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Fitness & Gesundheit

3 x Sommersport Stadt, Land, See

© gettyimages-Michael DeYoung

Auch dieses Jahr gibt es sie wieder: neue Trendsportarten, mit denen man im Sommer richtig viel Spaß haben kann. // Kathrin Tschorn

Trend 1 Stand Up Paddling schult Körper und Geist

Wer die aufrecht stehenden Paddler das erste Mal auf ihren Brettern vorbeigleiten sieht, denkt an Gondolieri oder asiatische Fischer, so elegant und gemessen sehen die Bewegungen beim Stand Up Paddling aus. Das Prinzip ist einfach: Auf einem Surfbrett stehend, bewegt sich der Sportler mit Hilfe eines Stechpaddels vorwärts. Das hat den großen Vorteil, dass dieser Wassersport im Gegensatz zum Surfen und Windsurfen auch bei Windstärke Null betrieben werden kann. In Deutschland ist SUP nur in Binnengewässern erlaubt. Hat man einen schönen See gefunden, benötigt man lediglich ein SUP-Board (breiter als ein normales Surfboard), ein langes Paddel und ein großes Maß an Frust-Resis-tenz. Prof. Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln kennt das aus eigener Erfahrung. „Wenn man erst mal auf dem Brett steht, ist es super, aber am Anfang ist es mühsam, immer wieder aufs Brett zu kommen.“ Daher empfiehlt er Anfängern, nach einer guten Einführung in die Grundlagen des Sports zunächst auf einem ruhigen Gewässer mit stabilem Brett zu trainieren.

Standfestigkeit will gelernt sein

Stand Up Paddling trainiert den gesamten Körper, schult aber vor allem den Gleichgewichtssinn und die Standfähigkeit. „Das gilt im übertragenen Sinne natürlich auch für die Standfestigkeit im Alltag“, bemerkt Prof. Dr. Froböse. Der angehende Stehpaddler darf natürlich keine Angst vor dem Fallen haben, denn das wird zu Beginn sicherlich öfter passieren. Die kontrollierte Bewegungsform ist aber für fast jeden geeignet, der schwimmen kann. Denn wer sich zu viel zugemutet hat, paddelt einfach im Sitzen weiter. Der Deutsche Stand Up Paddling Verband rät, niemals alleine mit dem Board loszuziehen. Wetterveränderungen und Strömungen sollte man nicht unterschätzen, ein Partner bietet Sicherheit. Hat man den Trick erst einmal raus, ist SUP spaßige Fitness für Körper und Geist.

© gettyimages-Kerl Oberly

Trend 2 Disc Golf trainiert Koordination und Armmuskulatur

Samtiger Rasen, gepflegte Anlagen, exklusives Ambiente – das alles wird für den Trendsport Disc Golf nicht benötigt. Man spielt einfach da, wo man freie Bahn hat. Rein äußerlich hat Disc Golf nicht mehr viel mit seiner Ursprungssportart Golf zu tun: keine Golfbälle, -schläger, oder Spieler mit Karohosen.

Was gleich bleibt, ist die entspannte Bewegung in der Natur. In den 1970er-Jahren in den USA erfunden, erfreut sich Disc Golf auch in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Mittlerweile gibt es auch hierzulande eine Meisterschaft und die regelmäßige Turnierserie German Tour. Grundsätzlich geht es beim Disc Golf darum, ein Frisbee mit möglichst wenigen Anläufen in einen aufgestellten Fangkorb aus Metall zu werfen. „Das trainiert vor allem die Schulter- und Armmuskulatur“, erklärt Prof. Dr. Froböse. „Wer hier Probleme oder Rheuma hat, sollte vorsichtig sein. Ansonsten ist Disc Golf für jeden geeignet.“

Taktik und Feingefühl

Die Präzisionssportart stellt vor allem Anforderungen an die Geschicklichkeit. Auge und Hand müssen gut koordiniert werden, aber auch die taktischen Fähigkeiten und das Feingefühl des Spielers werden geschult. Wie beim klassischen Golf wird der Drive (Abwurf) von einem Tee (Abwurfpunkt) aus vorgenommen. Alle weiteren Würfe erfolgen von dem Punkt, an dem das Frisbee gelandet ist. Ein Parcours kann über 18 Bahnen gehen, die zwischen 40 und 250 Meter lang sind. Bei diesen Distanzen sollte man gut zu Fuß sein.

