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Beauty & Pflege

Sensible Sommerhaut

Frau: © gettyimages, Rafal Strzechowski, strand gettyimages, Sindre Ellingsen
Frau: © gettyimages, Rafal Strzechowski, strand gettyimages, Sindre Ellingsen

Mimose, Zicke oder anspruchsvolle Diva – empfindliche Haut ist von allem ein bisschen. Kein Wunder, schließlich bildet die Haut die Grenze zwischen Mensch und Welt. Und das geht nicht immer ohne Spannungen ab. // Sabine Kumm

Bloß nicht reizen ...

Plantschen im gechlorten Pool ist nicht ihr Ding, Beachvolleyball in praller Sonne geht gar nicht. Empfindliche Haut verabscheut Klimaanlagen ebenso leidenschaftlich wie heftige Wetterwechsel, trockene Luft oder falsche Pflege. Sie zickt und zwickt, juckt und brennt, reagiert mit Schwellungen, Rötungen, Kribbeln oder Spannungsgefühlen.

Die Folge: Im Sommer findet man sie bevorzugt im Schatten dicht belaubter Bäume, in wohltemperierten Innenräumen, versteckt unter Sonnenschirmen oder breitkrempigen Strohhüten. Denn am wohlsten fühlt sich die zart Besaitete in reizarmer Umgebung. Dort wartet sie auf bessere Zeiten und pflegt das Image der Geheimnisvollen, die selbst nicht so recht weiß, wer sie eigentlich ist.

Vielfältige Symptome

Tatsächlich entzieht sich der Begriff sensible Haut einer genauen Definition – und das, obwohl mehr als die Hälfte der deutschen Frauen und auch immer mehr Männer nach eigenen Angaben darunter leiden. Zu vielfältig sind die Symptome, die von leichten Reizungen bis zu Allergien und Neurodermitis reichen können. Das Problem: Was der Einzelne unter empfindlicher Haut versteht, beruht auf subjektiven Eindrücken, die sich oft nicht wissenschaftlich untermauern lassen. Hinzu kommt, dass sensible Haut auch unter Spannungsgefühlen leiden kann, die von keiner sicht- oder messbaren Reaktion begleitet werden. Wird die Mimose da zur eingebildeten Kranken? Wohl kaum. Eher zur unverstandenen Romantikerin, die konsequent auf das eigene Gefühl hört. Und die sehnt sich einfach nur nach Verständnis und Schutz.

Bis hierher und nicht weiter!

Keine einfache Aufgabe, wenn man bedenkt, dass die Haut als Barriere im Spannungsfeld zwischen Innen- und Außenwelt dient. Nach innen schützt sie uns, nach außen ist sie Visitenkarte und „Plakatwand“ der Seele. Wenn wir vor Verlegenheit rot werden, vor Aufregung schwitzen oder beim Horrorfilm eine Gänsehaut bekommen, ist das für unsere Umgebung nicht zu übersehen. Gerade die sensible ist von Natur aus eine ehrliche Haut – sie kann gar nicht anders als authentisch zu reagieren, errötet besonders leicht, und jede Gereiztheit ist der Dünnhäutigen mühelos anzusehen. In dieser Schwäche liegt jedoch auch ihre Stärke: Bis hierher und nicht weiter! Diese Botschaft sendet sensible Haut auch ohne Worte aus, und sie steht dazu: Durch ihre Reaktionen macht sie klare Ansagen darüber, wo ihre Grenzen und Ansprüche liegen. Es liegt nahe, dass die größte Herausforderung der kosmetischen Behandlung in der „Grenzpflege“ besteht – nämlich darin, die geschädigte Hautbarriere wieder aufzubauen. Diese Barriere besteht zum einen aus übereinander geschichteten Hornzellen, die durch Hautfette miteinander verbunden sind, zum anderen dem darüber liegenden sogenannten Säureschutzmantel.

Bei empfindlicher Haut ist die Hautbarriere wie in einem Teufelskreis gefangen. Es können nicht nur Fremdstoffe durch den Säureschutzmantel dringen und Entzündungen verursachen – durch zahlreiche kleine Verletzungen trocknet die Haut auch zunehmend aus, schuppt und wird spröde. Jetzt braucht sie eine Pflege mit viel Feuchtigkeit und zusätzlichem Fett, das bei der Speicherung der Feuchtigkeit hilft. Diese Pflege muss jedoch erst einmal von der Haut vertragen werden.

Hier reagiert sie kratzbürstig ...

Logisch, dass sensible Haut auch in puncto Creme und Co. besondere Ansprüche hat. So reagiert sie äußerst kratzbürstig, wenn wir ihr mit allergisierenden Duft-, Farb- oder Konservierungsstoffen kommen, akzeptiert aber gerne Feuchtigkeit und Fett. Die pflanzlichen Öle, die in der Naturkosmetik verwendet werden, sind den hauteigenen Fetten ähnlicher als die häufig in der konventionellen Kosmetik verwendeten Mineralöle. Während die synthetischen Öle „vor der Tür“ bleiben, nimmt die Haut pflanzliche Öle mit offenen Poren auf und sorgt dafür, dass sie wirklich ankommen. Doch Vorsicht: So manche Mimosenhaut kann auch mit natürlichen Stoffen Probleme bekommen. Deshalb gibt es viele Naturkosmetikserien extra für diesen anspruchsvollen Hauttyp, die neben chemischen Inhaltsstoffen zum Teil auch völlig auf Duftstoffe, Alkohol oder ätherische Öle verzichten.

