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Fitness & Gesundheit

Hochmoor & Heublumenbad

© gettyimages, Buena Vista Images

Höhenluft, Ruhe und viel Heilsames aus der Natur: Wellness in den Bergen ist Erholung hoch zwei. // Karin Willen

Barfuß über die Wiese streifen, im Gras liegen und das Quellwasser gurgeln hören, die Wolken ziehen sehen und seine Gedanken mit auf Wanderschaft schicken: In den Bergen gelingt der Abstand vom Alltag ganz leicht – und ein Wellnessaufenthalt macht die Erholung perfekt.

Jahrtausende dauerte es, bis Wind und Wetter Bergkiefern und andere alpine Pflanzen der Ammergauer Alpen in ein Hochmoor verwandelten, von dessen Heilkraft schon Generationen von Kurgästen in Bad Kohlgrub und Bad Bayersoyen profitierten. Das tiefendurchwärmende alpine Bergkiefern-Hochmoor mobilisiert den Stoffwechsel der Badenden heute auch in den Moorwannen schicker Spas. Und während die Gäste im schwarzen Schlamm entspannen, bindet Huminsäure die Schadstoffe in ihrem Körper.

Weit oben, wo die Kraftpakete der Naturheilkunde wachsen, fördern jeder Atemzug und jede Bewegung die Gesundheit. Der Einsatz kontrollierter Hitze kann die Auswirkungen von allergenarmer Luft und Höhensonne in Lagen um die 1000 Meter noch potenzieren. Heubäder stellen zum Beispiel Wirkstoffe bereit, die Stoffwechsel und Immunsystem zusätzlich anregen, zu einem klareren und strafferen Hautbild führen und die Heilung von Erkrankungen der Haut und Atemwege vorantreiben. Zweimal im Jahr werden dafür Gebirgsblumen, Gräser und Kräuter von ungedüngten Bergwiesen mit der Hand gemäht.

Heilkräuter und Zirbelkiefer

Im Bergheu stecken oft Arnika, Johanniskraut, Ringelblume und Schafgarbe; sie werden in der Medizin als antibakterielle und entzündungshemmende Heilkräuter isoliert und als Öl, Salbe, Tinktur oder Tee eingesetzt. In der würzigen Ruhe eines Heubads räumen sie mit Schadstoffen im Körper auf – zusammen mit Knabenkraut, Prachtnelke, Fingerkraut, Katzenpfötchen, Wundklee, Labkraut, Schafgarbe, Steinklee und manchmal auch gelbem Enzian. In Kräuterstempel-Behandlungen rücken sie Verspannungen zuleibe. Traditionell potenzieren Wannen aus der Zirbelkiefer die ganzheitlich ausgleichende Wirkung. Schlafen die Gäste dann noch in Betten aus dieser Hochalpenkiefer, profitieren sie doppelt von der antibakteriellen und pilzvernichtenden Wirkung des darin enthaltenen Pinosylvin.

Die ganze Kraft der Berge

Unter dem Namen „Alpine Healthcare“ bieten einige Wellnesshotels in den Alpen ihren Gästen standardisierte Gesundheitsbäder mit Wirkstoffen wie Heublumen und Wacholder, Arnika und Johanniskraut oder Feldthymian und Zirbelkiefer. Wer dann noch ein Hotel auf einer Alm erwischt, wo beruhigende Naturklänge und gute Bergaromen durchs geöffnete Fenster die Behandlungen mit regionalen Heilkräutern unterstützen, sichert sich die ganze Kraft der Berge. Auch Alpenfango hilft zusammen mit Latschenkiefer beim Hautentgiften und Beleben. In Tirol nutzt der Zusammenschluss „Alpine Wellness“ in Baderitualen und für Massagen Propolis, Honig, Arnika, Johanniskraut und Ringelblume, Steinöl, Honig-Zirbenbäder und Kräuterpackungen.

