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Beauty & Pflege

Schön geschlafen?

© Foto: jupiterimages

Mit dem perkeften Doppel gewinnt Ihre Haut nachts immer: die richtige Pflege und Schlaf. Letzteres gilt für alle Hauttypen. Bei der Pflege kommt es außerdem auf Ihre Vorlieben an. Es geht sogar ganz ohne Fett. // Von Astrid Blaueisen

Kein Wunder, dass Dornröschen einen echten Prinzen abbekommen hat. Wenn an dem Spruch „Schön im Schlaf“ etwas dran ist, muss das Ergebnis nach 100 Jahren Nachtruhe sehr beachtlich gewesen sein. Normale, weniger märchenhafte Menschen müssen in der Regel jedoch einiges für eine schöne Haut tun. Aber tatsächlich spielt der Schlaf dabei eine wesentliche Rolle.

Energie für die Zellteilung

Nachts stehen die Zeichen der Haut auf Reparatur. Dabei wird sie vom gesamten Organismus unterstützt, denn der braucht zur Schlafenszeit weniger Energie. So bleibt mehr übrig, um der Zellteilung kräftig einzuheizen. Während wir uns unseren Träumen hingeben, teilen sich unsere Hautzellen bis zu achtmal schneller als tagsüber. Ein weiterer Vorteil: Nachts wird die Haut nicht von äußeren Einflüssen wie UV-Strahlung oder Umweltreizung abgelenkt. Besonders aktiv ist der Stoffwechsel der Haut am Abend: Die Durchblutung ist auf dem Höhepunkt, dadurch sind die Zellen optimal versorgt.

Zeit der Hilfsmittel

Also eine ideale Zeit, um ein paar Wartungsarbeiten an unserem Gesicht vorzunehmen. Kosmetikfirmen bieten uns dabei ihre Unterstützung an – und das ist gut so. Denn die äußeren Einflüsse auf die Haut sind inzwischen so stark, dass sie sich davon nur schwer selbst erholen kann. Kosmetische „Mechaniker“ in Form von Cremes oder Kuren müssen her, um die Haut dabei zu unterstützen.

Naturkosmetische Produkte haben eins gemeinsam: Sie wollen dazu beitragen, dass der Fett- und Feuchtigkeitshaushalt wieder in Balance kommt und die Fähigkeit der Regeneration angeregt wird. Ihre „Werkzeugkiste“ dafür ist groß: Darin sind Klassiker wie Sheabutter, Jojoba- oder Nachtkerzenöl, aber auch exotische Inhaltsstoffe wie Extrakte der australischen Kakadupflaume oder sogar Gold.

„Für alle Hauttypen ist abends die Zufuhr von Feuchtigkeit wichtig“, sagt Liane Jochum, Leiterin der Naturkosmetik-Fachschule Academia Balance in Bad Endbach. Für trockene und empfindliche Haut sei eine Nachtpflege in Form einer Wasser-in-Öl-Emulsion ideal. „Das Verhältnis von Öl und Wasser entspricht der Zusammensetzung des Hydrolipidmantels“, erklärt Liane Jochum.

Ihr Tipp: Anstatt Nachtcreme hin und wieder pure Öle mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren (beispielsweise Nachtkerzen-, Sanddorn- oder Avocadoöl) im Gesicht verteilen. Viele Nachtcremes sind reichhaltiger als Tagescreme. Doch tut das auch fettiger Haut gut? „Sie besitzt in der Regel selbst einen ausgeglichenen Lipidmantel und verträgt daher eine leichte Pflege auf Öl-in-Wasser-Basis besser“, rät die Expertin.

Es geht auch ganz ohne Fett

Zwei Naturkosmetikhersteller setzen auf eine besondere Philosophie: Dr.Hauschka und Martina Gebhardt raten, abends ganz auf fetthaltige Pflege zu verzichten. „Nachts scheidet die Haut wasserlösliche Schlacken über die Haut aus, und dabei sollte der Weg nicht versperrt sein“, erklärt Birgit Engelhardt, Kosmetikerin bei Martina Gebhardt. Allerdings müsse man die Haut daran gewöhnen. „Es kann zunächst etwas spannen, das sollte aber bald nachlassen“, so die Kosmetikerin. Doris Mülherr, Leiterin der Fachberatung Kosmetik bei der Firma Wala (Dr.Hauschka), ist der gleichen Meinung: „Die Haut neigt zu Faulheit und reduziert die Talgdrüsenfunktion, wenn wir ständig Fett auftragen.“ Die Gefahr liege darin, dass durch permanentes Cremen die Haut verlerne, sich selbst zu versorgen und dadurch trocken werden könne. „Gerade nachts, während der Hauptregenerationsphase, muss die Haut frei atmen können.“

Ob fettfrei oder nicht ist Geschmacks-, oder besser gesagt, Gefühlsfrage. Doch nur mit ausreichend Schlaf wird die richtige Pflege zum perfekten Doppel.

