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Naturkosmetik-Wissen

Faire Partner: Doppelter Gewinn für die Bauern

(© Primavera)
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130 Kilogramm Blätter werden für jeden Destillationsvorgang benötigt – diese Menge ernten die Frauen pro Tag. (© Primavera)
Die Öldestillation dauert etwa acht Stunden. Das Feuer wird mit getrockneten Blättern ständig am Laufen gehalten. (© Primavera)

Der Naturkosmetik-Hersteller Primavera bezieht Cajeputöl aus Kambodscha – ein faires Projekt. // Astrid Wahrenberg

Von A wie Angelikawurzel bis Z wie Zypresse – rund 140 naturreine Duftöle von Blüten, Hölzern, Harzen und Wurzeln umfasst das Primavera-Sortiment. Viele der Essenzen besitzen ein heilkräftiges Potenzial, darunter auch das eukalyptusartig duftende Cajeputöl. Aromatherapeuten schätzen das ätherische Öl aus der immergrünen Pflanze als Erkältungsmittel und bei Husten. Eine Besonderheit ist die gute Verträglichkeit bei Kindern.

Allerdings gab es Cajeputöl in den letzten zwei Jahren nicht mehr im Primavera-Sortiment. Der Grund: „Unser Labor hat in allen Proben und Musterlieferungen von diversen Anbietern weltweit Benzol-Rückstände gefunden. Daher haben wir es nicht mehr angeboten“, sagt Produktmanagerin Linda Schaar. Benzol kam oft als Lösungsmittel im Extraktionsprozess zum Einsatz. Heute ist es wegen seiner Toxizität verboten. Rückstände davon haben in einem naturreinen Öl nichts zu suchen.
Dauerhaft auf das bewährte Öl zu verzichten war genauso wenig eine Lösung wie Abstriche bei der Qualität. Also packte Primavera-Einkaufsleiter Gerhard Benz die Koffer, um in Asien nach Anbaupartnern für eine langfris­tige Partnerschaft zu suchen. Fündig wurde Benz schließlich in Kambodscha, in einem 140 Kilometer von der Hauptstadt Pnom Penh entfernten Dorf mit 535 Einwohnern. Der Cajeput­baum wächst hier überall und wild. Die Khmer stellen daraus traditionell ein ätherisches Öl her, das sie bei Schmerzen, Magen-Darmbeschwerden, Prellungen und Insektenstichen einsetzen.

Zusammen mit der in Kambodscha ansässigen deutsch-kambodschanischen Firma Kam Spices entwickelte das Allgäuer Unternehmen binnen zwei Jahren ein Anbauprojekt. Für die Schulung der Bauern schickte Primavera eigene Experten vor Ort und investierte in eine professionelle Edelstahldestille. 2018 trug die Arbeit Früchte, „seither können wir Cajeput endlich wieder in höchster Güte anbieten“, sagt die Primavera-Projektverantwortliche Andrea Dahm. Benzolrückstände kann das Unternehmen sicher ausschließen. „Die traditionelle Wasserdampfdestillation arbeitet nur mit heißem Wasserdampf und nichts anderem“, sagt Dahm.

Die Cajeputbauern sind nun Teil des weltweiten Primavera-Partnernetzwerks von derzeit 12 Anbaugemeinschaften – von der Lemongrass-Initiative in Bhutan bis zu den Rosenbauern in der Türkei.

Aktuell arbeitet Primavera mit bis zu zehn Familien aus zwei Nachbardörfern zusammen, darunter die Familie von Cheang Saphom (58) und seiner Frau Nuon Kntehar (54). Drei ihrer vier Kinder sind aus dem Haus, die jüngste Tochter (14) und ein Enkelsohn leben noch bei den beiden. Bislang verdiente der Kleinbauer den Lebensunterhalt für die Familie wie die anderen Männer aus dem Dorf auf den Reis- und Zuckerrohrfeldern. Etwa drei Viertel der Bevölkerung in Kambodscha leben von der Landwirtschaft.

Primavera schließt mit den Khmerfamilien langfristige Abnahmeverträge. Das Unternehmen zahlt für das Öl den doppelten Preis dessen, was die Bauern von lokalen Aufkäufern bekommen, die Handel mit Nachbarländern wie Vietnam betreiben. „So bleibt die Wertschöpfung im Land und verbessert die Lebensperspektive auch für die junge Generation, die auf dem Land kaum Entwicklungsmöglichkeiten hat“, sagt Dahm. Jeder Zweite in Kambodscha ist unter 25 Jahre alt. Langfristig sollen rund 200 Familien von der deutschen Initiative profitieren.

Früh am Morgen, wenn der Ölgehalt in der Pflanze am höchsten ist, macht sich Nuon mit den anderen Frauen aus dem Dorf auf den Weg, um die Zweige der wildwachsenden Cajeputpflanze mit der Sichel zu schneiden. Das robuste Gewächs ist innerhalb von drei bis vier Monaten von Kniehöhe wieder schulterhoch nachgewachsen. Der Klimawandel hat der Region unregelmäßige Regen- und Trockenzeiten gebracht, daher gibt es anders als früher keine festen Erntezeiten mehr. Um die Cajeputpflanze vorbeugend vor Übernutzung zu schützen, setzt sich Primavera derzeit dafür ein, dass die Kriterien für eine zertifizierte Wildsammlung eingehalten werden. Eine Zertifizierung ist für das Jahr 2020 geplant.

Die Frauen schneiden am Tag immer nur die Menge Blätter, die für einen Destillationsvorgang benötigt wird. Das sind rund 130 Kilogramm. Die vollen Säcke bringen sie mit dem Moped oder dem Fahrrad zur Destille. Dort helfen die Männer bei dem aufwendigen Prozess. Rund acht Stunden dauert die Destillation des ätherischen Öls. Um die nötige Temperatur in der Destille zu gewährleisten, müssen die Männer das Feuer ständig beschicken. Traditionell verwenden sie dafür getrocknete Cajeputblätter. Aus 130 Kilo Blättern entsteht am Ende etwas mehr als ein Kilo ätherisches Öl.

Inzwischen verdienen Cheang und Nuon rund 60 Prozent ihres Einkommens mit dem Cajeputprojekt. Die Partnerschaft mit dem deutschen Unternehmen sichert nicht nur die Lebensgrundlage. Mit dem regelmäßigen Einkommen können die Kleinbauern planen und zum Beispiel ihre Kinder auf weiterführende Schulen schicken und ihnen eine gute Ausbildung
ermöglichen.

Rar und wertvoll: Cajeputöl

Der Cajeputbaum, auch Myrtenheide genannt, ist unter anderem in Australien und Südostasien heimisch. Der Baum wird 30 bis 40 Meter hoch. Er gilt als robust und wächst sehr schnell. Seine Blätter sind spitz und tragen zahlreiche Öldrüsen. Beim Zerreiben riechen sie stark aromatisch und eukalyptusartig. Der Name Cajeput stammt aus der malayischen Sprache: „kaja“ bedeutet weiß und „putie“ Holz. Das Öl aus den Blättern wird zur aromatherapeutischen Behandlung von Erkältungskrankheiten und Husten eingesetzt und gilt auch als gut verträglich für Kinder. Es wirkt außerdem als Massageöl lindernd bei Muskel- und Gelenkschmerzen und wird bei Sportverletzungen eingesetzt.


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