führt den Salon
Einundzwanzig, Friseur & Barber
in Wunstorf

Hat sich die Bartmode verändert?

Ron Klamann: Ich habe schon als Geselle mit dem Rasieren angefangen. Damals, vor sieben, acht Jahren, waren Nassrasuren gefragt, bei denen ein Strich- oder Kinnbart stehen blieb. In den letzten fünf Jahren hier mit eigenem Salon hat es sich klar in Richtung Vollbart entwickelt: ausrasieren, Konturen sauber machen und den Bart in Form bringen.

2 Was raten Sie Männern, die sich einen Bart wachsen lassen wollen?

Ron Klamann: Einfach ausprobieren. Jeder muss sich selbst wohlfühlen, das ist das Wichtigste. Nach dem üblichen Dreitagebart zeigt sich, wie das Barthaar wächst und was daraus werden könnte. Keine Sorge, wenn sich Löcher im Bartwuchs zeigen, der Bart kann noch dichter werden, da rate ich zu etwas Geduld.

Wie gehen Sie mit Pickeln und eingewachsenen Haaren um?

Ron Klamann: Bei Neukunden fragen wir immer, wie empfindlich die Haut ist, oft sieht man es ja auch. Wenn der Kunde die Konturen seines Vollbarts nass ausrasiert haben möchte, die Haut es aber zum Beispiel aufgrund von Akne nicht zulässt, dann nehme ich eher den Elektrorasierer, weil der gut über Pickel und Unebenheiten gleitet. Bei eingewachsenen Barthaaren nehme ich zum warmen Handtuch ein Pre- Shave-Öl.

Bart kommt an

Mehr als die Hälfte der deutschen Männer trägt zumindest manchmal Bart, haben die Datensammler von Statista ermittelt. Am beliebtesten ist – bei den Männern – der Drei-Tage-Bart vor Vollbart und Schnauzer. Auch Frauen mögen Männer mit Stoppelbart – für kurzfristige Abenteuer. Soll’s was fürs Leben sein, ziehen sie den Vollbart vor – haben australische Wissenschaftler ermittelt.

Für eine tadellose Rasur

Hersteller Rasur

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