In Deutschland gibt es über 50 fest installierte Disc-Golf-Anlagen, da der Sport die Natur jedoch unberührt lässt, kann man überall dort nach Herzenslust discgolfen, wo genug Platz vorhanden ist.

Obwohl Disc Golf auch mit normalen Frisbees gespielt werden kann, wurden – angelehnt an den Mutter-Rasensport – spezielle Golfdiscs entwickelt: Driver, Midrange und Putter, die sich in ihren Flugeigenschaften unterscheiden. Darüber hinaus braucht man nicht viel, um Disc Golf zu spielen: eine freie Grünfläche, Frisbees und Ziel-Körbe.

Trend 3 Crossboccia ist ein Trendsport für jeden

Bei Boccia oder Boule denkt man unweigerlich an ältere französische Herren, die kleine silberne Kugeln im Park werfen. Der Trendsport Crossboccia hat sich tatsächlich aus diesem Spiel entwickelt. Die Regeln sind auch größtenteils gleich geblieben: Wer seine Kugel am nächsten an der Zielkugel platzieren kann, bekommt einen Punkt. Die kleinen Änderungen im Spielablauf machen jedoch den Unterschied – weg vom Altherrensport, hin zu einer trendigen und kreativen Freizeitaktivität.

„Mit Crossboccia entdeckt man seine Umgebung völlig neu, da man quer durch die Stadt oder Wohnung spielen kann“, sagt der Erfinder des Trendsports, Timo Beelow. Unebenes Gelände wie holprige Böden und Treppen, Hindernisse wie Wände, Autos und sogar Wasser sind also erwünscht. Somit ist eine Crossboccia-Gruppe nicht an einen ebenmäßigen Platz gefesselt, sondern kann sich kreuz und quer durch die Gegend bewegen. Dies gibt dem Spiel laut Beelow einen dreidimensionalen Charakter.

Der Spaß steht im Vordergrund

Für eine Crossboccia-Runde braucht es nicht viel: einen Platz, ein paar Freunde, drei Bälle pro Spieler, einen Zielball und den Kopf voll kreativer Spiel-ideen. Der Spaß steht hier im Vordergrund.

Generell kann man den Sport auch mit den traditionellen festen Boule-Kugeln ausüben. Für Crossboccia wurden allerdings spezielle mit Kunststoffgranulat gefüllte Bälle entwickelt, die auch auf unebenen Untergründen liegen bleiben und sogar über Wasser geditscht werden können. Spielvorgaben wie diese, das Spielen über Banden und andere Hindernisse sowie das Einbringen der jeweiligen Umgebung fordern die Kreativität der Spieler heraus.

„Der Sport schult in erster Linie die Geschicklichkeit, vor allem die Hand-Auge-Koordination“, erklärt Prof. Ingo Froböse von der Deutschen Sport-hochschule Köln. Besondere körperliche Voraussetzungen muss man nicht erfüllen, um an dem lockeren Gruppenspaß teilhaben zu können. Das bestätigt auch Erfinder Beelow: „Crossboccia ist eine Trendsportart für jedermann. Jeder, der es ausprobiert hat, liebt es.“ Mittlerweile gibt es sogar eine Weltrangliste und Weltmeisterschaften. Und obwohl schon etwa 100.000 Leute zwischen 15 und 70 Crossboccia spielen, sieht Beelow den Trendsport ganz am Anfang seiner Entwicklung: „Es steckt noch ein extremes Potenzial dahinter.“

Weitere Infos

Hier finden Sie mehr Infos zu den vorgestellten Trendsportarten:

  • Crossboccia GmbH: www.crossboccia.com
  • Disc Golf – Deutscher Frisbeesport Verband www.discgolf.de
  • Stand Up Magazin: www.standupmagazin.com
  • Munich Stand Up Paddling: www.munichstanduppaddling.com