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Eco Fashion & Lifestyle

Monster, Muffel, Muntermacher

 


 
SABINE KUMM

Unsere Autorin Sabine Kumm ist Journalistin und freie Autorin. Sie hat zwei Kinder und lebt mit Mann und Hund Honey in der Nähe von Frankfurt.


Wasser ist die Zutat Nr.1 in Cremes und Lotionen und führt die meisten INCI-Listen an. Doch es gibt Unterschiede: Einige Naturkosmetik-Hersteller benutzen ganz besonderes Wasser. // Astrid Wahrenberg

Stellen Sie sich folgende Szene vor: Das Licht der aufgehenden Sonne fällt durch das Fenster auf ein romantisches Himmelbett. Dort liegt, halb abgewendet, eine schlafende Schöne. Ihr Geliebter beugt sich über sie, flüstert ihr sanft ins Ohr – da fährt sie zu ihm herum, funkelt ihn mit roten Augen an und springt ihm fauchend an die Gurgel.

Klarer Fall: die Dame ist ein Morgenmuffel! Und ihr tagaktiver Lover hat gerade die ersten drei von zehn goldenen Regeln missachtet, die für das Zusammenleben mit dieser Spezies gelten:

1. Wenn du schon mit den Hühnern aufstehen musst, schleiche unauffällig aus dem Zimmer.
2. Die Vorhänge werden erst geöffnet, wenn die Person, die am längsten schläft, bereit dafür ist.
3. Sprich niemals, wirklich niemals einen schlafenden Spätaufsteher an.

Ganz ehrlich, ich bin schon für Weniger zum Mons­ter geworden – immerhin lebe ich mit einem bekennenden Morgenmenschen zusammen. Allein bei der sinnfrei geflüsterten Frage „Bist du schon wach?“ zuckt mir regelmäßig reine Mordlust durch die verschlafenen Glieder. Am allerschlimmsten aber ist es, beim Frühstück das fröhliche „Guten Morgen“ der Familie ertragen zu müssen, während ich selbst noch mit leerem Blick und einem unbestimmt hervorgewürgten „Mrgn“ die Zwangsvertreibung aus dem kuscheligen Doppelbett-Paradies betrauere.

Bitte kein Tennisball-Wurfwecker

Leider halten die meisten „frühen Vögel“ das Morgenmuffeln für eine reine Marotte und ignorieren die Tatsache, dass der verschobene Lebensrhythmus bei geschätzten 5 Prozent aller Deutschen angeboren ist. Das heißt, während die sogenannten Lerchen schon in aller Herrgottsfrühe putzmunter nach dem Gold im Mund der Morgenstunde fahnden, sind wir Eulen lieber nachts unterwegs. Aber was tun, wenn sich das ungleiche Federvieh ineinander verliebt? Meine Erfahrung: Das kann funktionieren, allerdings gibt es noch mehr als die ersten drei Regeln zu beachten:

4. Schenke einem Spätaufsteher niemals einen Wecker. Weder ein Wecker, der wie eine explodierende Zündladung klingt, noch ein Tennisball-Wurfwecker, der erst verstummt, wenn er an die Wand geworfen wird, ist wirklich lustig! Dasselbe gilt für den Wecker, der mit lautem Alarmton vom Nachttisch rollt, damit sein Opfer sich auf die Suche nach ihm begeben muss, um ihn auszuschalten.

Singe nie am Bett Happy Birthday!

5. Reihe dich niemals gemeinsam mit anderen Familienmitgliedern am Bett eines schlafenden Spätaufstehers auf, um „Happy Birthday“ zu singen.
6. Meide unter allen Umständen Kombinationen aus Regel 4 und 5. Das gilt besonders dann, wenn der Spätaufsteher gar keinen Geburtstag hat.
7. Vergiss Kosenamen wie „Kleine Schlafmütze“, „Schnarchnäschen“ und „Bummelbrummel“, wenn du nicht für den Rest deines Lebens auf der Fußmatte nächtigen willst.

Irgendwie bin ich auf einmal ganz schön müde – kein Wunder, es geht ja schon auf fünf Uhr morgens zu. Was mich zu den letzten drei Regeln bringt:

8. Schlafe, wenn du müde bist.
9. Steh‘ auf, wenn du wach bist.
10. Gönne dasselbe auch deinem Partner.

Sie glauben, das sei einfach? Wir sprechen uns noch (ab 14.00 Uhr, vorher nur per Mail …). Ich krieche jetzt jedenfalls erst mal unter die Decke und kneife ganz fest die Augen zu – denn gleich wird mein Herzallerliebster aufwachen. Und da kommt sie auch schon, die Frage aller Fragen: „Bist du schon wach?“

Womit wir wieder am Anfang wären …

 

Erschienen in Ausgabe 03/2013