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Eco Fashion & Lifestyle

„Ich habe viel mehr Energie“

Anastasia Zampounidis (© gettyimages, Christian Augustin)
(© gettyimages, Christian Augustin)

Die TV-Moderatorin Anastasia Zampounidis über Selbstliebe, Älterwerden und Wohlbefinden, das man essen kann. // Interview: Martina Petersen

Sie haben neben Ihrer Tätigkeit als Moderatorin eine Ausbildung zur Phytotherapeutin gemacht. Wie nut-zen Sie die Heilkraft der Pflanzen?

Ich verwende täglich Pflanzen, Kräuter und Gewürze. Einmal schmeckt es gut, und es sind darin alle sekundären Pflanzenstoffe enthalten, die Krankheiten vorbeugen. Seit fünf Jahren hatte ich noch nicht einmal eine Erkältung. Aber ich führe generell ein gesundes Leben.

Was heißt das für die Ernährung?

Ich richte mich seit zehn Jahren nach der 5-Elemente-Ernährung der Traditionellen Chinesischen Medizin. Heute nennt man ihre Richtlinien trendy „clean eating“: Ich kaufe nur Bio ein und bereite naturbelassene regionale Lebensmittel frisch zu. Besonders der Verzicht auf raffinierten Industriezucker hat mir als ehemaligem „Sugarholic“ gutgetan. Ich hatte schon nach drei Wochen viel mehr Energie.

Also ist Ernährung ein Schlüssel zu mehr Lebensfreude?

Körper, Geist und Seele hängen ja zu­sammen. Ich pimpe mir beispielsweise jeden Morgen einen Haferbrei mit Nüssen, Kernen und Trockenobst. In meiner Ausbildung habe ich jetzt gelernt, dass Hafer die Pflanze Nummer eins gegen depressive Verstimmung ist. Kein Wunder, dass ich so gut drauf bin! (lacht) Aber auch die richtige Lebens­einstellung und Bewegung sind wichtig, gerade wenn man älter wird. Ich walke, fahre Inliner, trainiere ab und zu in der Muckibude und mache Aquaaerobic. Aber immer schön moderat, ich verausgabe mich nie.

Ist Wohlbefinden der Kompass?

Ich höre nur auf mein Gefühl, denn jede Disziplin bricht irgendwann zusammen. Ich versuche immer locker zu bleiben, Spaß zu haben und mir alles zu verzeihen. Wenn man verkrampft, bringt das nur Falten ins Gesicht (lacht).

Das klingt nach einem guten Anti-Aging-Programm.

Man muss gut für sich sorgen, das ist die Essenz der Selbstliebe. Wenn ich drei anstrengende Drehtage hatte, fühlt sich mein Körper morgens an, als wäre ein Zug drübergefahren. An solchen Tagen esse ich besonders gut, treffe Menschen, die ich sehr mag und gehe am besten noch in die Dampfsauna.

Zu welcher Kosmetik greifen Sie?

Ich benutze ausschließlich Naturkosmetik und komme immer auf Produkte von Dr. Hauschka zurück, weil sie die Haut atmen lassen und ihr die Zeit geben, sich nachts zu regenerieren. Für die Arbeit schminke ich mich und färbe mittlerweile auch meine Haare. Das ist ein Zugeständnis ans visuelle Medium. Privat liebäugele ich mit ganz weißen Haaren, wie sie manche älteren Models tragen. Jenseits der sechzig möchte ich das auch.

Nach „Da wird mir übel“ sind Sie mit der Sendung WISO-Konsumagenten erneut mit einem TV-Magazin auf Sendung, bei dem Sie als Reporterin aufdecken, wie wir Verbraucher ausgetrickst werden. Sind Sie durch mehrere Beiträge über Massentierhaltung zur Veganerin geworden?

Ich hatte schon vorher nach und nach alle tierischen Produkte weggelassen, weil ich gegen diese Tierquälerei bin. Der Besuch einer Bio-Lachsfarm hat mich nur noch bestärkt. Diese Fische sind so majestätisch, dass ich dachte: Ihr dürft nicht getötet werden, nur weil ich nicht weiß, was ich sonst essen soll.

Wie vegan ist Ihr Lebensstil?

Heute gibt es so tolle Alternativen, dass es nicht schwerfällt, auf Leder, Daunen oder Wolle zu verzichten. Nur bei versteckten tierischen Inhaltsstoffen wird es schwierig. Ich konnte beispielsweise nicht rauskriegen, ob im Lack meines Autos Tier drin steckt.

Was ist Ihnen zum Thema Nachhaltigkeit wichtig?

Bei mir werden alle Dinge repariert und recycelt. Ich trage meine Kleidung, solange sie hält. Und meine Möbel werden vom Tischler aus alten Stücken zusammengebastelt. Dinge, die eine Geschichte haben, finde ich charmant. Und ich erliege auch nicht der Versuchung, mir jedes Jahr ein neues Handy zu kaufen.

Was bedeutet für Sie Luxus?

Dass ich nicht jeden Tag arbeiten muss und dass ich gerade ein nachhaltiges Haus in Brandenburg baue. Ich freue mich darauf, einen Selbstversorger-Garten mit eigenem Gemüse und Kräutern anzulegen. Vielleicht werde ich dort ja einmal als weißhaarige „Kräuterhexe“ an andere weitergeben, was ich gelernt habe.

Anastasia Zampounidis wurde 1968 als Kind griechischer Eltern in Nordrheinwestfalen geboren und ist in Berlin aufgewachsen. Sie begann ihre Karriere als Rundfunkmoderatorin, bevor sie 1999 zu MTV wechselte. Einem größeren Fernsehpublikum wurde sie durch ihre Live-Moderation der Außenwetten bei „Wetten, dass…?“ bekannt.

Weitere Stationen waren „The Dome“ (RTL 2), ein Magazin beim Frauensender sixx und die Dokutainment-Reihe „Da wird mir übel“ (ZDFneo). Seit August präsentiert Anastasia Zampounidis im ZDF das Ver-brauchermagazin WISO-Konsumagenten.