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Naturkosmetik-Wissen

Interview: Nina Eichinger

Die Moderatorin und Schauspielerin über ihr Leben zwischen Glamour, Gartenarbeit, Verpackungswahnsinn und den Kampf gegen Windeln. // Martina Petersen

Sind Sie als Moderatorin großer Galas in der Welt des Glamours zu Hause?

Ich hatte durch meinen Vater (der 2011 verstorbene Filmproduzent Bernd Eichinger – Anm. d. Red.) das Glück, dass ich schon als Kind und als Teenager ab und zu auf den Filmball oder eine Premiere mitdurfte. Wenn es nicht zu oft ist, schnuppere ich gern in diese Welt hinein und kann es genießen, mich dafür aufzubrezeln, schöne Kleider anzuziehen und beim Blick in den Spiegel zu denken: Hey, so geht es auch!

Gab es einen „Plan B“ zur Karriere vor der Kamera? Schließlich haben Sie einen Studienabschluss in Umweltwissenschaften in der Tasche.

Eigentlich war das der „Plan A“ für mein Leben. Schon als Kind habe ich mich immer mit der Natur beschäftigt und hatte vor, Tierärztin zu werden. Nach dem Studium bin ich beim Kinderfunk vom Bayerischen Rundfunk gelandet. Am liebsten machte ich Beiträge über Tier- oder Umweltthemen. Aber ich konnte von den Jobs nicht meinen Lebensunterhalt bestreiten. So bin ich als Moderatorin bei MTV gelandet.

Ist es für Sie ein Highlight, die Verleihung des „Green Tec Awards“, Europas größtem Umwelt-Wirtschaftspreis, zu moderieren?

Unbedingt, dort sitze ich auch schon lange in der Jury. Leider sind Jobs aus der grünen Richtung  rar. Aber damit hadere ich nicht mehr. Ich versuche meine Überzeugungen mal mehr und mal weniger konsequent zu leben und  mich immer weiter zu bilden.

Was tragen Sie privat am liebsten?

Privat bin ich eine Turnschuh- und Flip-Flop-Frau … (lacht) Mein Stil ist sportlich-praktisch. Ich kaufe viel in Öko-Stores, weil ich auf Bio-Baumwolle und Fair Trade Wert lege. Aber ehrlich gesagt wünsche ich mir dort noch mehr modische Sachen.

Wie sieht für Sie ein Wohlfühltag aus?

Der Tag muss mit einem guten Frühstück losgehen. Dann muss ich raus in die Natur, mich körperlich betätigen und schwitzen. Das liebe ich am Wandern, aber auch an der Gartenarbeit und am Skifahren. Für einen perfekten Tag würde ich mir abends eine Sauna oder ein Bad im Meer oder in einem See wünschen. Dann würde ich mir noch eine Massage gönnen.

Was ist Ihnen bei Pflege und Kosmetik besonders wichtig?

Seit ich ein Kind habe, muss die Pflege schnell gehen. Ich habe richtig Spaß daran, zu reduzieren: Zum Waschen nehme ich eine Sole-Seife, für einen frischen Teint nutze ich gern das Hamamelis-Wasser von Primavera. Abends trage ich das Weleda Mandelöl auf die noch feuchte Haut auf … fertig. Beim „Green Tec Award“ wurde ich mit Produkten von Benecos geschminkt, die mich begeistert haben. Damit ist die Zeit gekommen, auch beim Schminken auf Naturkosmetik umzusteigen. 

Wie leben Sie Nachhaltigkeit?

In Schwabing habe ich alles vor der Haustür, meine Einkäufe erledige ich zu Fuß oder mit dem Lastenfahrrad. Ich kaufe nur Bio-Lebensmittel, am liebsten von Demeter. Privat habe ich dem Verpackungswahnsinn den Kampf angesagt und kaufe so oft es geht in einem verpackungsfreien Supermarkt ein. Mich treibt es zur Verzweiflung, dass jeder Kinderriegel in Plastik eingepackt ist.

Fordert Ihr fast zweijähriger Sohn Ihr ökologisches Gewissen heraus?

(lacht) Oh, ja … ich war wild entschlossen, auf Wegwerfwindeln zu verzichten und bin glorreich gescheitert! Jetzt kaufe ich für Josef Windeln, die dem Öko-Tex-Standard entsprechen, aber leider nicht hundertprozentig recycelbar sind. Deshalb versuche ich, so wenig Windeln wie möglich zu benutzen.

Sie selbst leben fast vegan. Worauf achten Sie bei der Ernährung Ihres Sohnes?

Vegan heißt ja eigentlich nichts anderes als viel Gemüse, Obst und Vollkorn- Produkte. Da sind sich fast alle einig, dass das für die Ernährung am wichtigsten ist. Ich habe in der Schwangerschaft Heißhunger auf Eier bekommen. Die essen wir weiterhin und gelegentlich Süßwasserfisch aus der Region. Ich möchte Josef keine Vitamin-B12-Tabletten geben. Ich hoffe so auf Nummer sicher zu gehen, dass er ausreichend mit allen Nährstoffen versorgt wird. 

Sie haben auch eine Ausbildung in Permakultur gemacht – warum?

Weil es mich interessiert hat. Das ist sozusagen gelebte Ökologie! Wir pendeln zwischen München und einem Haus auf dem Land, das ich von meinem Vater geerbt habe. Dort versuche ich jetzt im Kleinen manches umzusetzen. Ich habe ein Kräuterbeet angelegt und baue auf einem Hochbeet Zucchini, Paprika und Kartoffeln an. Es ist noch nicht groß genug, um uns als Selbstversorger zu ernähren. Aber selbst beim Bio-Anbau aktiv zu werden, macht mich glücklich.

Nina Eichinger (36) wurde 1981 in München geboren und moderierte als Zwölfjährige die Sendung „Stars für Children“ im ZDF. Nach dem Abitur absolvierte sie Schauspielkurs und Kameratraining in Los Angeles, studierte in den USA Umweltwissenschaften und Kommunikationswissenschaften in der Schweiz. Sie übernahm Nebenrollen in TV- und Kinofilmen, saß in der Jury von „Deutschland sucht den Superstar“ und moderierte u.a. den „Bayrischen Filmpreis“. Auf „cinestar.de“ präsentierte sie das Kinomagazin „Stars“. Sie engagiert sich im Aufsichtsrat der Stiftung „Artists for Kids“, die ihr verstorbener Vater mitgegründet hat. Mit ihrem Lebensgefährten, ihrem Sohn und Hund lebt sie in München.