(© gettyimages-Rafal Stzechowski )

Bitte keinen Alkohol!

Milde Pflege auf ihrem pH-Niveau um die 5 hat bei empfindlicher Haut gute Chancen. Und einmal in der Woche wird sie sich gerne mit einer reichhaltigen Gesichtsmaske zurückziehen. Alkohol allerdings, vor allem im Gesichtswasser, lässt sie ebenso ungern an sich heran wie ein Peeling.

Hauptsache, es bleibt bei möglichst wenigen und bewährten Pflegeprodukten mit einer überschaubaren Zahl von Inhaltsstoffen, die nicht zu viel Unruhe in die Welt der sensiblen Haut bringen. Die geht in der Regel auch mit einer psychischen Sensibilität einher und reagiert auf innere Anspannung, Stress oder Sorgen mit sichtbarer Aufregung. Cool bleiben und entspannen, heißt die Devise für alle, die in Frieden mit ihrer sensiblen Haut leben wollen. Ein Sommertag mit einem schönen Liebesroman in einer schattigen Laube wäre schon mal ein guter Anfang.

Das beruhigt die Mimosen-Haut:

  1. Mäßig warmes Duschen mit vorsichtigem Trockentupfen
  2. Milde Reinigungsmittel
  3. Natürlicher Sonnenschutz: Mineralische UV-Filter bleiben auf der Hautoberfläche und werden häufig besser vertragen als chemische Filter
  4. Konstante Pflege mit möglichst wenigen, hochwertigen Inhaltsstoffen
  5. Zurückhaltung bei der Pflege und beim Schminken
  6. Hochwertige Öle wie Nachtkerzensamen-, Mandel-, Sanddorn- oder Avocadoöl
  7. Beruhigende Pflanzenstoffe wie Mittagsblume oder Hamamelis gegen Entzündungen
  8. Feuchtigkeitsspender wie Aloe vera oder Hyaluronsäure
  9. Schützende Fette wie Bienenwachs und Sheabutter
  10. Ausreichend schlafen
  11. Naturtextilien tragen; Kleidung generell vor dem ersten Tragen gründlich waschen
  12. Viel Wasser trinken
  13. Gelassen bleiben und Entspannungsübungen zwischendurch
  14. Bewegung an der frischen Luft für eine Extraportion Sauerstoff
  15. Aufmerksamkeit für die individuellen Bedürfnisse der empfindlichen Haut

Das reizt sie:

  1. Schaumbäder und zu heißes Duschen mit viel Duschgel
  2. Aufenthalt in der Sonne ohne Sonnenschutz
  3. Gechlortes Wasser
  4. Dauernder Wechsel von Pflegeprodukten
  5. Chemische Emulgatoren und Konservierungsstoffe in konventioneller Kosmetik
  6. Zu viel oder zu wenig Pflege
  7. Starkes Schwitzen
  8. Aggressive Reinigungsprodukte wie Gesichtswasser mit Alkohol
  9. Häufige Peelings, Abrubbeln und andere mechanische Reize
  10. Scharfes Essen sowie viel Zucker, Fleisch und Alkohol
  11. Trockene Luft oder Wind, der die Haut austrocknet
  12. Klimaanlagen und häufiger Heiß-Kalt-Wechsel
  13. Kunstfaser-Textilien, in denen empfindliche Haut nicht atmen kann
  14. Stress und Anspannung
  15. Vernachlässigung und Behandlung nach „Schema F“

Produkte

1 Mildert Spannungsgefühle: Mandel Gesichtscreme von Weleda. 2 Schützt sanft: Neutral Sonnenmilch LSF 20 von Lavera. 3 Beruhigt: Intensiv Creme Mittagsblume von Dr.Hauschka. 4 Reinigt mild: Freistil Duschgel mit Jojobaöl von I+M. 5 Für häufige Anwendung: Sensitive Flüssigseife Hafer von Eubiona. 6 Pflegt mit schwarzem Sesam: Pflanzenölseife „Jojoba & Sesam“ von Apeiron. 7 Unterstützt den Säureschutzmantel: Pur Reinigungsmilch von Logona. 8 Verbessert die Hautfeuchtigkeit: Pure Sensitive Gesichtscreme von Farfalla. 9 Pflegt mit kristalliner Cellulose: Sensitiv Cellulose-Maske von Alva. 10 Für geschmeidige Hände: Olive Hand- und Nagelcreme von Safeas. 11 Lindert Irritationen: Sheabutter Bodylotion von Martina Gebhardt.