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Fitness & Gesundheit

Trimm-Dich im Freien

© gettyimages-Dan Brownsword
© gettyimages-Dan Brownsword

Ob an modernen Outdoor-Geräten oder Bänken und Treppen im Park – Krafttraining und Laufen sind ein ideales Paar. // Manuela Gotthartsleitner-Wagner

Sie sind in immer mehr Stadtparks zu sehen: Futuristisch anmutende Konstruktionen aus glänzendem Edelstahl. Fast könnte man sie für Kunstwerke halten. Doch wer näher hingeht, sieht, dass es sich um Sportgeräte handelt. Die sind nach aktuellen sportwissenschaftlichen Erkenntnissen konzipiert, Schautafeln mit Text und Zeichnungen erklären, wie man Bauch, Beine und Brust daran kräftigt.

Vita Parcours, Fitnessparks oder Fitness Parcours werden diese Trimmstationen genannt. Sie sind die moderne Version der Trimm-Dich-Pfade. Gelaufen wird außen herum im Park, mitunter stehen die Geräte auch entlang beliebter Laufstrecken oder an Flussufern.

Die alten Trimm-Dich-Pfade hingegen lagen eher abgelegen im Wald. Man joggte von Station zu Station, wo Baumstämme und Reckstangen zu Bocksprung und Klimmzügen aufforderten. Viele Menschen folgten damals der Initiative des Deutschen Sportbundes „Trimm-Dich – durch Sport“, der damit Wohlstandskrankheiten wie Übergewicht und Herzinfarkt vorbeugen wollte.

Dann setzte sich Joggen als neuer Breitensport durch, später eröffneten vielerorts Fitnessstudios, die mit zahlreichen Angeboten warben. Die Folge: Die Pfade blieben ungenutzt, sie verkamen oder wurden abgebaut.

Trimm-Dich an modernen Geräten

Seit einiger Zeit jedoch erwecken Frischluftbegeisterte den alten Trend zu neuem Leben. Manch alte Pfade im Wald werden nun restauriert, viele neue Fitnessparks in zentraler Lage errichtet, meist von Gemeinden oder Vereinen.

Wenngleich die Geräte moderner und vielseitiger nutzbar sind, hat sich an den Trainingszielen kaum etwas geändert. „Es ist ein Ausdauer- und Krafttraining zugleich, eine ideale Kombination“, urteilt Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sport-hochschule Köln. Ein weiterer Vorteil des Ganzkörpertrainings: Es ist unabhängig von Öffnungszeiten und zudem noch kostenlos.

An den Geräten sind die Übungen meist sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene erklärt. So kann jeder die passende Belastung für sich wählen. Achtung: Auch wer es langsam angeht, sollte sich unbedingt zuerst aufwärmen, also ein, zwei Runden auf dem Trimm-Dich-Pfad joggen, walken oder Fahrrad fahren, bevor er mit den Übungen beginnt. Das beugt Verletzungen vor. Generell gibt Professor Froböse zu bedenken: „Beim Aufwärmen und beim Training sollte man die Belastung nicht übertreiben, die Kraftübungen ziehen mehr Energie als man denkt.“

Liegestütz an der Parkbank

In Ihrer Nähe gibt es noch keinen Parcours? Workout im Freien, das geht auch ohne Geräte. Einfach mit offenen Augen durch die Straßen und Parks „seiner“ Stadt joggen. Treppen, Geländer und Bänke, Baumstämme, Bäche oder Steine lassen sich prima als Trainingsgeräte nutzen (siehe Kasten). Urban Fitness heißt der neue Trend, der so einfach wie genial ist.

Die Schweizer haben das Turnen an der Parkbank übrigens schon längst entdeckt und nennen es die „Bänkli-Tour“. Zum Freilufttraining daran gehören Liegestützen, Dips, Rumpfmuskelübungen und seitliche Stützübungen.

In Deutschland bietet die Firma Nao Fit ein ähnliches Konzept an: Sie hat multimediale Aktivplaketten mit Übungsvorschlägen entwickelt, die heute schon auf mancher Parkbank kleben.

Wer sich selbst härter rannehmen möchte, für den gibt es neuerdings Bootcamp-Kurse in städtischen Parks und Plätzen. Trimmfit„Bootcamp“ heißen ursprünglich die Trainingslager, in denen Rekruten ihre Grundausbildung bekommen. In München zum Beispiel scheucht Boris Beuke Trainingswillige durch den Englischen Garten. Bei seinen Bootcamp-Kursen gehe es aber nicht um Drill, sondern vor allem um abwechslungsreiches, intensives Training, wie er auf seiner Internetseite betont – und um den Spaß und die Motivation in der Gruppe.

Spielplätze für Opa und Oma Sich draußen an Geräten vergnügen, das haben viele schon als Kind gern gemacht. Klettern, Schaukeln und Balancieren machen aber nicht nur Spaß, sondern fördern zum Beispiel auch das Gleichgewicht. Warum also nicht auch mal als älterer Mensch auf einen Spielplatz gehen? Die gibt es neuerdings speziell für Senioren, eine Idee, die aus China kommt. Menschen jenseits der 60 können an altersgerechten Geräten ihre Kondition und ihre Beweglichkeit stärken. Auf weit über hundert Mehrgenerationen-Spielplätzen in Deutschland können sich Opa und Enkel sogar gemeinsam austoben. Da gibt es sowohl Geräte für Kinder als auch für Erwachsene.

Webtipp

www.trimm-dich-pfad.com
Wer sich draußen trimmen möchte, erfährt auf dieser Internetseite, wo es einen Trimm-Dich-Pfad oder Vita Parcours in seiner Nähe gibt.

Urban Fitness – Die Stadt als Sportstudio

Die Stadt bietet viele Möglichkeiten, um Kraft und Ausdauer zu trainieren: Bänke, Treppen, Geländer und Mauern, Hügel, Gräben und Baumstämme in Parks lassen sich prima als Übungsgeräte nutzen. Einfach einer Outdoor-Fitness-Gruppe anschließen, wie es sie mittlerweile in zahlreichen Großstädten gibt – oder auf eigene Faust losjoggen. Hier einige Vorschläge dazu:

  • Geländer eignen sich gut, um daran Liegestützen zu machen
  • Treppenstufen laden zum Knie-Hebelauf ein: Jede Stufe einzeln nehmen, das fördert die Ausdauer
  • Treppenspringen hingegen schult Sprungkraft und Koordination
  • Betonblöcke oder niedrige Mauern bieten sich für Sprungübungen an 
  • Sit-ups auf Parkbänken sorgen für gestählte Bauchmuskulatur
  • Zum Balancieren empfehlen sich Mäuerchen oder Bordsteinkanten
  • Oder wie wäre es mit Weitsprung über einen kleinen Bach?
  • Liegt ein großer Stein im Weg, einfach mehrmals darauf oder darüber springen, das kommt dem Reaktionsvermögen zugute
  • Lust auf einen Slalomparcours? Dafür sind Pfeiler oder Poller ideal, die zum Beispiel Parkplätze begrenzen
  • Wiesen oder sandige Flussufer bieten sich für ein Offroad-Training an

Noch mehr über Outdoor-Fitness erfahren Sie beim Deutschen Turnerbund unter : www.dtb-online.de