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Von allem viel zu viel!

© istockphoto - NinaMalyna
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Ob Klamotten, Zeitschriften und Krimskrams oder mentaler Ballast wie alte Glaubenssätze und Ängste: Egal womit wir uns belasten, Loslassen befreit! // Jutta Krause

Ballast schleicht sich in unterschiedlichster Gestalt in unser Leben. Der Krempel, der sich im Lauf der Jahre im Haus ansammelt, ist nur die offensichtlichste Variante all dessen, was der Leichtigkeit des Seins im Weg steht. Auch überkommene Glaubenssätze, einengende Denkmuster oder Dinge, die wir schon lange vor uns herschieben, sind wie Bleigewichte, die das Vorwärtskommen erschweren. Alte, ungelöste Probleme, nicht abgeschlossene Beziehungen und Verletzungen, die nicht verziehen sind, lassen uns ebenso wenig im Hier und Jetzt ankommen wie nostalgisches Festhalten an der Vergangenheit.

Platz schaffen für Neues

Ballast ist letztlich alles, was uns daran hindert, zu wachsen, Neuland zu betreten und unsere Lebensziele zu verwirklichen. Er behindert den Fluss der Lebensenergie. Die Perspektive geht verloren, Träume geraten aus dem Blick oder werden auf später verschoben. Ballast abwerfen bringt neuen Schwung, mit dem Veränderungen wie von selbst gelingen können.

„Simplify, simplify!“, riet der amerikanische Philosoph Henry David Thoreau seinen Lesern schon 1854. Sein Klassiker „Walden“ besingt poetisch und wortgewaltig das einfache Leben in der Natur und legt die geistige Grundlage für all die Ratgeber, die uns den Weg zum einfacheren, erfüllten Leben weisen wollen. Sie haben durchaus ihre Berechtigung, denn so einleuchtend „Simplify“ und „Downshifting“ auch sind, ihre Umsetzung ist doch für die meisten Menschen eine echte Herausforderung. Motivation und guter Rat sind da sehr gefragt.

Ein guter Einstieg ins einfache Leben ist das Entrümpeln auf der materiellen Ebene, denn das hat mehr mit unserem Selbst zu tun als gemeinhin angenommen. Meist gibt es einen Grund, weshalb gerade diese Sandsäcke in unserem Leben verankert sind. Den gilt es zu finden. Entrümpeln ist deshalb alles andere als eine dröge Beschäftigung für Regentage. Vielmehr kann es eine spannende Recherche in die eigene Psyche sein. Mit jedem Gegenstand, den wir prüfen und beurteilen, ob er uns nützt oder belastet, zu uns passt oder nicht, stellen wir implizit Fragen: Was gehört zu mir? Was ist mir wichtig? Wie will ich leben? Beim Entrümpeln ziehen wir Bilanz, stellen uns unseren Ängsten und haben gerade deshalb die Chance, alte Träume wiederzuentdecken oder neue zu finden.

Von allem viel zu vielLoslassen lernen

Am schwersten ist es, sich von Gegenständen zu trennen, die mit Emotionen aufgeladen sind, weil wir sie mit einer geliebten Person, einem schönen Ereignis, einer glücklichen Zeit verbinden. Vergangene Glücksmomente in Form von Dingen festhalten zu wollen, führt indes vor allem dazu, dass man selbst am Vergangenen hängenbleibt. Hier hilft es, sich zu fragen: Tut mir das gut? Stimmt es mich froh oder traurig? Brauche ich so viele Gedächtnisstützen? Oft ist es gut, einige wenige, besonders „wertvolle“ Stücke zu behalten und einen guten Platz für sie zu finden.

Für das Loslassen hat die Ratgeberliteratur viele hilfreiche Tipps parat: Etwa die „Drei-Kisten-Methode“, in die wir Müll, Dinge zum Weitergeben und Dinge, die uns am Herzen liegen, einsortieren – ergänzt durch eine weitere Kiste für alles, was sich nicht so leicht zuordnen lässt. Die Kiste kommt für gewisse Zeit in ein Zwischenlager und wird schließlich – wenn inzwischen nichts darin vermisst wurde – ungeöffnet weggeworfen. Oder die „Dreißig-Sekunden-Methode: Nicht länger überlegen, sondern die Dinge spontan nach Bauchgefühl einordnen – zugegeben nicht jedermanns Sache. Doch es lohnt sich: Krempel loslassen löst energetische Blockaden und bringt uns mit unseren Lebensthemen in Berührung.
Je mehr Klarheit in unserer Umgebung entsteht, desto mehr klären sich auch Gedanken und Gefühle. Das schafft Gelegenheit, sich auch mit dem mentalen Ballast zu beschäftigen. Dazu gehören einengende Glaubenshaltungen, Vorurteile, Ängste oder Mangeldenken, das sich oft in sinnlosem Horten äußert. Denkmuster wie „Ich bin nicht gut genug“, „Ich muss immer alles perfekt machen“, „Ich kann nicht Nein sagen“ bestimmen – oft unbewusst – unsere Handlungen und bilden nicht selten die Wurzel für wiederkehrende Probleme. (© fotolia)

Neue Denkmuster finden

Ist man sich solcher Denkmuster erst einmal bewusst, kann man sie gezielt durch neue, positive ersetzen. Und sich öfter mal entspannt sagen: „Ich bin liebenswert, so wie ich bin“ statt „Ich bin nicht gut genug“. Auch bei mentalem Ballast kann die Drei-Kisten-Methode helfen: Für Kiste eins blockierende Gedanken oder Verhaltensweisen aufschreiben und das Papier schnell entsorgen, etwa verbrennen oder vergraben. Kiste zwei ist für alte Muster, die man loswerden will, aber noch nicht kann. Akzeptieren, aufschreiben und ab und zu angucken, bis die Zeit reif ist, sie zu entsorgen. Kiste drei ist die Schatztruhe für alles, was stärkt und nützt. Unbedingt aufbewahren!

(Foto: iStock – NinaMalyna, fotolia.com)

Tipps: Den Kopf befreien

Den Kopf befreien (Foto: iStock – Cristie Guevara)

Prioritäten setzen Mit Informationsüberflutung auf allen Kanälen sind die meisten von uns überfordert. Hier ist es notwendig, zwischen wichtigen und unwichtigen Informationen zu unterscheiden.

Ausschalten Gegen den Denkstau hilft, sich im Alltag immer mal wieder auszuklinken. Zeit für Muße einplanen – etwa beim Spaziergang. Handy abschalten, mal nicht erreichbar sein und die kleine Auszeit einfach genießen.

Dranbleiben Für wichtige Aufgaben Zeit schaffen, in der man sich ganz darauf konzentrieren kann. Den Arbeitsfluss möglichst nicht unterbrechen. Öfter mal Single- statt Multitasking praktizieren.

Mut zur Lücke Die Zeitungsstapel der vergangenen Wochen, die als stummer Vorwurf das Wohnzimmer blockieren, einfach einmal ungelesen entsorgen – und sich in der so gewonnenen Zeit fragen: Was ist für mich wirklich wichtig? (Foto: iStock – Cristie Guevara)