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Naturkosmetik-Wissen

Firmenportrait: Als Frau Beer ihr grünes Wunder erlebte

Aloe-vera-Pflanzen enthalten 200 Vitalstoffe. Aloe-vera-Pflanzen (links) enthalten 200 Vitalstoffe.
Sabine Beer entdeckte ihre Wirksamkeit auf der eigenen Haut. (© Santaverde GmbH)
(© Santaverde GmbH)
Das wirkstoffreiche Aloe-vera-Gel wird von der Blatthülle getrennt. (© Santaverde GmbH)
Heute produziert sie Naturkosmetik mit Aloe-Saft. (© Santaverde GmbH)
(© Santaverde GmbH)
Geschäftsführerin Sabine Beer (unten, Mitte) mit langjährigen Mitarbeitern. (© Santaverde GmbH)
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Der Firmensitz von Santaverde in Andalusien. (© Santaverde GmbH)

Vor 30 Jahren entdeckte Sabine Beer die Kraft der Aloe vera – und gründete Santaverde, ihr Naturkosmetik-Unternehmen. // Astrid Wahrenberg

Manchmal gibt es Zufälle, die wegweisend sind. So wie das Aloe-vera-Blatt, das Sabine Beer vor mehr als 30 Jahren von ihrem Nachbarn geschenkt bekam. Die Hamburgerin hatte sich mit ihrem Mann gerade eine Finca in Andalusien gekauft. „Wir wollten sie als Ferienhaus und Erholungsort von unserer anstrengenden Arbeit für uns und unsere sechsjährige Tochter nutzen“, sagt sie. Denn beide Beers führen schon damals eigene Unternehmen.

Sie lernen bald die Nachbarn kennen, darunter einen Texaner, den „Marlboro Man“, wie ihn die Beers wegen seines Kleidungsstils und der im Mundwinkel hängenden Zigarette nennen. Der baut auf seinem Grundstück Aloe vera an und verkauft sie in Amerika. Dort ist die feuchtigkeitsspendende Pflanze bereits heiß begehrt, in Europa dagegen noch relativ unbekannt. Eines Abends drückt er der jungen Deutschen eines der Aloe-Blätter in die Hand und gibt ihr den Tipp, gelartigen Pflanzensaft auf ihre Haut aufzutragen. Zunächst ist Sabine Beer das Geschenk etwas peinlich. „Er hatte meine starken Hautprobleme erkannt, obwohl ich dick Make-up aufgelegt hatte“, erinnert sie sich. Sie tut, was ihr der Nachbar empfiehlt und lässt die teure Kosmetik aus der Parfümerie weg. Und siehe da: Zwei Wochen später sind ihre Hautprobleme so gut wie verschwunden.

Zurück in Deutschland sucht sie vergebens nach einer vergleichbaren Aloe-Qualität. Schließlich kaufen Sabine und Kurt Beer dem texanischen Nachbarn einfach 4.000 Pflanzen der Sorte Aloe vera Barbadensis Miller ab. „Ich wollte den Pflanzenextrakt für mich benutzen. Was wir mit der restlichen Ernte anfangen sollten, würde sich schon ergeben.“ Dass aus dieser Idee eine Naturkosmetik-Firma werden würde, ist Sabine Beer zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar.

So hatten die noch jungen Pflanzen viel Zeit zum Wurzeln und Wachsen – ohne Pestizide und chemisch-synthetische Dünger. Das sorgt für hohe Wirkstoff-Konzentrationen, denn ohne Dünger wachsen die Pflanzen langsamer und nehmen dabei weniger Wasser auf. Aloe-vera-Saft enthält mehr als 200 Vitalstoffe, darunter essenzielle Aminosäuren, Enzyme, Mineralsalze, Vitamine und Antioxidantien. Der wichtigste Inhaltsstoff ist die sogenannte Aloverose, ein spezieller Mehrfachzucker, dem eine wundheilende Wirkung zugeschrieben wird. 

Drei Jahre später sind die Bio-Pflanzen erntereif – und Sabine Beer versucht, sie Kosmetikfirmen anzubieten. Doch denen ist der Rohstoff zu teuer. Üblicherweise stecken in Cremes und Lotionen 70 bis 80 Prozent Wasser  – und das ist nun mal billiger als Aloe-vera-Saft. In der kosmetischen Industrie kommt Aloe vera meist nur als hochverarbeitetes Pulverkonzentrat zum Einsatz, das mit Wasser rückverdünnt wird.

