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Naturkosmetik-Wissen

Gesunde Gesichtsfarbe

Plastik im Rouge? Nicht mit Naturkosmetik! Womit sie sonst noch punktet. // Astrid Wahrenberg

Ein Hauch Rouge auf den Wangen, schon wirkt ein müdes Gesicht frischer – fast wie nach einer Yoga-Stunde oder einem Spaziergang an der frischen Luft. Ob fest, lose oder cremig, welche Variante Sie bevorzugen, bleibt Ihnen überlassen. Hauptsache, es sind nur gute Zutaten drin.

Als Basis für festes Rouge nutzt Naturkosmetik Talk oder Glimmer (Mica), die man aus mineralischem Gestein gewinnt. Auch Maisstärke kommt dafür in Frage oder Zeolith, ein feiner Puder aus Vulkangestein, der zugleich antioxidativ wirken soll. Bei losem Rouge ist glitzerndes Mica die wichtigste Zutat. Hinzu kommen Farbpigmente (siehe Kasten) und ein bis zwei Hilfsstoffe, damit der Puder nicht klumpt und gut auf der Haut haftet.

Pudriges wie festes Rouge trägt man am besten mit einem weichen Pinsel auf. Vorsichtig beginnen, denn die Farbe ist hoch konzentriert. Zu viel davon lässt das Gesicht schnell wie angemalt aussehen.

Farbe geben, beruhigen und pflegen

Creme-Rouge, das mit den Fingern verstrichen wird, gibt es in der Naturkosmetik eher selten. Denn es ist gar nicht so leicht, mit gehärteten Pflanzenfetten und -wachsen eine fedrig-leichte Textur hinzubekommen. Herkömmliche Hersteller erreichen das mit synthetischen Silikonölen und Paraffinen, die lange auf der Haut haften ohne ölig zu glänzen. Sie belasten jedoch die Umwelt und pflegen kaum.

Auch Mikroplastik steckt in manch konventionellem Rouge, als billiges Füll- oder Bindemittel. Ferner chemische Emulgatoren und synthetische Farbstoffe aus der Gruppe der Amine, von denen manche als krebserregend gelten. All diese Substanzen sind für Naturkosmetik tabu.

Sie schenkt aber nicht nur ein gesünderes Rot, sondern pflegt die Haut auch besser. Insbesondere feste und cremige Rouges enthalten pflanzliche Fette wie Jojobaöl und Kakaobutter, die die Haut gut aufnehmen kann. Auszüge von Malve, Zaubernuss oder Wundklee im Rougetöpfchen wirken hautberuhigend. Cranberry-, Apfelsamen- und Braunalgenextrakt darin sollen die Faltenbildung bekämpfen.


Rouge (© Tabea Matern)

1 Talentiert: Das Multi Effect Beauty Blush 02 Cranberry von Sante ergibt beim Mischen aller sechs Nuancen einen rotbraunen Pfirsichton. 2 Hauchzart: Der seidige Blush Powder Pink Watermelon von GRN verleiht den Wangen eine zartrosa Farbe, die lange halten soll. 3 Winterlich: Living Nature empfiehlt das Rouge Cool Winter für warme Farbtypen; für kühle Farbtypen gibt‘s die Sorte Warm Summer. 4 Anti-Aging: Das Logona Blush No. 01 Rose & Pink soll die Hautalterung mit Cranberry- und Apfelsamenextrakt bekämpfen. 5 Belebend: Marie W. beschreibt ihr loses Puder Rouge No. 1 - 3 Vital Warm als eine harmonisierende, warme Nuance mit verjüngendem Effekt. 6 Ergiebig: Das beerenfarbene Blush Berry Please von Benecos geht dank Refill-System nicht zu Ende. 7 Vegan: Das cremige Rouge Natural Mousse Blush Classic Nude 01 von Lavera kommt ohne tierische Zutaten aus. 8 Raffiniert: Das Blush Duo Sun-Kissed Nectarine von Dr. Hauschka kann zweierlei: Der dunkle Ton konturiert, der helle setzt Glanzlichter.


Farbvielfalt aus der Natur

Rouge oder Blush, wie das Wangenrot auch genannt wird, gibt es als Monofarbe, als Duo oder Trio mit aufeinander abgestimmten Farben. Rosa, Apricot und leuchtendes Rot, Dunkelrot, Violett und Ocker stammen bei Naturkosmetik von natürlichen mineralischen Pigmenten. Das sind meist Eisenoxide gemischt mit weißem Zink- und/oder Titandioxid.

Ein häufiger Farbstoff ist außerdem das Rot der Cochenille-Laus, an dessen Leuchtkraft weder pflanzliche noch mineralische Farbstoffe heranreichen. Deshalb sind viele Rouge-Sorten nicht für Veganer geeignet. In der Inhaltsstoffliste heißt der tierische Farbstoff Karmin und/oder CI 75470.