Steinöl kommt aus der Tiefe und ist durch die Auffaltung der Alpen in 1500 Meter Seehöhe befördert worden. Das Öl, das im Karwendelgebirge am Achensee aus über 180 Millionen Jahre altem Ölschiefer gewonnen wird, ist fester Bestandteil der Tiroler Volksmedizin. Seine alkalische Zusammensetzung mit viel organischem Schwefel aus Rückständen urzeitlicher Muscheln, Meerestiere und Pflanzen unterstützt das Entgiften und gleicht eine Übersäuerung aus. Es fördert durch Bäder, Einreibungen und Massagen das Gleichgewicht und hilft über Muskelkater hinweg.

In der Nähe der großen Salzlagerstätten in Bad Reichenhall und Hallein gibt Steinsalz aus der Tiefe dem Körper eine Extraportion Mineralien und Spurenelemente, vor allem in stärkenden Solebädern oder bei aktivierenden Abreibungen, die das Hautbild verfeinern.

Nur in den Nockbergen in Kärnten wächst der Echte Speik, den die Naturkosmetikfirma Speick für ihre Produkte verwendet. Sein ätherisches Öl soll entspannend wirken, ohne müde zu machen. Vor allem im Spätsommer führen Wanderungen in dem österreichischen Biosphärenpark immer der Nase nach dorthin, wo die kleine, unscheinbare Heilpflanze wächst. Auf der Strecke kann man dann in Almhütten die müden Füße mit einem Speik-Fußbad erfrischen.

Hier gibt es Höhenluft und Entspannung:

Bio-Hotel Mattlihüs, Bad Hindelang

Bio-Hotel Mattlihüs, Bad Hindelang

Lage: Auf 1200 m im Naturschutzgebiet. Besonderheiten: familiengeführtes Bio-Hotel aus Fichten- und Zirbenholz, nach Feng-Shui eingerichtet; der Bergkräutergarten versorgt Küche und Spa. Wellness: 300 m² Spa mit Kräutersauna, Dampfbad, Erlebnisduschen, 2 Frischwasser-Whirlpools, Freiluftterrasse und Ruheraum mit Bergblick; viele Anwendungen mit Alpenkräutern, Salz, Lehm, Moor ect.; Kosmetik. Küche: Bio-Küche Anzahl der Betten: 80 Tel: 08324-980289; www.mattlihues.de

 

Harmonys Hotel Kirchheimerhof, Bad Kleinkirchheim

Harmonys Hotel Kirchheimerhof, Bad Kleinkirchheim

Lage: Auf 1080 m mit Blick auf den Biosphärenpark Nockberge. Besonderheiten: familiengeführtes, kinderfreundliches 4-Sterne-Hotel, Zirben- und Granatzimmer; 2 Thermen am Ort, Bergblüten-, Kräuter-, Speikwanderung, eigene Limousinrinderzucht. Wellness: 2000 m² Spa, Speik-, Sole-, Kräuter-, Jugend-, Textilsauna, Granat-Tepidarium, viele Anwendungen mit Speick-Naturkosmetik. Küche: regional Anzahl der Betten: 180 Tel: 0043 (0) 4 24 02 78; www.harmonys.at

 

Bio-Hotel Grafenast Schwaz/Pill

Bio-Hotel Grafenast Schwaz/Pill

Lage: Auf 1330 m auf dem Pillberg am Kellerjoch mit Blick aufs Karwendelgebirge. Besonderheiten: familiengeführtes 3-Sterne-Hotel in einem über 100 Jahre alten Holzhaus; Workshops und Kurse. Wellness: 220 m² mit in die Baumwipfel hineingebauter Waldsauna, Außensauna, Freibecken; Kombipack Moor- und Steinölfango, Massagen, Kosmetik; im Sommer auch Behandlungen im Freien Küche: Bio mit eigenen Kräutern Anzahl der Betten: 41 Tel: 0043(0)5 24 26 32 09; www.grafenast.at