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Fitness & Gesundheit

Spaß am Strand

© istockphoto
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Runter vom Handtuch, ran ans Netz – jetzt ist Strandsport angesagt: Beachvolleyball macht Laune und hält Sie in Form. // Marco Theuer

Man sieht sie längst nicht mehr nur am Strand oder am Baggersee, sondern auch in immer mehr Freibädern und Freizeitanlagen: Beachvolleyballer in luftiger Kleidung, die sich den Ball übers Netz zuspielen. Manch einer kugelt sich dabei im Sand, ein Aufschrei, weil der Ball im Wasser landet – und immer wieder Gelächter. Das hört sich nach Spaß an, da würden Sie gern mitspielen? Wir erklären wie’s geht, alles weitere zeigen Ihnen sicher nette Mitspieler.

Von FKK bis Olympia

Beachvolleyball, eine Variante des Hallenvolleyballs, wird bereits seit den 20er-Jahren an amerikanischen Stränden gespielt. Schon bald entstanden Clubs, die Wettbewerbe austrugen. Anfangs waren sechs Spieler in einem Team, so wie beim Volleyball in der Halle.

Die heute übliche Spielweise bei Wettkämpfen mit zwei Athleten soll in den 30er-Jahren entstanden sein, als der Volleyballer Paul Johnson vergeblich auf einige seiner Mitspieler wartete. Zu dieser Zeit schwappte die Welle auch nach Europa, unter anderem in einen französischen FKK-Badeort. Dort wurden die Regeln das erste Mal schriftlich festgehalten und von da aus in andere Länder Europas verbreitet. Seit dem Jahr 1996 gehört das schnelle Rückschlagspiel zum offiziellen Wettkampfsport der Olympischen Spiele – selbstverständlich mit Trikot.

Strand, Stadt, Badesee

Mittlerweile ist Beachvolleyball auch als Freizeitsport mit hohem Fitnesswert beliebt, vorzugsweise im Sommer. Dabei müssen Sie nicht bis zum Strandurlaub warten. In den vergangenen Jahren sind in vielen deutschen Großstädten Felder für Beachvolleyball entstanden, etwa in Freibädern oder an Baggerseen. Alles, was sie brauchen sind ein Ball – den gibt es günstig aus Wasser abweisendem, weichem Material zu kaufen – und einige Mitspieler. In der Regel bilden bis zu sechs Männer und Frauen ein Team. Das macht mehr Spaß als zu zweit und ist nicht gar so anstrengend wie die Wettkampfvariante. Das meist sandige Spielfeld ist durch ein über zwei Meter hohes Netz getrennt. Ziel ist es, den Ball so darüber zu lenken, dass er in der gegnerischen Hälfte landet – möglichst dort, wo ihn der Gegner nicht bekommt. Das gibt einen Punkt. Nach offiziellen Regeln geht ein Match über zwei Gewinnsätze bis 21 Punkte, mindestens je zwei Punkte Vorsprung bedeuten den Sieg. Freizeitspieler können das natürlich variieren. (Foto: © istockphoto)

Ball übers Netz – so geht’s

Der Aufschlag bringt den Ball ins Spiel. Mancher kennt die Techniken vielleicht noch aus dem Schulsport oder vom Hallenvolleyball: Entweder mit der Hand oder mit dem Arm wird er über das Netz ins gegnerische Feld geschlagen. Drei Ballkontakte sind im Team erlaubt, jedoch nur einer pro Spieler, dann muss der Ball wieder übers Netz bugsiert werden. Landet er darin oder auf dem Boden, ist der Spielzug zu Ende und der Punktgewinner ist mit dem Aufschlag dran. Die Spieler dürfen sich übrigens nach Lust und Laune positionieren und brauchen sich nicht wie beim klassischen Volleyball nach Rotationsregeln zu richten.

Um das Spiel schnell und attraktiv zu machen, darf nur das Zuspiel innerhalb eines Teams von oben gespielt werden. Dabei bilden die Hände eine Art Körbchen und der Ball wird mit den vorderen Fingergliedern in die Höhe befördert, in der Fachsprache heißt das „gepritscht“. Beim Schmettern schlägt man den Ball mit offener Hand und voller Wucht zum Gegner hinüber. Alle anderen Bälle über das Netz werden von unten gespielt, mit gestreckten, parallel gehaltenen Unterarmen. Diese Schlagtechnik nennt sich Baggern.

