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Eco Fashion & Lifestyle

Interview: Rebecca Immanuel

Rebecca Immanuel (© Vanessa Cowling)
(© Vanessa Cowling)

Die Schauspielerin spricht im cosmia-Interview über Heimatgefühle, „grüne“ Filmproduktionen und ihr Faible für Naturkosmetik. // Martina Petersen

Sie spielen seit 2012 in der mehrfach preisgekrönten Heimatserie „Der Bergdoktor“, die rund sieben Millionen Fernsehzuschauer verfolgen. Was bedeutet für Sie „Heimat“?
Früher hätte ich kompromisslos gesagt, Heimat liegt nur in mir selbst. Es ist nach wie vor so, dass ich eine große Geborgenheit in mir trage und mich dadurch auf der ganzen Welt „daheim“ fühlen kann. Mit zunehmender Reife und nach vielen Reisen stelle ich allerdings fest, dass meine deutschen Wurzeln, die zum Beispiel für Tiefe, Forscherdrang, das Bildungsniveau oder Zuverlässigkeit stehen, Qualitäten sind, die ich nicht mehr missen möchte, um mich auch im Außen ganz daheim zu fühlen. Mal abgesehen von der landschaftlichen Vielfalt, die wir haben. Egal, ob einem der Wind an der Nordsee um die Nase pfeift oder man in der Sächsischen Schweiz wandert.

Sie sind als Darstellerin in zwei Serien und weiteren TV-Produktionen viel unterwegs. Wie lässt sich da Nachhaltigkeit im Alltag leben?
Immer mehr Filmproduktionen werden „green“: Man macht für die Mitarbeiter wenigstens einen fleischfreien Tag in der Woche, kauft Getränke in Glasflaschen und achtet darauf, den Müll und den CO2-Ausstoß – was die Transportwege angeht – zu reduzieren. Außerdem werden nur noch wirklich wichtige Informationen ausgedruckt. Nachhaltigkeit beim Drehen fängt für mich bei einem eigenen, wiederverwertbaren Becher, einer nachfüllbaren Flasche und eigenem Besteck an, damit kein Müll anfällt. Wann immer es bei meinen Dreharbeiten möglich ist, nehme ich die Bahn. Im Alltag habe ich immer einen Leinenbeutel, meist sogar Becher und Löffel dabei. Ich fahre viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln und kaufe seit Jahren fast ausschließlich Bio-Produkte, um Umwelt und Tiere zu entlasten.

Sie haben vor 15 Jahren komplett auf Naturkosmetik umgestellt. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Als Teenager habe ich eine Zeit lang Seifen und Körperlotionen selber gemacht. Dafür habe ich heute keine Zeit mehr. Daher schätze ich die reinen und körperverträglichen Produkte von Dr. Hauschka, sowohl die Pflege als auch die dekorative Linie zum Schminken. Ich habe gehört, dass das, was wir uns auf die Haut schmieren, nach wenigen Minuten im Körper nachweisbar ist. Durch die jahrelange Schminkprozedur beim Arbeiten möchte ich lieber nicht darüber nachdenken, wie viele Schadstoffe auf diese Weise in meinen Körper gelangt sind. Zum Glück sind heute viele Maskenbildnerinnen offen für Naturkosmetik. Meine Haut reagiert auf die Naturprodukte durchweg positiv. Wie sagt mein kleiner Sohn immer: „Mama, deine Wangen sind so flauschig.“

Welches Kosmetikprodukt haben Sie immer dabei?
Einen Lippenkonturenstift, den Lippenpflegestift und die Eye & Browpalette von Dr. Hauschka. Damit fühle ich mich immer „angezogen“. (lacht)

Pflegen Sie ein besonderes Beauty-Ritual im Winter?
Mein Baderitual im Winter für schöne Haut und gute Laune – übrigens auch gut gegen Erkältungen – sind Salzbäder mit Salz aus dem heimischen Bergbau in Solingen. Meersalz enthält mittlerweile erschreckend viel Mikroplastik.

