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Auch schön ... Die cosmia-Kolumne

Jutta Koch
Jutta Koch (39) ist Redakteurin
bei cosmia. Als Kolumnistin
erzählt sie aus ihrem Leben
mit Job, fünfjährigen Zwillingen
und allem Übrigen zwischen
Wonne und Wahnsinn.

Mein Bad gehört mir. Und den anderen...

Im Bad hört die Freundschaft auf. Das fing bei mir zu WG-Zeiten an. Genauer: An dem Tag, an dem ich nach Hause kam und in der Badewanne eine mir Unbekannte lauthals die „Königin der Nacht“ sang. „Das ist Hanne“, erklärte mein Mitbewohner und bester Freund. „Die wollte so gerne mal baden.“

Ich teile wirklich gern, auch Zahnseide, Körperöl und Schrundensalbe, das ist es nicht. Aber mein Bad ist mein Refugium. Das gehört mir. Spätestens seit ich Zwillinge habe, vor denen man niemals seine Ruhe hat (außer im Bad).

Sneaker auf der Duschmatte? Mir schaudert!

Inzwischen haben wir – meine drei jetzigen Mitbewohner: Ehemann, Kinder und ich – sogar ein kleines Gätebad. „Was für ein Luxus!“, dachte ich, als ich’s zum ersten Mal sah. Das Problem ist nur: Kaum ein Besucher nutzt es. Da wir aber erfreulicherweise viel Besuch haben, stehe ich – wochenends wie wochentags – immer wieder vor der eigenen Badezimmertür in der Warteschlange. Wie in alten WG-Zeiten. Meine Kollegin berichtete unlängst von weit Schlimmerem: Die Freunde ihres Sohnes benutzen regelmäßig das Familienbad und latschen in ihren Sneakern über ihren flauschigen Duschvorleger. Mir schaudert. Ich fing ernsthaft an zu überlegen. Sollte ich unser Bad verbarrikadieren? Ein Schild anbringen?  „Vorsicht, nicht geputzt!“? Oder sollte ich fortan einfach selbst und ganz alleine das Gästebad benutzen?

Während ich noch phantasierte,  stand eines Abends unser Lieblingsnachbar Ralph mit Duschgel und Handtuch in der Hand vor unserer Haustür. Seine Heizung war ausgefallen und er bat um eine heiße Dusche. Noch einer!

Er klingelte, als bei uns der Korken aus einer Flasche flog: Prost Hochzeitstag! Er stieß mit uns an, dann zeigte ich ihm die Dusche. In dem Moment piepte sein Handy. Nachricht seines Trauzeugen: „Happy Hochzeitstag, Junge!“ Da fiel Ralph ein: Seine Frau und er haben am selben Tag geheiratet.

Für den nächsten Hochzeitstag haben sie uns eingeladen: Zum Sekt und einer heißen Dusche für jeden – in ihrem Bad.