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Naturkosmetik-Wissen

Faire Partner: Ganz und gar aus Afrika

Aus Geschäftspartnern wurden Freunde: Der Ghanaer Abiola  Ogunrinde (links) produziert in seiner Firma in Nigeria schwarze Seife. Stephan Bartmann wurde per Zufall auf sie aufmerksam. (© spa vivent)
(© spa vivent)
Die gesamte Wertschöpfungskette der schwarzen Seife „Dudu-Osun“ bleibt in Afrika. (© spa vivent)
Unsere Bilder zeigen  die Produktion in der Seifenfabrik in der nigerianischen Stadt Lagos. (© spa vivent)
(© spa vivent)

Die Firma Spa Vivent handelt fair mit schwarzer Seife. Die wird auch fair produziert – in Afrika. // Astrid Wahrenberg

Stephan Bartmann, dem Gründer der Spa Vivent Vertriebs GmbH, ging es wie den meisten, die zum ersten Mal ein schwarzes Seifenstück in den Händen halten. „Ich habe mich gefragt: Wieso ist die schwarz – was ist da drin?“, erinnert er sich. Neun Jahre ist das jetzt her, damals arbeitete er noch als selbstständiger Architekt. Ein LKW hatte gerade einen Container voller Seifenschachteln auf seinem Hof abgeladen. „Dudu-Osun“ stand auf den Kartons. Sie stammten aus der Konkursmasse von einem seiner Kunden.

Dass die schwarze Seife etwas Besonderes ist, dämmerte ihm, als wenig später ein Mitarbeiter eines nachhaltigen Versandhandels anrief. Er hatte von der Ladung erfahren. Die „Dudu-Osun“ – der Name bedeutet auf Deutsch „Schwarze Heilige“ – sei eine traditionelle, hautfreundliche Naturseife aus Nigeria, bekannt und beliebt in ganz Westafrika und den USA. In Europa war sie hingegen noch weitgehend unbekannt. Da habe er so langsam verstanden, was für einen Schatz er in Händen hielt, erzählt Bartmann.    

Die Geschichte der Seife geht zweieinhalbtausend Jahre zurück, und bis heute wird sie nach der traditionellen Rezeptur produziert. Früher hätten Heilkundige damit Hautprobleme kuriert, hat Bartmann erfahren. Das mag an den wertvollen Inhaltsstoffen liegen, darunter Sheabutter, Palmöl, Honig, Zitronensaft und Aloe vera. Die schwarze Farbe bekommt sie durch Asche-Bestandteile, wofür Palmblätter und Kakaoschoten verbrannt werden. Die alkalische Pflanzen- asche sorgt für die Verseifung des Öls und damit für die feste Form. Bei in Europa bekannten Seifen wird dazu Natronlauge genutzt.

Zulieferer kommen aus der Region

Die „Dudu-Osun“ ist ein Allroundtalent und eignet sich zum Waschen von Körper, Gesicht und Haaren, und aufgeschäumt als rückfettende Maske, die besonders bei Akne hilft und für die Rasur verwendet werden kann.

Stephan Bartmann hat sich mit der Zeit zu einem Seifen-Experten entwickelt. Je kleiner der Vorrat im Container wurde, um so sicherer wusste er, dass die Geschichte danach nicht zu Ende sein würde. Schließlich traf er sich in Frankfurt am Main mit Abiola Ogunrinde, dem Chef der Firma Tropical Naturals, die die „Dudu-Osun“ herstellt. Zum Gegenbesuch in die Seifenfabrik in der nigerianischen Stadt Lagos reiste Bartmann dann gemeinsam mit seiner Frau Erica Ramsay und dem Rechtsanwalt Dr. Adeh von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) aus Bremen, der die Dokumentation für den fairen Handel führte. Danach war Bartmann Feuer und Flamme. „Modernster Industriestandard, faire Löhne, soziale Arbeitsbedingungen, Frauen und Männer in allen Produktionsbereichen, Hierarchien und Leitungsfunktionen – alles 1a“, sagt er. Rund 300 Männer und Frauen arbeiten dort, rund 200.000 Stück Seife verlassen die Fabrik jeden Tag und werden unter anderem nach Europa, Amerika, Russland, Saudi Arabien und Südafrika geliefert. Was Bartmann besonders begeistert: Die gesamte Wertschöpfungskette bleibt in Afrika, und auch die Zulieferer kommen aus der Region.

„Tropical Naturals hat den Bauern geholfen, Kooperativen aufzubauen und in Infrastruktur wie Produktionsanlagen, die Wasserversorgung und Elektrizität investiert“, erzählt er. Die Palmen wachsen in Mischkulturen und sind bio-zertifiziert. Für die Imker, die den Honig für die „Dudu-Osun“ liefern, habe Ogunrinde Bienenwohnungen bauen lassen. Er sei in Nigeria als Wohltäter bekannt: Ogunrinde hat mehr als ein Dutzend Schulen gebaut, außerdem Bibliotheken und Krankenstationen. In ländlichen Gegenden unterstützt er Hilfsbedürftige mit Lebensmitteln, Kleidung und sozialen Einrichtungen. Politiker wie Barack Obama und Joachim Gauck würdigten sein Engagement.

In seiner Begeisterung für die Seife und das fair-soziale Projekt gab Bartmann seinem Geschäftspartner in spe kurzerhand die Markenrechte für die „Dudu-Osun“ zurück, die er als Dreingabe zum Seifencontainer bekommen hatte. „Das war unser Geschenk für eine ehrliche Handelspartnerschaft“, sagt er. Danach fing die Arbeit so richtig an: Firmengründung, Papierkram mit den Behörden, die Zulassung der Seife nach EU-Kosmetikverordnung – und zu lernen, wie man eine Weltmarke aufbaut und vertreibt. 2016 folgten weitere Meilensteine: Die Bio-Zertifizierung der Seife, der erste Auftritt auf der Fachmesse Vivaness und 2018 die Zertifizierung des ganzen Unternehmens als klimaneutral. 

Das Unternehmen Spa Vivent führt  Bartmann gemeinsam mit seiner Frau. Zu ihrem afrikanischen Geschäftspartner Ogunrinde pflegen sie einen engen Kontakt. Kürzlich hat Bartmann mit dessen Sohn, dem zukünftigen Chef der nigerianischen Seifenfabrik, gemeinsam eine Messe veranstaltet.

Der Duft der „„schwarzen Heiligen“

In Afrika liebt man die schwarze Seife „Dudu-Osun“ (übersetzt:  „Schwarze Heilige“) parfümiert. Extra für den europäischen Markt hat der afrikanische Hersteller Tropical Naturals eine parfümfreie Variante entwickelt. Das Seifenstück riecht dezent und leicht erdig nach den natürlichen Rohstoffen. Wer‘s duftend mag, der bekommt die Seife aber auch mit Zitrus-Sandelholz-Note zu kaufen.

• Made in Nigeria ist außerdem die fair produzierte und fair gehandelte kaltgepresste Sheabutter. Das Unternehmen Spa Vivent füllt sie in Ultraviolettglas-Tiegel ab, um die Inhaltsstoffe der veganen Naturcreme vor Licht zu schützen. Die Butter aus den Nüssen des Sheanuss-Baumes (Karitébaum) gilt in Afrika schon lange als universelles Schönheitsmittel. Mit einem speziellen Verfahren wird ihr im Ursprungsland der Wachsanteil entzogen. Daher zieht sie besonders gut in die Haut ein.


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