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Eco Fashion & Lifestyle

Das gute Gefühl von Freiheit

Juliane Köhler (© Ruth Kappus)
(© Ruth Kappus)

Schauspielerin Juliane Köhler spricht über Beharrlichkeit, Bahnfahrten und den Bummel über den Bauernmarkt. // Martina Petersen

In welchen Momenten fühlen Sie sich schön?

Wenn ich im inneren Gleichgewicht bin und mich glücklich fühle.

Welches Geheimnis steckt hinter Ihrer makellosen Haut?

Mich überzeugt der Ansatz von Dr. Hauschka Naturkosmetik, auf die Selbstregeneration der Haut zu setzen. Nachts trage ich nur ein Gel oder ein klärendes Spray auf, statt die Poren mit Creme vollzustopfen. So lernt die Haut Stück für Stück, selbst wieder Fett und Feuchtigkeit zu produzieren. Seit fünf Jahren benutze ich außerdem morgens ein „Gua Cha“-Massageplättchen, mit dem ich die Haut im Gesicht sanft von innen nach außen ausstreiche. Das ist sehr belebend, regt die Zellerneuerung an und macht einen rosigen Teint. Ansonsten benutze ich die „Regenerationslinie“ von Dr. Hauschka, die speziell für die reife Haut ab 50 entwickelt worden ist.

Warum schwören Sie auf Naturkosmetik?

Naturkosmetik ist ohne chemische Zusätze, also wie beim Essen, einfach gesünder. Die Haut ist unser größtes Organ, damit sollten wir besonders achtsam umgehen. Zum Glück sind auch alle Maskenbildner, mit denen ich arbeite, mittlerweile sehr aufgeschlossen für Naturprodukte.

Worauf achten Sie bei der Ernährung?

Ich esse sehr gern und eigentlich alles. Ich habe keinen speziellen Ernährungsplan, vermeide aber weitgehend zu viel Fleisch, Fett, Milch und Zucker.

Wie leben Sie Nachhaltigkeit im Alltag?

Ich versuche, Energie zu sparen und die Umwelt so wenig wie möglich zu belasten. In Zeiten des Klimawandels heißt das für mich, vom Auto auf das Fahrrad und auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen und möglichst wenig zu fliegen. Ich fahre beispielsweise immer mit der Bahn von München nach Berlin, obwohl es länger dauert und teurer ist. Beim Einkaufen setze ich komplett auf Bio und regionale Lebensmittel, die ich entweder im Bio-Laden um die Ecke oder auf dem Bauernmarkt in unserem Stadtteil Lehel kaufe.

Als Sie nach dem Abitur von neun Schauspielschulen abgelehnt wurden, sind Sie nach New York gegangen, um dort Ihren Traumberuf zu erlernen. Wie hat Sie diese Zeit geprägt?

New York hat mich sehr geprägt. Ich erlebte diesen Schmelztiegel der verschiedenen Nationalitäten als enorm horizonterweiternd. Offenheit, Toleranz und der Wille, mit allen Bevölkerungsgruppen friedlich leben zu wollen. Es ist eine Weltstadt mit unendlich viel Potenzial und Charme, ich habe mich dort unglaublich frei gefühlt.

Sie sind 2003 der Oscar-Verleihung, bei der „Nirgendwo in Afrika“ mit Ihnen in der Hauptrolle ausgezeichnet wurde, ferngeblieben, weil die USA zwei Tage vorher in den Irak einmarschiert sind. Leben Sie Ihre Überzeugungen immer so konsequent?

Ich war damals irre wütend auf die USA und konnte mir nicht vorstellen, dort hin zu fahren. Das war sehr konsequent und ich kann nur sagen, dass ich bei politischen Entscheidungen sehr klar bin. Ich bin Pazifistin.

In Doris Dörries komödiantischer TV-Serie „Klimawechsel“ brillierten sie als schüchterne Biologielehrerin Cornelia, die erst in der Lebensmitte richtig aufdreht. Wie erleben Sie privat das Älterwerden?

Das Älterwerden hat für mich durchaus positive Seiten: Früher war ich oft ge-stresst, weil ich neben meiner Arbeit für Film, Theater und Hörspielproduktionen meinen beiden Kindern gerecht werden wollte. Jetzt, wo sie größer sind, fühle ich mich freier und entspannter. Ich kann mich auf mich konzentrieren, öfter mal Yoga machen und darüber nachdenken, welchen neuen Aufgaben ich mich widmen möchte. Jetzt kann ich mir vorstellen, auch einmal die Regie bei einem Film zu übernehmen.

Was bedeutet für Sie Luxus?

Öfter einmal übers Wochenende rauszufahren und in einer einsamen und einfachen Berghütte auszuspannen. Zum Glück sind die meisten Ziele im Münchner Umland prima mit der Bahn zu erreichen.

Juliane Köhler wurde 1965 in Göttingen geboren, ist anthroposophisch aufgewachsen und besuchte eine Waldorfschule. Nach der Schauspielausbildung in New York erhielt sie 1988 ein Theaterengagement in Hannover und wechselte 1993 ans Münchener Residenztheater, wo sie seit 2001 wieder zum Ensemble gehört. Für „Aimée und Jaguar“ wurde sie 1999 mit dem Silbernen Bären, dem Bayerischen Filmpreis und dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet. Seither brillierte sie in „Nirgendwo in Afrika“ (2001), „Der Untergang“ (2004) und „Zwei Leben“ (2012). Im Fernsehen war sie unter anderem in der Komödie „Klimawechsel“ (2010) und in der Rolle der Psychologin im Kölner „Tatort“ zu sehen. Juliane Köhler lebt mit ihrer Familie in München.