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Beauty & Pflege

Schöne Haare? Aber natürlich!

© gettyimages, Lost Horizon Images
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Kräftige, gesunde und glänzende Haare wünschen wir uns alle – und sie müssen kein Traum bleiben: Hier kommen tolle Expertentipps gegen häufige Haarprobleme. // Astrid Wahrenberg

1 Wie kommt mehr Glanz in trockenes Haar? 

Talg ist der ultimative Haarschutz. Das Hautfett hält die Haare geschmeidig, liefert Feuchtigkeit und schützt bis in die Spitzen. Produziert die Kopfhaut zu wenig davon oder ist das Haar durch chemisches Färben beschädigt, sind die Haare zu trocken. Im Sommer werden die Haare oft durch Sonneneinstrahlung, Chlor- oder Meerwasser noch zusätzlich strapaziert. Sie sehen struppig und glanzlos aus.

Tägliches fünfminütiges Bürsten von Kopfhaut und Haaren vor dem Haarewaschen mit einer Naturhaarbürste regt die Kopfhautfunktionen an. Die Naturborsten verteilen den Talg bis in die Spitzen, die raue Schuppenschicht wird geglättet, das Haar bekommt mehr Glanz.

Durchhalten lohnt sich: Das Ergebnis zeigt sich oft erst nach einigen Wochen. Mit gelegentlichen Ölkuren können Sie die Rückfettung außerdem unterstützen. Mit milden Shampoos, Repair-Spülungen und Kuren, die die Kämmbarkeit verbessern, kehren Glanz und Elastizität zurück. Kokosöl, in die Spitzen geknetet, verhindert, dass die Haare brechen. Sind die Haare richtig kaputt, etwa durch Spliss, hilft nur noch die Schere.

Produkte für glatte Beine kräftigt und belebt: Neem Ölkur von Dr.Hauschka;
schützt und nährt: Hafer Aufbaukur von Weleda

2 Wie bekommt dünnes Haar mehr Volumen?

A & O bei dünnem Haar ist ein guter Schnitt, der die Struktur auflockert und das Haar leicht wirken lässt – egal in welcher Länge. Bei längerem Haar lässt sich durch lockeres Eindrehen und Aufstecken einzelner Strähnen mit großen Haarklammern oder -bändern mehr Volumen vortäuschen. Festiger, Schaum oder Haarspray geben der Frisur zusätzlichen Halt.

Tipp: Probieren Sie eine Packung mit Henna farbneutral oder eine Pflanzenhaarfarbe aus. Die Pflanzenstoffe legen sich wie ein Stützkorsett um jedes Haar und machen es spürbar fester. Ein Volumentrick ist auch die Haarwäsche mit Tonmineralien (3 Esslöffel auf 1 Liter Wasser). „Die Erdpartikel lagern sich mikrofein am Haarschaft an, was den Effekt erzielt, dass sich die Haare wie mit einem Festiger aufstellen“, sagt der Naturfriseur Michael Rogall aus Köln.

Produkte für glatte Beine

gibt Volumen und halt: Haarspray Bambus & Orange von Schoenenberger;
wirkt wie ein festiger: Weiße Lavaerde von Logona

3 Wie werde ich lästige Schuppen los?

Haarexperte Michael Rogall stellt oft fest, dass vermeintliche Kopfschuppen Ablagerungen von silikonhaltigen Shampoos sind. Er empfiehlt dann unter anderem intensives Haarebürsten als Peeling und Spülungen mit Brennnesselsud (1 Ess­­löffel getrocknete Blätter mit einem Viertelliter kochendem Wasser überbrühen, 20 Minuten ziehen lassen, abseihen und abkühlen lassen). Auch eine basische Ernährung kann sinnvoll sein. Echte Schuppen entstehen, wenn die Kopfhaut sehr trocken oder fettig ist.

Auf fettiger Kopfhaut vermehrt sich oftmals ein Hefepilz, die Haut schuppt sich noch mehr. Konventionelle Anti-Schuppen-Shampoos arbeiten häufig mit hautreizenden Chemikalien gegen den Pilz. Nach dem Absetzen geht dann oft alles wieder von vorne los. Naturkosmetische Shampoos oder Haarwasser enthalten zum Beispiel leicht desinfizierend wirkende Pflanzenauszüge von Neem, Rosmarin oder auch Brennnessel

sowie Molke oder Milchsäure, die den Säureschutzmantel unterstützen. Bei hartnäckigen Problemen besser zum Hautarzt gehen.

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wirkt wie ein festiger: Weiße Lavaerde von Logona


An die Basis denken!

