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Naturkosmetik-Wissen

Bio küsst besser: Lippenstift

Zartes Pink oder knalliges Rot? Worauf es bei der Wahl Ihrer Lieblingsfarbe ankommt. // Frauke Werner

Lippenstift muss zweierlei können: die Lippen in Szene setzen und sie vor dem Austrocknen schützen. Denn sie besitzen weder Talg- noch Schweißdrüsen, ihre Hornschicht ist dünn und ihr UV-Eigenschutz gering.

Naturkosmetik pflegt die zarte Haut mit Pflanzenfetten wie Carnauba- und Candelillawachs, mit Bienenwachs und dem Wollfett Lanolin. Jojoba- und Mandelöl geben dem Lippenstift eine cremige Textur, Rizinusöl verteilt die Pigmente darin. Damit die Komposition gut duftet, fügen Naturkosmetik-Hersteller natürliche ätherische Öle hinzu. Mit weiteren Zutaten wie Blütenbutter, Heilkräutern oder Anti-Aging-Wirkstoffen geben sie ihren Lippenstiften eine eigene Note.

Konventionelle Rezepturen enthalten meist billige Mineralöle und -wachse, die aus Erdöl stammen. Die sind häufig mit Stoffen belastet, die im Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen. Bedenklich, denn: Wer gerne Lippenstift trägt, isst im Laufe seines Lebens mehr als drei Kilogramm davon!

Auch den Durst zarter Lippenhaut können die künstlichen Fette nicht stillen. Sie legen sich als Schicht obenauf und täuschen ein glattes Gefühl nur vor. Pflanzliche Öle hingegen integrieren sich in die Haut und binden dort Feuchtigkeit.

Welche Farbstoffe sind drin?

Rosé, Korallenrot oder Brombeer – bei Naturkosmetik kommt die Farbe von natürlichen mineralischen Pigmenten. Das sind rot-braune Eisenoxide, Ultramarin, Glimmer und auch weißes Titandioxid, das zugleich vor UV-Strahlen schützt. In dünnen Schichten kombiniert geben sie tolle Glanz- und Pearleffekte. Knalliges Rot geht allerdings nur mit dem tierischen Farbstoff Carmin. Das ist immer noch besser als die synthetischen Rot- und Gelbtöne, die herkömmlichen Lippenstift leuchten lassen. Manche davon können Allergien auslösen, teils vermutlich auch Krebs, wie Studien nahelegen. Mitunter sind zudem chemische Konservierungsstoffe und UV-Filter drin, die den Hormonhaushalt stören können. Auch hinter „Parfum“ in der Zutatenliste verbergen sich häufig künstliche Stoffe.

So viel Gift im kleinen Stift? Wer das nicht schlucken will, der schaut nach Lippenstiften mit dem Siegel von Cosmos oder BDIH, von Natrue oder Ecocert.

So hält die Farbe lang

Kussecht, long lasting? Das geht nur mit Chemie. Damit natürlicher Lippenstift lange hält, zunächst eine Lippenpflege auftragen. Die verhindert, dass die Farbe später bröckelt. Dann die Lippen mit neutralem Gesichtspuder abpudern und mit farblich passendem Konturenstift rahmen. Der wird auch Lip-Liner oder Lip-Pencil genannt.

Jetzt kommt der Lippenstift Ihrer Wahl. Überschüssige Farbe entfernen, indem Sie zum Beispiel ein Kosmetiktuch küssen. Pudern und Farbauftrag wiederholen, fertig!

Übrigens: Lippenstift darf man bei Tisch schnell mal nachbessern, was sich für Make-up ansonsten nicht gehört.

Warenkunde Lippenstifte (© Tabea Mathern)

1 Kostbar: Der Lipstick No 03 Strawberry von Logona verwöhnt die Lippen mit Anti-Aging-Wirkstoffen und einem Edelstein-Mix. 2 Natürlich: Ideal für einen frischen, natürlichen Look ist der Beautiful Lips Colour Intense Casual Nude 29 von Lavera. 3 Pflegend: Mit Jojobaöl und Vitamin E versorgt der Slim Lipstick 02 Coral Fever von Neobio die zarte Haut der Lippen. 4 Sanft: Seine Heilpflanzenauszüge, insbesondere aus Rosenblüten, machen den Lipstick 13 Bromelia von Dr. Hauschka so verträglich. 5 Vital: Der Natur Lippenstift Wunderschön mit Kupfer-Orange-Ton von Marie W. ist vor allem für Frauen gedacht, die Kreativität und Energie ausstrahlen. 6 Umwerfend: Der tiefrote Natural Lipstick Catwalk von Benecos zieht die Blicke auf sich. Er spendet Feuchtigkeit mit Pflanzenbutter. 7 Sommerlich: „Traum in Pink“ nennt Lakshmi seinen ayurvedischen Lippenstift Purple Rose Nr. 619 – prima für den Sommer. 8 Duftig: Der Lipstick Mat Matt Matte 05 Catchy Plum von Sante enthält Sheabutter für den Matt-Effekt und duftet zart nach Vanille.