Sie können sich das noch nicht so richtig vorstellen? Erfahrene Mitspieler zeigen sicher gerne, worauf es ankommt. Oder schnappen Sie sich ein paar Freunde und üben gemeinsam im Kreis das Baggern und Pritschen, etwa im Park auf einer Wiese. Ob im Ferienort oder im Freibad daheim: „Beachen“ macht garantiert auf jedem Spielniveau eine Menge Spaß.

Alle Muskeln spielen mit

Bereits einmal Schmettern versetzt sämtliche Muskeln in Bewegung: Aus den Beinen kommt die Sprungkraft, in der Luft spannt sich der Körper, holt aus – und Punkt für die Fitness.

„Beachvolleyball ist ein ideales Ganzkörper- und Ausdauertraining“, bestätigt der Sportmediziner Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln. Die intensive Bewegung im Sand und die Sprünge beanspruchen die Bein- und Gesäßmuskulatur ebenso wie die der Arme und Schultern. Pro Stunde verbraucht man dabei zwischen 400 und 600 Kalorien.

Die Aktivität im Freien bringt zudem viel frische Luft in die Lungen und kurbelt das gesamte Herz-Kreislauf-System an. Zugleich produziert der Körper mit Hilfe des Sonnenlichts reichlich Vitamin D. Dass das gute Laune bringt, ist sogar wissenschaftlich erwiesen. Im Spieleifer die Sonnencreme nicht vergessen, dann gibt’s auch noch einen schönen Sommerteint. (Foto: © istockphoto)

Info : So starten Sie gut vorbereitet ins Match:

• Freizeit-Beacher brauchen keine spezielle Sportkleidung. Es kommt vor allem darauf an, dass man sich gut bewegen kann und sich wohlfühlt. Unbedingt etwas zum Wechseln und Überziehen mitnehmen, damit Sie nach einem Match nicht auskühlen. Vor dem Spiel gilt: Immer sorgfältig warm machen und dehnen!

• Beachvolleyball ist ein idealer Barfußsport. In einem Wissenschaftsprojekt bestätigt Sportmediziner Dr. Kurt Steuer, dass der lockere Untergrund die Gelenke stützt und schont. Allerdings können Fußverletzungen durch Scherben, Steine oder Mulden im Sand drohen. Inspizieren Sie stets das Spielfeld, um größere Vertiefungen zu ebnen oder scharfe Gegenstände zu entfernen.

• Lassen Sie sich von Freunden oder Mitspielern in die Spieltechnik einweisen. Viele Bäder, Clubs und Feriencamps bieten auch entsprechende Kurse an. Das erhöht den Spielspaß und schont gleichzeitig die Finger, die gerade bei Anfängern mit fehlerhafter Technik leiden können. Natürlich gibt es auch Bücher und Medien zum Thema.

• Achten Sie unbedingt auf Sonnenschutz, zum Beispiel mit einer Kopfbedeckung und einer Sonnenbrille, die ausreichend vor UV-Strahlen schützt. Pralle Mittagshitze beim Spielen meiden. Die Sonnencreme mit möglichst hohem Lichtschutzfaktor wählen, am besten aus der Naturkosmetik – die schützt mit mineralischen Pigmenten. Konventionelle Produkte enthalten hingegen meist auch chemische UV-Filter. Diese können in die Haut eindringen und stehen im Verdacht, wie Hormone zu wirken. Nachcremen nicht vergessen!

• Regelmäßige Spielpausen einlegen, vor allem zum Trinken. Wer erst trinkt, wenn der Durst kommt, hat bereits ein Flüssigkeitsdefizit. Zwischendurch an Abkühlung denken, im Schatten oder im kühlen Nass. Jedoch nie erhitzt ins kalte Wasser springen, denn der Temperaturschock bringt sonst den Kreislauf durcheinander.

Link & Buchtipp:

Unter www.beach-volleyball.de gibt es Wissenswertes rund um Beachvolleyball sowie ein Verzeichnis der Spielmöglichkeiten in Ihrer Nähe, darunter auch einige Indoor-Hallen – für alle, die auch in der kalten Jahreszeit nicht auf den Spielspaß verzichten wollen.

Informationen für Einsteiger, vom Schnupperkurs bis zu Techniken und Spielstrategien, finden Sie in diesem Buch:

Markus Hederer, Christian Kolb:
Beachvolleyball: Training – Technik – Spielspaß.
pietsch Verlag 2004, 160 Seiten, 19,90 Euro