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Beauty & Pflege

Schön im Schlaf

Schön im Schlaf (© Extreme Photographer - istockphoto)
(© Extreme Photographer - istockphoto)

Wie Sie die Haut bettfein machen und was Ihnen hilft, am Abend zu entspannen. // Steffi Schmitz

Jede Nacht passiert ein kleines Wunder mit Ihrer Haut. Es heißt „Dark Repair“. In der Dunkelheit werden bestimmte Enzyme aktiv, die beschädigte Hautzellen reparieren. Zudem bindet das Schlafhormon Melatonin zellschädigende freie Radikale und Wachstumshormone treiben die Zellteilung voran. Unser größtes Organ ist nachts also komplett auf Regeneration programmiert. Außerdem ist die Haut abends, nach der Reinigung, besonders aufnahmefähig für Wirkstoffe. Während Tagespflege als leichte Make-up-Grundlage dient, darf es bei der Nachtpflege gern ein bisschen mehr sein: Ein Mehr an natürlichen Feuchthaltefaktoren, an hochwertigen Ölen und an Anti-Aging-Wirkstoffen wie Antioxidantien.

Eine Tagescreme soll zudem vor Umwelteinflüssen schützen, solche mit UV-Filtern auch vor Sonnenlicht. In einer Nachtcreme sind Filterstoffe, noch dazu chemische, allerdings fragwürdig. Dennoch fand Ökotest sie im November 2018 in einigen konventionellen Produkten, ebenso wie den umstrittenen Duftstoff Lilial und hormonell wirksame Konservierer. Solche Stoffe sind für Naturkosmetik tabu. Neben klassischer Nachtcreme bietet sie auch Spezialprodukte wie Overnight-Masken oder Ölkapseln an, die einwirken können, ohne dass ihr Glanz stört. Daneben gibt es aber auch das Konzept einer fettfreien Nachtpflege. Wir zeigen Ihnen, welche Möglichkeiten die Naturkosmetik bietet und wie eine wohltuende Beauty-Routine am Abend aussehen kann.

Auch wenn wir manchmal viel zu müde dafür sind: Auf den allabendlichen Schönheits-Dreikampf „Abschminken – Reinigen – Tonisieren“ sollte man nicht verzichten. Zunächst wird das Make-up entfernt, mit einem Reinigungstuch oder ein paar Tropfen Reinigungsmilch auf einem angefeuchteten Wattepad. Für Wimperntusche und Lidschatten empfiehlt sich ein sanfter Augen-Make-up-Entferner. Anschließend Waschgel oder Reinigungsmilch zart in die Gesichtshaut einmassieren und mit lauwarmem Wasser abnehmen. Das geht gut mit einem weichen Kosmetikschwamm, der abgestorbene Hautschüppchen löst.

Was spricht für fettfreie Nachtpflege?

Ein richtiges Peeling sollte man höchstens einmal die Woche machen. Anschließend wird tonisiert, also durchfeuchtet und gestärkt. Das funktioniert mit einem erfrischenden Blütenwasser oder einem speziellen Tonikum, das bereits erste Anti-Aging-Wirkstoffe einschleust. Noch ein wichtiger Tipp: Wer zu trockener und sensibler Haut neigt, sollte Reinigungsprodukt und Toner ohne austrocknenden Alkohol wählen.

Gemäß der anthroposophischen Schönheitslehre folgen jetzt nur noch ein fettfreies Serum oder eine wässrige Hautkur mit Heilpflanzen-Auszügen – und dann ab ins Bett. Eine solche Nachtpflege sei ein Impulsgeber für die nächtlichen Stoffwechselprozesse und lasse die Haut ausreichend atmen, begründet Dr. Hauschka dieses Pflegekonzept. Gerade wenn sich bei fettiger Haut oder Mischhaut die Talgproduktion über Nacht wieder normalisieren soll, kann mehr Feuchtigkeit und wenig bis kein Fett wie in Fluids durchaus Sinn machen.

Wie Cremes und Öle wirken

Wer lieber ins Cremetöpfchen greift und unter 40 ist, kann es mit einer sogenannten Sleeping-Cream ausprobieren. Die gibt es vereinzelt auch in der Naturkosmetik. Sie ist meist etwas reichhaltiger, liefert aber auch viel Feuchtigkeit und soll müde Haut vor allem erfrischen und strahlen lassen. Reifere und anspruchsvolle Haut braucht da noch ein bisschen mehr. Und so stecken in der klassischen Nachtcreme in der Regel Anti-Aging-Wirkstoffe, die die Zellen schützen und gleichzeitig die Kollagenbildung ankurbeln sollen. Sie kommen mit Granatapfel, Sanddorn oder Immortelle in den Tiegel, auch das Coenzym Q10, Hyaluronsäure, Vitamin E oder Vitamin A (Retinol) liefern sie. Eine solche Rezeptur eignet sich aber nicht unbedingt für sensible Haut, denn sie kann auf reichhaltige Pflege mit Entzündungen und Pickelchen reagieren.

