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Eco Fashion & Lifestyle

Interview: Florian David Fitz

Florian David Fitz (© picture alliance / Geisler-Fotopress)
(© picture alliance / Geisler-Fotopress)

Der Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor über sein Leben als „schmutziger Vegetarier“, Radfahrten zum Set und digitale Entgiftung. // Martina Petersen

Sie haben sich jüngst als „schmutzigen Vegetarier“ bezeichnet – was können wir uns darunter vorstellen?

Ich versuche die Regel einzuhalten, nur einmal in der Woche Fleisch zu essen. Und wenn, dann nur Bio. Ich sehe das Ganze aber nicht zu dogmatisch. Wenn mir ein tolles Essen dazwischenkommt, werde ich nicht Nein sagen. Aber alles in allem hat sich mein Fleischkonsum dadurch extrem minimiert. Und im Nebeneffekt esse ich viel mehr Gemüse.

Kochen Sie gern?

Ich koche sehr gerne, da bin ich von meinem Elternhaus geprägt. Ich kaufe Bio und investiere eher in Nahrungsmittel als in eine Küche, die so viel kostet wie ein Kleinwagen. Und ehrlich gesagt ist Bio bis auf Fleisch ja nicht so unfassbar viel teurer.

Die Kinokomödie „100 Dinge“ (2018) mit Ihnen als Hauptdarsteller, Drehbuchautor und Regisseur übt auf humorvolle Weise Konsumkritik. Der Film wurde „umweltfreundlich produziert“. Was heißt das konkret?

Generell sind Filme ja keine sehr umweltfreundliche Angelegenheit. Wir leben da ja quasi acht Wochen in einer Zeltstadt. Da hilft es schon mal viel, wenn Plastikbecher und -besteck vom Set verbannt werden und wenn jeder seine Flasche hat und nicht aus diesen kleinen Plastikflaschen vom Discounter trinkt, die man sowieso überall vergisst und nicht wiederfindet. Außerdem wird der Papierkrieg auf die mobilen Geräte verlegt. Und wir fordern die Leute auf, zumindest in der Stadt nicht einzeln mit dem Helikopter einzufliegen. Da kann man Fahrgemeinschaften bilden. (lacht) Ich komme auch gerne mit dem Fahrrad.

Worauf können Sie selbst mittlerweile gut verzichten?

Auf wöchentliches Kleidershoppen und die Wohnung vollkaufen. Das Handy muss ich mir allerdings immer wieder von den Augäpfeln reißen. Da brauche ich manchmal digitale Entgiftung.

Wie leben Sie Nachhaltigkeit?

Das Wort ist ja auch schon wieder ausgeleiert. Leider hinterlässt jeder von uns einen Abdruck. Da will ich jetzt auch nicht bei jedem Atemzug ein schlechtes Gewissen haben. Aber man muss schon auch ehrlich mit sich sein. Man kennt ja die Fakten: Die Tierhaltung ist bescheiden, die Felder sind überdüngt, ganze Gattungen haben keinen Platz mehr. Da können wir ja nicht nur auf den Bauern herumdreschen. Die bedienen ja nur den Markt, also uns. Alles muss bezahlt werden. So oder so. Ich verschiebe nur die Kosten. Auf andere Leute, andere Gegenden oder andere Zeiten. Ein bisschen Disziplin ist schon okay. Dabei muss man ja nicht gleich in deutscher Gründlichkeit komplett freudlos werden. Jeder Schritt ist gut.

Was tun Sie für Ihr Aussehen?

Bei Kosmetik bin ich der falsche Ansprechpartner. Meine Creme ist die berühmte weiße. Die ist, glaube ich, aus Erdöl. Funktioniert aber super. (lacht)

Wie halten Sie sich fit?

Na, mit Sport.

Mit „Elmo“ lebt bereits der zweite Parson-Russell-Terrier an Ihrer Seite. Was macht den Alltag mit Hund so lebenswert?

Die andere Perspektive. Man ist schon sehr auf seine eigene fixiert.

Wie sieht für Sie der perfekte Tag aus?

Das kommt immer auf die Zeit davor an. Meistens suche ich den Ausgleich: Habe ich viel gearbeitet, dann will ich Ruhe. Nach einer Zeit mit vielen Leuten muss ich in die Natur. Und nach einer Pause brauche ich eine Aufgabe.

Im Film „Das perfekte Geheimnis“ (Kinostart 31.10.) mit Ihnen in einer Hauptrolle sind alle Protagonisten abhängig von ihrem Smartphone. Wie lange halten Sie selbst es ohne Handy aus?

Ich halte es super ohne aus. Nur mache ich es viel zu selten. Leider nutze ich das Ding ja auch beruflich. Ich habe mich sozusagen freiwillig in die Schlinge begeben. Aber ich merke, dass man mehr und mehr Zeit in seinem Kopf verbringt und weniger in der Welt. 

Florian David Fitz (44) wurde 1974 in München geboren. Nach dem Abitur machte er in Boston eine Ausbildung in Schauspiel und Gesang und tourte 1999 mit der „Rocky Horror Picture Show“ durch Italien, Österreich, die Schweiz und Deutschland. Durch die TV-Rolle in der RTL-Serie „Doctor´s Diary“ (2007-2010) und den Kinofilm „Männerherzen“ (2009) wurde Florian David Fitz bekannt. Für den Kinofilm „Vincent will Meer“ (2010), für den er auch das Drehbuch schrieb, wurde er mit dem Bambi, der Lola und dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. 2012 gab er mit der Komödie „Jesus liebt mich“ sein Debut als Regisseur. Bei den Kinofilmen „Der geilste Tag“ (2016) und „100 Dinge“ (2018) spielte Florian David Fitz neben Matthias Schweighöfer die Hauptrolle und übernahm zudem für Drehbuch, Regie und als Co-Produzent Verantwortung.


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