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Naturkosmetik-Wissen

3x Pflanzenpower aus der Heimat

© Doris Heuner
© Doris Heuner

Viele Pflanzen für Cremes, Shampoo und Düfte kommen von weit her. Doch auch hierzulande gibt es tolle Beauty-Zutaten, wir stellen drei davon vor. // Frauke Werner

Calendula

Auch als Ringelblume bekannt, ist Calendula eine klassische Zutat für Naturkosmetik. Sie wurde schon im Mittelalter wegen ihrer wundheilenden Wirkung eingesetzt. Naturkosmetik-Hersteller Lavera nutzt ihre Wirkstoffe unter anderem in der Haarpflege. „Seit Herbst 2012 bieten wir Shampoos und Haarspülungen mit Bio-Pflanzenextrakten aus deutschem Anbau an“, sagt Sabine Kästner, Pressesprecherin bei Lavera. „Die Calendulablüten dafür beziehen wir aus dem Gladbacher Bergenland, südwestlich von Marburg.“ Dort wird Calendula nach Demeter-Richtlinien angebaut. Die genügsamen Pflanzen wachsen auf steinigen Böden, die einst aus Schiefergestein entstanden sind, und kommen mit relativ wenig Regen aus. Die leuchtend gelb- und orangefarbigen Blüten können den ganzen Sommer lang geerntet werden. Aus ihnen stellt Lavera einen Extrakt mit Bio-Alkohol her, der in der Ringelblumen-Haarpflege wirkt: Er regeneriert die Haarstruktur und verleiht dem Haar seidigen Glanz. Die Calendulablüten für weitere Produkte stammen von anderen Bio-Betrieben, ebenfalls zum Teil aus Deutschland. Für ölige Extrakte werden sie in Olivenöl eingelegt und der Sonne ausgesetzt. Solche Auszüge schützen zum Beispiel in Lippenbalsam die zarte Haut. Auch in Sonnencreme und ausgleichender Feuchtigkeitscreme setzt Lavera auf die Wirkstoffe der heilkräftigen Calendula.

Weitere heimische Zutaten für die Haarpflege-Serie sind Bio-Äpfel aus dem Alten Land in Niedersachsen, Trauben aus Rheinland-Pfalz sowie bayrische Hopfenblüten.

Sanddorn

Seine Beeren geben nicht nur einen Vitamin C-reichen Saft oder köstliches Gelee, auch in der Naturkosmetik haben die orange leuchtenden Früchte einiges zu bieten. Gleich mehrere Hersteller verarbeiten sie in ihren Produkten, darunter die Firma CMD Naturkosmetik. „Sanddornöl ist die Hauptzutat in unserer Pflegeserie Sandorini, die wir für empfindliche, trockene und reife Haut empfehlen“, so Anna Maria Malcherek, Marketing-Expertin bei CMD.
Die Beeren dafür kommen von verschiedenen Bio-Plantagen in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

In Deutschland wird Sanddorn erst seit Anfang der 80er-Jahre kultiviert. Erntezeit ist zwischen Ende August und Mitte September. Da die Beeren sehr fest an den dornigen Ästen sitzen, kann man sie nicht maschinell abschütteln. Stattdessen werden die Äste samt Früchten von Hand abgeschnitten und in flüssigem Stickstoff schockgefrostet. Erst dann kann eine Maschine sie von den Zweigen rütteln.

Aus ihrem Fruchtfleisch und auch aus den Kernen lässt sich ein reichhaltiges Öl gewinnen, das die Haut beruhigt und Feuchtigkeit spendet, sie strafft und regeneriert. Die Carotinoide, die dem Fruchtfleisch seine orangerote Farbe geben, bieten zudem einen gewissen Schutz vor UV-Strahlen. Das Kernöl ist reich an Linol- und Linolensäure, die den Hautfetten ähneln.

Lavendel

Bei dieser Pflanze muss man sofort an die französische Provence denken. Lilafarbene Felder, soweit das Auge blickt, die einen wohltuenden Duft verströmen. Von dort bezieht auch die Natur Duft Manufaktur Taoasis, Spezialist für ätherische Öle, einen Großteil ihres Lavendels – zumindest bisher. Denn seit kurzem wächst er auch auf zwei großen Feldern nahe des Firmensitzes in Detmold. Anlass für das Pilot-Projekt? Kürzere Transportwege, was CO2 spart, und Weitblick, denn in
Frankreich kämpfen die Lavendelbauern zunehmend mit der Trockenheit und mit Insektenbefall.

Bio-Landwirt Martin Meiwes hat sich auf das „Experiment“ eingelassen und für Taoasis 50 000 Bio-Lavendelpflanzen gesetzt. Die sind gut angewachsen und haben ordentlich geblüht. Nicht umsonst wird die klimatisch begünstig-te Region auch „Lippische Toskana“ genannt. Mitte Juli wurden die ersten Lavendelblüten per Hand geerntet. „Die haben wir vor allem als Lavendel-Sträußchen auf dem Bio-Markt angeboten“, sagt Simone Ziegler, Pressesprecherin von Taoasis. „Natürlich gab es auch eine kleine Probe-Destillation.“ Schließlich interessiert, ob das ätherische Öl so hochwertig ist, dass es sich für die Aromatherapie eignet. Da wird Lavendelöl geschätzt, weil es entspannend, beruhigend und ausgleichend wirkt. Im nächsten oder übernächsten Jahr soll es richtig losgehen mit der Destillation. Wenn alles gut läuft, wird es dann das erste Demeter-Lavendelöl deutscher Herkunft geben.