Wie wäre es mit Natur pur? Reines Avocadoöl, auf die feuchte Haut aufgetragen, ist ein wirksamer Begleiter für die Nacht. Mit seinen hautähnlichen Fetten dringt es tief in die Haut ein und nährt sie. Zugleich hilft es gegen Pickel und Unreinheiten. Auch praktisch dosierbare Pflegekapseln mit Samenölen sind eine gute Wahl bei trockener und reifer Haut. Wenn Sie einmal „ganz dick auftragen“ wollen, können Sie statt einer Creme eine Gesichtsmaske über Nacht einwirken lassen. Die können Sie auch prima selbst mischen (siehe Extratipp S. 13). Bei der Abendroutine die Augenpartie nicht vergessen. Je nach Hauttyp profitiert die zarte Haut ums Auge von Gel, Creme oder Balm. Entsprechende Produkttipps finden Sie in der Septemberausgabe von cosmia.

Sogar für die Wimpern gibt es ein spezielles Serum. Über Nacht aufgetragen soll es die feinen Härchen stärken und verlängern. Der Abend ist auch ein guter Zeitpunkt, um die Augenbrauen in Form zu zupfen. Man ist um diese Zeit unempfindlicher und bis zum nächsten Morgen haben sich Rötungen gelegt. Besonders gut geht das übrigens nach dem Duschen oder Baden, weil die Haut dann weicher ist.

Das lädt den Schlaf ein

Überhaupt ist Baden eine gute Idee für den Abend, denn es lässt Körper und Seele zur Ruhe kommen. Am besten mit dem Duft von Lavendel, der so wunderbar ausgleichend und beruhigend auf gestresste Nerven wirkt. Er entfaltet seine Wirkung in schlaffördernden Kissen- oder Raumsprays, aber auch im Schlafbalsam oder im Roll-on direkt auf der Haut. Seine Begleiter sind Zitrusdüfte wie Orange und Neroli, die Angst und Kummer vertreiben, oder Vanille, die uns an die Kindheit erinnert und Geborgenheit schenkt.

Der wichtigste Beauty-Helfer in der Nacht ist aber immer noch ein ausreichender und erholsamer Schlaf. Am besten legen Sie sich auf den Rücken und auf glatte Stoffe wie Satin – Sie werden deutlich entknitterter aufwachen!

Zum Selbermachen:

Schön im Schlaf - Selber machen (© IrenaV ‑ istockphoto)
(© IrenaV ‑ istockphoto)

Bio-Avocadoöl als Basis, dazu ein paar Tropfen Lavende­löl und Aloe-vera-Gel – das ergibt eine Feuchtigkeit spendende Overnight-Maske. Bei unreiner Haut empfiehlt sich eine Mischung aus Heilerde und Lavendelwasser plus Sanddornfruchtfleisch- und Kameliensamenöl. Genaue Anleitungen und weitere DIY-Ideen gibt´s auf www.farfalla.ch (Rezepte) sowie www.primaveralife.com (Wissen).

3 Fragen zur Nachtpflege an: Dr. David Hauck

Dr. David Hauck

Der pharmazeutische Chemiker erforscht und entwickelt seit vielen Jahren Wirkstoffe für die Naturkosmetik.

1 Welche Inhaltsstoffe sollte eine gute Naturkosmetik-Nachtcreme enthalten?

Zunächst einmal hochwirksame Antioxidantien für die Reparatur von Zellschädigungen, zum Beispiel Astaxanthin aus der Grünalge. Für Feuchtigkeit sorgen am besten Aminosäuren und Peptide, da auch die Hälfte der natürlichen Feuchthaltefaktoren (NMF) in der Haut aus diesen Eiweiß-Bausteinen bestehen. Strapazierte Haut braucht zudem noch hautverwandte Öle mit ungesättigten Fettsäuren wie Linolsäure oder Squalan.

2 Die Haut unterstützen und zur Selbsthilfe anregen - kann Die Naturkosmetik das besser als konventionelle Kosmetik?

Naturkosmetik-Produkte haben die bessere Basis, denn in den Pflanzenölen sind per se schon ganz viele Haut­aktivstoffe enthalten. Sie sind vitales Material und erzielen zusammen mit weiteren natürlichen Wirkstoffen einen positiven Effekt auf die Haut. Der Körper kennt sie und kann sie verstoffwechseln. Das Mineralöl in konventionellen Cremes hingegen liegt einfach nur auf der Haut.

3 Welche Rolle spielen Der Hauttyp oder Hautzustand bei der Wahl des Produktes?

Dazu gibt es keine Studie und keine universelle Antwort. Wenn man ein leichtes, fettfreies Produkt benutzt und die Haut am nächsten Morgen spannt, ist es eben nicht das richtige. Dann braucht man intensivere Pflege. Mein Tipp: Vertrauen Sie Ihrem Gefühl und Ihrem Körper. Nehmen Sie das, was Ihre Haut will!

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