Was tun Sie in Ihrem turbulenten Alltag für Entspannung und Fitness?
Ich achte darauf, mir Pausen zu geben und achte – wichtig, wichtig! – auf Schlaf und passende Ernährung. Dazu gehört für mich viel Grünzeug und selbstgekochtes Essen, das klappt sogar bei Dreharbeiten. Außerdem mache ich Intervallfasten mit bis zu 16 Stunden Nahrungspause. Meditation und Gebet erden mich. Und da ich mich während der Dreharbeiten leider gezwungenermaßen viel zu wenig bewege, gehe ich jede mögliche Strecke zu Fuß.

Mein Sohn sagt immer: „Mama, Deine Wangen sind so flauschig!“

Wie ernähren Sie sich?
Ich achte auf eine weitgehend gluten-, milch- und zuckerfreie Ernährung aus biologischem Anbau und trinke basisches Wasser. Es gibt mittlerweile eine Fülle an cleveren und praktischen Rezeptbüchern auf dem Markt, sodass es ein Leichtes ist, sich einmal pro Woche hinzusetzen und einen Plan für die kommenden sieben Tage zu machen. Das Erstaunliche an inhaltsstoffreichen Gerichten ist, dass man viel weniger davon braucht, um richtig satt zu sein und sich danach wach und fit fühlt.

Sie haben sich gegen den „Magerdruck“ in den Medien ausgesprochen. Was bedeutet Schönheit für Sie?
Für mich hat Schönheit etwas mit dem liebevollen, wohlgesonnenen Blick auf sich selbst, sein Gegenüber und die Welt zu tun. Da entdeckt man Schönheit, wo andere (noch) keine erkennen können. Schönheit lässt sich nicht auf perfekte Gesichtszüge reduzieren. Fragen Sie mal kleine Kinder, wie sie ihre Mütter finden. Jedes wird sagen „Meine Mama ist schön“, weil sie mit dem Herzen schauen – und Recht haben sie.

Was ist Ihnen bei Ihrem umfangreichen ehrenamtlichen Engagement für Kinder besonders wichtig?
Ich empfinde große Dankbarkeit für meinen Lebensweg, der ein Stück harte Arbeit, aber eben auch mit einer Portion Glück gesegnet war. Daher möchte ich dem Leben und der Gemeinschaft, in der ich lebe, etwas zurückgeben. Kinder brauchen unseren größten Schutz, daher fange ich dort an, wo man die meis-te Orientierung mitgeben kann und muss. Ehrenamtlich tätig zu sein und zu spüren, wie viel Freude und Hoffnung man schenken kann, erfüllt mich mit Dankbarkeit und Frieden.

Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf Ihren 50. Geburtstag in 2020?
Es ist ein Privileg, immer wieder mit Begeisterung aufzustehen, um das Leben zu leben, das man liebt. Den inneren Frieden, die Reife, Gelassenheit und Ruhe, die die Lebensjahre mit sich bringen, möchte ich um nichts in der Welt missen.

 

Rebecca Immanuel wurde 1970 in Oberhausen geboren und wuchs in Hamburg auf. Sie studierte an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Bekannt wurde sie 2002 durch ihre Hauptrolle in der Anwalts-Serie „Edel & Starck“, für die sie 2003 mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde. Seitdem ist sie in TV-Produktionen wie „Der Bergdoktor“ (die neue Staffel startet am 2. Januar) zu sehen und bekam 2015 mit „Die Eifelpraxis“ erneut eine eigene Serie. Rebecca Immanuel engagiert ehrenamtlich für den Verein „Ankerland e.V.“, der sich um traumatisierte Kinder und Jugendliche kümmert, und ist Botschafterin der „Stiftung Zuwendung“. Sie hat einen zehnjährigen Sohn und lebt mit ihrer Familie in Berlin.

Erschienen in Ausgabe 01/2020