Ein Muss: Abschminken

Ohne wenn und aber

Es gibt keine Ausreden. Weder „Es ist schon so spät“ noch „Ich bin so unglaublich müde“ zählen, wenn es um die abendliche Gesichtsreinigung geht. Alles muss runter – selbst wenn auf der Haut keine Schminke und Make-up sind. Auch Schmutz und Staub stören beim nächtlichen Erneuerungsprozess. Die Poren müssen frei sein, nur durch Sauerstoffzufuhr funktioniert die Zellteilung einwandfrei.

Noch wichtiger ist die Reinigung natürlich, wenn tagsüber Hilfsmittel wie Puder oder Wimperntusche zum Einsatz kamen. Gerade die Augen sollten abends abgeschminkt werden, da Reste von Kajal und Co. die Augen im Schlaf reizen können. Außerdem brechen Wimpern schnell ab, wenn nachts noch Tusche darauf klebt.

Im Naturkosmetik-Sortiment gibt es kleine Helfer, die das Abschminken erleichtern. Besonders praktisch zum Entfernen von Augen-Make-up sind beispielsweise Pads aus Baumwolle, die in Reinigungslotion getränkt sind. Wenn es ganz schnell gehen soll, sind Vliestücher aus Biobaumwolle ideal. Der Clou: Die alkoholfreie Reinigungsemulsion ist schon inklusive.

Generell ist jede Reinigungsmilch zum Abschminken geeignet. Einen Hauch von Luxus bekommt das abendliche Ritual mit Läppchen aus Musselin, einer feinen Stoffart. Man kann sie schnell selbst zurechtschneiden und wie einen Waschlappen benutzen.

Tipp: In herkömmlicher Watte können Reste von Pestiziden stecken, die beim Anbau von Baumwolle eingesetzt werden. Lieber Biowatte nehmen, dann kommt nur Reines an die Haut.

1. Feuchtigkeitscreme Neroli Cassis von Primavera 2. Regulierende Nachtcreme Basic von Biokosma 3. Bio-Revital Nachtcreme Amalur von Tautropfen 4. Nachtbalsam Woman von Speick 5. Repair Nachtcreme Relax Absolute Night von Lavere 6. Aloe-Vera Rich ohne Duft von Santaverde 7. Nachtcreme Iris von Weleda 8. Nachtbalsam E+T BI-Vitamin von Arya Laya

1. Reinigungsmilch 2 in 1 Basis sensitiv von Lavera 2. Feuchte Reinigungstücher 3 in 1 (Biobaumwolle) von Sante 3. Wattepads (Biobaumwolle, fair gehandelt) von Bocoton 4. Reinigungsmilch von Dr.Hauschka 5. Soft Pads zum Abschminken der Augen von Logona

Kleine Einschlafhilfe

 

Pflege hin oder her – nicht allein das kosmetische Nachtprogramm entscheidet darüber, ob unsere Haut auch auf Dauer frisch aussieht. Das A und O ist der Schlaf selbst. Partys bis tief in die Nacht oder der Lesemarathon im Bett behindern den Regenerationsprozess. Das hauptsächlich nachts produzierte Wachstumshormon HGH aktiviert die Zellerneuerung, allerdings wird dessen Ausschüttung durch nächtliche Aktivitäten stark gedrosselt.

Wer aber Probleme mit der Nacht­ruhe hat, dem könnte damit geholfen sein: ein Zubettgeh-Ritual. Schaffen Sie sich ein Zeitfenster zwischen Tag und Nacht, in dem Sie sich gedanklich vom Tag verabschieden. Es ist egal, ob das eine Viertel- oder eine ganze Stunde ist. Wichtig ist, dass Sie in dieser „Zwischen“-Zeit abschalten.

Natürlich muss jeder ein passendes Ritual finden. Doch für alles gilt: Machen Sie es zum Pflichtprogramm – egal, ob noch der Spätkrimi im Fernsehen lief oder Sie auf dem Geburtstag einer Freundin waren.

Sie brauchen Anregungen? Bitte sehr:

  • Die Tasse Tee: Genießen Sie jeden Abend eine Tasse Tee, beispielsweise mit Hopfen und Melisse. Tun Sie bewußt einfach nichts in dieser Zeit, sondern nur aus dem Fenster schauen, auf dem Sofa sitzen, ...
  • Im Badezimmer: Sehen Sie die abend­liche Gesichtspflege nicht als lästige Pflicht, sondern als Entspannungs­übung. Ganz wichtig: Hören Sie Musik dabei.
  • Einfach Luft holen: Legen Sie sich auf den Rücken (nicht ins Bett), Augen schließen. Jetzt einfach durch die Nase tief Luft holen bis ins Zwerchfell, kurz innehalten. Danach ausatmen und eine etwas längere Pause einhalten. Und wiederholen. Der Puls verlang­samt sich, der Blutdruck sinkt und Ihr Kopf schaltet ab.
Erschienen in Ausgabe 05/2008