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Naturkosmetik-Wissen

Dufterlebnis in Paris

© Weleda
© Weleda

„Naturdüfte berühren uns auf ganzheitliche Art“, sagt Parfümeur Olivier Biedermann. Im Weleda-Spa in Paris erklärt er unserer Autorin, wie das funktioniert. // Astrid Wahrenberg

Die Oase liegt nur einen Katzensprung von der Avenue des Champs-Élysées entfernt: Wer den Espace Weleda Paris betritt, lässt die Hektik der Großstadt hinter sich. Wasser plätschert, exotische Pflanzen überwuchern die Wand dahinter, grasgrüne Hocker laden zum Verweilen ein.

Auf der anderen Seite liegt der Spa, ein stiller Raum im schlichten Weiß – dort lassen sich Pariserinnen im sanften Schummerlicht mit Naturkosmetik verwöhnen. Hierhin hat Weleda eingeladen, um seine drei neuen Naturparfüms „Jardin de Vie“ vorzustellen. Ein Stockwerk höher fordert Weleda-Parfümeur Olivier Biedermann erst einmal zu einem Geruchsexperiment auf. Allerdings zunächst nicht mit Parfüm, sondern mit Schokolade.

Geruchsexperiment

„Halten Sie sich die Nase zu und legen Sie ein Stück auf die Zunge.“ Die Schokolade schmilzt im Mund. „Und jetzt durch die Nase atmen“, sagt er. Plötzlich entfaltet sich ein Orangenaroma. Das hat die Zunge nicht erkannt. Sie unterscheidet nur die fünf Geschmacksrichtungen süß, sauer, bitter, salzig und umami. Erst die im Nasen-Rachenraum befindliche Riechschleimhaut hat das volle Spektrum der mit natürlichem Orangenöl aromatisierten Schokolade registriert. Unser Nerven-system leitet die Eindrücke ins limbische System unseres Gehirns weiter, dort sind unsere Emotionen zu Hause.

Den Unterschied von natürlichen und synthetischen Düften demonstriert Biedermann mit einer Riechprobe. Dazu taucht er einen Papierstreifen in ein braunes Fläschchen. Der Duft explodiert in der Nase – Vanille, synthetisch. Sehr intensiv, automatisch bringt man das Riechpapier etwas auf Abstand von der Nase. Die natürliche Vanille riecht im direkten Vergleich sehr dezent. Doch bei jedem Schnuppern eröffnen sich neue Nuancen. Denn während ein chemischer Duft aus wenigen Molekülen besteht, kann sich ein Naturduft aus mehreren Hundert verschiedenen Duftmolekülen zusammensetzen.

Komplexes Sinneserlebnis

Ein natürliches ätherisches Rosenöl kann 400 Einzelsubstanzen enthalten. Auf dieses komplexe Sinneserlebnis sprechen unsere Gefühle offenbar besonders gut an.

„Naturdüfte nehmen tieferen Einfluss auf unsere Gefühlswelt und berühren uns auf ganzheitliche Art“, erklärt Biedermann. Düfte haben daher für Weleda eine viel größere Dimension als einfach nur ein guter Geruch. „Was wir rie­­chen, beeinflusst unsere Gefühle unmittelbar“, sagt der Parfümeur. Sie können spontan auch lange zu­rück­liegende Erinnerungen wecken. So erinnert vielleicht der Duft nach frisch gemähtem Gras an Samstagnachmittage der Kindheit. „Gerüche lösen eine intensive Nervenaktivität aus und setzen im Körper Prozesse in Gang.“ Hormonhaus­halt, Immunsystem und Blutdruck würden angeregt.

Daher ist für Weleda der Duft einer Kosmetik auch ganzheitliche Wirkung. So soll beispielsweise Rosenduft harmonisierend wirken, Zitrusnoten die Stimmung aufhellen und Lavendelduft beruhigen.

Parfüm passend zur Creme

Und wie riechen sie nun, die drei neuen Eaux Naturelles Parfumées? Mit einem Gehalt zwischen drei und acht Prozent ätherischer Öle sind sie leicht, ähnlich wie ein Eau de Cologne. Die Duftnoten selbst sind quasi alte Bekannte. Denn der Naturkosmetik-Hersteller hat sich bei der Komposition von seinen Pflegeserien Wildrose, Sanddorn und Granatapfel leiten lassen. So lässt sich der Geruch der Lieblingscreme künftig mit einem Naturparfüm ergänzen.