Erfolgsrezept: Aloe-Vera-Saft statt Wasser

Kurzerhand entscheidet sich die Unternehmerin, eine eigene Naturkosmetik-Firma mit einem besonderen Rezepturprinzip zu gründen: In den Produkten soll kein Wasser verarbeitet werden, sondern frisch gepresster Aloe-vera-Saft. Das Paar tüftelt drei Jahre lang, bis eine geeignete Formulierung entwickelt ist. Die Mühe lohnt sich: Bei Ökotest und Stiftung Warentest schneiden die Gesichtscremes sehr gut ab. Dazu kommen über die Jahre internationale Auszeichnungen wie der Prix de Beauté und der Gala Spa Award für die Anti-Aging-Produkte.

Gerade hat Sabine Beer wieder eine Woche auf der Santaverde Finca in Andalusien verbracht. Dort spricht sie mit den Mitarbeitern der Finca, die alle schon viele Jahre dabei sind: Wie läuft die Ernte? Wie geht es den Pflanzen? Sie war auf den Feldern und hat sich die Wüstenlilien genau angeschaut. Etwas mehr als kniehoch wachsen die erntereifen Pflanzen mit ihren stacheligen Blättern in Reih und Glied.

Nur die äußeren drei oder vier Blätter schneiden die Erntehelfer vorsichtig in Bodennähe ab. Sie sind die ältesten und erntereifsten mit den meisten aktiven Inhaltsstoffen. Die Pflanze selbst wächst dann fleißig von innen nach. Die Aloe vera fühlt sich an der andalusischen Costa del Sol mit heißen Sommern und kühlen, frostfreien Wintern wohl. „Die Temperaturunterschiede führen dazu, dass die Pflanze große Mengen an Aloverose produziert“, erklärt Sabine Beer, „so erzielen wir eine außerordentlich wirkstoffreiche Qualität.“

Handarbeit bewahrt die Wirkstoffe

Während ihres Aufenthalts besucht die 62-Jährige auch die Produktion inmitten der Aloe-Felder. In der Erntezeit arbeiten in dem modernen Glasbau zwischen acht und zehn Spanierinnen aus dem angrenzenden Städtchen Estepona. Sie waschen die Blätter, kappen Ende und Spitze eines jeden Blattes mit einer Machete und entfernen die dornenbesetzen Blattseiten. Danach werden die Blätter ähnlich wie Fisch filetiert: Eine Arbeiterin legt mit einem speziellen Schneidwerkzeug das gelartige, fast durchsichtige Innere frei. Dieser Arbeitsschritt braucht Erfahrung, denn direkt unter der dicken Blatthülle befindet sich eine gelbe Flüssigkeit mit dem Inhaltsstoff Aloin. Die Substanz wirkt abführend und darf nicht im Aloe-vera-Saft landen.

Das Prozedere, das mit dem Einfrieren für den Transport nach Deutschland endet, erfolgt auf der andalusischen Farm in sorgfältiger Handarbeit. Anders in der industriellen Fertigung: Dort schneiden Maschinen die Aloe-Blätter samt Schale in Stücke und pressen sie aus. Das unerwünschte Aloin wird herausfiltriert, wobei wertvolle Begleitstoffe verloren gehen, die für die Wirkung der Aloe vera auf der Haut unerlässlich sind.   

Obwohl Sabine Beer während ihrer Zeit auf der Santaverde Finca ein volles Programm hat, schafft sie es doch, einen Gang herunterzuschalten. „Hier gönne ich mir nach dem Mittagessen eine kleine Siesta“, sagt sie. Und wenn sie von ihrer Veranda aufs Meer, auf das Licht, die Farben und die Natur ringsum schaut, dann denkt sie daran, wie alles angefangen hat. Und dass sie es genau so wieder machen würde.

Noch mehr zu „30 Jahre Santaverde“ finden Sie unter: www.santaverde.de.

Steckbrief

Name: Santaverde GmbH

Gegründet: 1988 in Hamburg, Gründerin und Geschäftsführerin Sabine Beer

Sitz: Hamburg, Deutschland und Estepona, Andalusien

Mitarbeiter: 30

Produkte: 30 Produkte aus dem Sortiment Naturkosmetik sowie Aloe-vera-Saft zum Trinken und frische Aloe-vera-Blätter.

Siegel: Natrue, Vegan, Leaping Bunny

Homepage: www.santaverde.de