Cremes, Kuren, Ampullen – im Bad steht oft ein ganzes Arsenal an Haarpflegeprodukten. An die Kopfhaut denkt kaum jemand. Dabei ist sie die Grundvoraussetzung für schöne Haare. „Viele Haarprobleme haben hier ihre Ursache“, sagt Naturfriseur Michael Rogall. Das können Sie – neben einer ausgewogenen Ernährung mit viel Obst und Gemüse – für eine gesunde Kopf­haut tun:

Tägliches Bürsten, am besten zwei bis drei Minuten lang. Bürsten Sie die Kopfhaut vom Nacken, über die Seiten bis hin zur Stirn und wieder zurück. Benutzen Sie eine Bürste mit Wildschweinborsten. Die intensive Massage fördert die Durchblutung, regt das Haarwachstum an und wirkt auf der Kopfhaut wie ein Peeling. Trockene Kopfhaut wird zum Nachfetten angeregt, bei fettiger Kopfhaut wird das Zuviel an Fett abgetragen.

Gut für die Kopfhaut sind auch ausgiebige Massagen mit den Fingerkuppen am ganzen Kopf, entweder beim Shampoonieren oder einfach zwischendurch.

© Stockfood4 Was hilft bei fettigem und strähnigem Haar?

Gründe für fettiges Haar gibt es viele: hormonelle Schwankungen, Stress, zu häufiges Föhnen oder chemische Prozeduren wie Haarefärben. Die Talgdrüsenproduktion läuft auf Hochtouren, die Haare wirken manchmal kurz nach der Wäsche wieder strähnig und ungepflegt. Bei überschießender Fettproduktion ist die Kopfhaut meist empfindlich. Verzichten Sie daher auf ein Shampoo mit scharfen waschaktiven Substanzen. Naturkosmetische Shampoos mit milden Zuckertensiden und Kräuterzusätzen reinigen sanft und stressen die Kopfhaut nicht.

Pflegespülungen braucht fettiges Haar nicht. Besser: Brennnessel-, Pfefferminzsud oder ein Haarwasser mit speziellen Kräutern in die Kopfhaut einmassieren. Extra-Tipp: Massieren Sie einmal wöchentlich eine Tonerdepackung in die Kopfhaut ein und und lassen Sie sie zwanzig Minuten einwirken (5 EL Heilerde mit etwa 10 EL Wasser verrühren). Sie befreit die Kopfhaut von überschüssigem Fett und anderen Rückständen.

Produkte für glatte Beine

gegen schnelles nachfetten: Clear Melisse Meeresalgen Shampoo von Farfalla;
Reguliert die Talgproduktion: Vital-Shampoo Brennnessel-Granatapfel von Eubiona

 

5 Keine Lust auf Grau?

Grau zu werden ist heute nicht mehr schlimm – im Gegenteil: Es gibt seit einigen Jahren sogar einen Trend zu grauen Haaren, wie zahlreiche Promis vormachen. Wer trotzdem Lust auf Farbe hat, greift besser zu Pflanzenfarben. Im Unterschied zu chemischen Haarfärbemitteln greifen sie nicht in die Haarstruktur ein, sondern umhüllen jedes Haar mit einem dünnen, pflegenden Film.

Allerdings kann es bei ergrautem Haar nötig sein, die Färbeprozedur zu wiederholen. Graues Haar nimmt nämlich Pflanzenfarbe transparenter an. Bei einzelnen grauen Haaren sieht es aus, als wäre das Haar gesträhnt. Jedoch hängt das Ergebnis stark von der Beschaffenheit des Haares ab, daher unbedingt vorher eine Probesträhne färben.

Wer auf Nummer sicher gehen will, geht am bes­ten zum Naturfriseur. Er ist Experte für Pflanzenhaarfarben und hat viel Erfahrung mit Farbauswahl und Einwirkzeit.

Produkte für glatte Beine

Gebrauchsfertige Creme: Color Cream von Sante;
Pulver mit pflanzenkraft:  Pflanzenhaarfarbe von Khadi


Buchtipps

  • Michael Rogall: Die HaarSprechStunde. Quell-Verlag. 200 Seiten. 22,90 Euro.
  • Susanne Kehrbusch: Alles klar mit Haut und Haar. emu-Verlag. 192 Seiten. 12,80 Euro.

Inhaltsstoff

Umstrittenes Silikon

In vielen konventionellen Shampoos und Haarspülungen stecken Silikone, in Naturkosmetik sind sie tabu. Die chemisch-synthetisch gewonnene Substanz soll die Schuppenschicht der Haare glätten.

Silikone stehen in der Kritik, weil sie sich mit der Zeit auf den Haaren anlagern. „In der Folge trocknet das Haar langsam aber stetig von innen her aus, weil es keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen kann“, sagt Naturfriseur Michael Rogall. Dadurch verliere es an Spannung und werde vom Ansatz her schlaff. Seiner Beobachtung nach setzt sich auch die Kopfhaut mit dieser Kunstschicht zu und wirkt dann oft fettiger. Viele würden daher jeden Tag die Haare waschen, was jedes Mal eine neue Schicht über Haare und Kopfhaut klebt.