Anzeige

Anzeige

Naturkosmetik-Wissen

Nur Blüten, sonst nichts

(© Weleda)
(© Weleda)
(© Weleda)
(© Weleda)
Clément Oberndörfer, Rohstoff-Einkäufer bei Weleda, pflanzt einen Ylang-Ylang-Setzling. (© Weleda)
Eine Arbeiterin befeuert die Destille zur Duftstoffgewinnung mit Brennholz. (© Weleda)

Ylang-Ylang-Duft von Madagaskar ist begehrt für Kosmetik. Wie Weleda für Qualität bürgt. // Astrid Wahrenberg

Weiße Sandstrände, tropische Urwälder und eine exotische Tier- und Pflanzenwelt – die kleine Tropeninsel Nosy Be, die zu Madagaskar gehört, ist ein Urlaubsparadies. Neben dem Tourismus leben die Einheimischen dort seit Jahrhunderten vom Gewürzanbau. In der fruchtbaren Vulkanerde gedeihen Vanille, Nelke, Pfeffer und Zimt, dort wachsen Kakao, Frangipani und Ylang-Ylang – weshalb Nosy Be auch den Beinamen „Ile de Parfum“, zu deutsch „Parfüminsel“, trägt.

Der Ylang-Ylang-Baum kommt ursprünglich aus Indonesien und den Philippinen. Französische Missionare brachten das immergrüne Magnoliengewächs einst nach Madagaskar. Aus seinen gelb-grünen Blüten lässt sich ein kostbares ätherisches Öl gewinnen. „Schwer, tropisch-blumig, sinnlich und sehr intensiv“, so beschreibt Clément Oberndörfer, Rohstoffeinkäufer bei Weleda, das Bouquet. Die Qualität des Öls von Nosy Be ist einzigartig, aufgrund des speziellen Mikroklimas der Insel: heiß und feucht, mit salziger Meeresluft. „Wir kaufen Ylang-Ylang-Öl nur von dort“, sagt Oberndörfer. Seit zwölf Jahren arbeitet Weleda mit einer Kooperative der Insel zusammen, der 16 Farmen angehören.

Oberndörfer hat die Bauern vor zwei Jahren besucht und die Ernte begleitet. Sie beginnt bereits vor Sonnenaufgang, denn: „Der Ölgehalt der Blüten ist vormittags am höchsten, deshalb beginnt die Arbeit so früh und endet um die Mittagszeit“, sagt er. Rund 100 Arbeiter, meist Frauen, sind als Pflücker unterwegs. Sie ernten das ganze Jahr auf dem rund 50 Hektar gro-ßen Gelände mit einem Baumbestand von rund 40.000 Exemplaren. Ein schwerer, süßer Duft liegt überall in der Luft.

Bis zu 30 Meter hoch wird ein Ylang-Ylang-Baum – wenn man ihn wachsen lässt. In den Plantagen schneiden die Farmer die Bäume aber zurück, wenn sie noch sehr jung sind, und biegen die Äste ähnlich wie im Weinbau nach unten. Die Pflanzen erreichen dann nur noch eine Höhe etwa zwei Metern und lassen sich gut abernten. Mancherorts finden sich Exemplare mit Ästen, die kunstvoll in Schneckenform gebogen sind. „Die stammen noch aus der Kolonialzeit, als das üblich war“, sagt Oberndörfer.

„Tropisch-blumig, sinnlich und sehr intensiv“

 

Die Pflückerinnen zupfen jede Blüte von Hand ab und stecken sie in die umgehängte Stofftasche. Am Sammelplatz leeren sie den Inhalt in luftdurchlässige Flechtkörbe, die ein Ochsen-Karren in die Destillerie fährt. Dort gewinnen die Arbeiter aus dem gelb-grünen Blütenmeer mit Hilfe von heißem Wasserdampf ein ätherisches Öl höchster Güte. Für einen Liter dieses konzen­trierten Öls benötigen sie rund 50 Kilogramm Blüten.

Nicht nur Weleda schwört auf das kostbare Ylang-Ylang-Öl aus Nosy Be. Noch bevor die Ernte eingebracht ist, ist sie in der Regel schon verkauft. Interessenten sind die Parfümindustrie, die die Blütenessenz als Basis zahlreicher Düfte nutzt, internationale Kosmetikfirmen – und seit einiger Zeit verstärkt amerikanische Hersteller für die Aromatherapie-Branche. Dem blumigen Duft werden immunstärkende, entkrampfende und erotisierende Wirkungen zugeschrieben. Außerdem soll er die Ausschüttung sogenannter Glückshormone wie Serotonin anregen.

Mit der hohen Nachfrage steigt allerdings auch das Risiko für Fälschungen. Das ist mit ein Grund, weshalb Weleda das Ylang-Ylang-Öl für seine Produkte Bio-zertifizieren lässt – obwohl das gar nicht zwingend notwendig wäre. „In den Ylang- Ylang-Plantagen von Nosy Be werden keine Pestizide gespritzt und keine chemisch-synthetischen Dünger ausgebracht“, betont Oberndörfer. Das Problem liege an anderer Stelle. „Wie bei allem, was knapp und teuer ist, wird auch bei Ylang-Ylang häufig gestreckt und gepanscht.“ Die Bio-Kontrolle ermögliche es, das Öl vom Feld bis zur Flasche zurückzuverfolgen. „Wir wissen genau, von welchem Betrieb welche Erntemengen stammen und wie viel daraus in der Destille entstanden ist“, sagt Rohstoffeinkäufer Oberndörfer. Damit kann Weleda garantieren, dass in seinen Rezepturen mit Ylang-Ylang tatsächlich das kostbare Original die Sinne betört.

Von der Partnerschaft zwischen Weleda und der Kooperative profitieren beide Seiten. Weleda sichert sich genügend Nachschub von dem raren Gut – die Kooperative wiederum weiß die zuverlässige und umgehende Bezahlung der Ware zu schätzen. Zusätzlich finanziert das Naturkosmetik-Unternehmen Personal und Medikamente der kleinen Krankenstation, die an die Kooperative angeschlossen ist. Mitarbeiter und Familienangehörige der Kooperative werden dort kostenlos behandelt, Dorfbewohner zahlen nur einen Obolus.

Weleda engagiert sich auch in Sachen Nachhaltigkeit. „Wir schulen die Arbeiter an der Destille, um Energie beim Befeuern der Anlage zu sparen“, sagt Oberndörfer. Inzwischen wüssten alle beispielsweise, dass das Brennholz gut durchgetrocknet sein muss, damit die Anlage effizient läuft und nicht übermäßig qualmt. Zudem hat Weleda als eine der ersten Marken weltweit die UEBT-Zertifizierung für ihr „Ethical Sourcing System“ erhalten. Mehr dazu lesen Sie im Kasten.

Rohstoffhandel mit Respekt

Weleda verwendet ungefähr 650 pflanzliche Rohstoffe aus der ganzen Welt für seine Arzneimittel- und Naturkosmetikprodukte. Dass diese nachhaltig und ethisch beschafft werden, lässt sich das Unternehmen mit dem Label der Union für Ethical BioTrade (UEBT) bestätigen. Die Prozesse werden regelmäßig von externen Prüfern kontrolliert und wo nötig im Sinne der Natur und für die Menschen optimiert. Der anspruchsvolle UEBT-Standard umfasst soziale und ökologische Aspekte und hilft Verbrauchern zu erkennen, dass sie Produkte von einem Unternehmen kaufen, das den Menschen und die biologische Vielfalt mit Respekt behandelt.