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Naturkosmetik-Wissen

Schönheit für die Ohren

Naturkosmetik Podcast

Das bieten Podcasts über Naturkosmetik. // Simone Dyllick-Brenzinger

„Ich setze den Eyeliner in der Mitte des Lids an und fahre dann am Wimpernkranz entlang nach außen.“ So beschreibt Julia Keith in ihrem Beauty-Podcast „Wilde Rosen“ ihren Zuhörern, wie sie sich schminkt. – Aber Moment mal: Kann man Schminktipps hören? Also Tipps zu Kosmetik, die so viel mit Sehen, Fühlen und Riechen zu tun hat? Ja, kann man!

Die Frau am Mikrofon, Julia Keith, beschäftigt sich auf ihrem Blog „Beautyjagd“ schon seit acht Jahren mit Naturkosmetik. Und wer ihr zuhört, der merkt schnell, dass Themen wie Pflege, dekorative Kosmetik und das Vergleichen von unterschiedlichen Produkten sich durchaus auch zum Hören eignen. Mehr noch: Wenn die Bloggerin Produkte oder Düfte beschreibt und über Texturen von Make-up spricht, wenn sie mal ins Schwärmen gerät oder auch eher zögerlicher wird, dann wirkt das sehr unmittelbar und direkt.

Kann man Kosmetik hören? Ja, kann man!

Podcasts, also internetbasierte Hör- stücke, werden immer beliebter. Neben Nachrichten, Krimis und Comedy gibt es mit „Wilde Rosen“ nun auch einen Podcast zum Thema Naturkosmetik. Die Sendungen, die Julia Keith in regelmäßigen Abständigen herausgibt, sind rund 15 Minuten lang und für die Hörer kostenlos. Der große Vorteil: Anders als das Lesen ist Hören quasi „nebenbei“ möglich, etwa beim Bahn- oder Autofahren, während dem Bügeln, beim Spazierengehen oder Kinderwagenschieben. Mit „Wilde Rosen“ will Bloggerin Keith „einen entspannten Platz zum Verweilen und Zuhören bieten“.

In ihren Podcast-Folgen gibt Julia Keith konkrete Tipps, etwa zum oben zitierten Auftragen von Eyeliner oder zu Unverträglichkeiten bei natürlichen Deodorants. Sie erklärt, warum der Megaerfolg von koreanischen Beauty- Produkten („K-Beauty“) in den USA begonnen hat und wie Naturkosmetik-Hersteller sich davon inspirieren lassen. Oder sie nimmt ihre Hörer mit auf ihre Reisen, berichtet beispielsweise über ihre Streifzüge durch Beauty-Geschäfte in Wien oder Hongkong.

Der Entschluss, einen Podcast zu starten, fiel im Oktober 2017. „Als Bloggerin beobachte ich die Social-Media-Szene sehr genau“, sagt Julia Keith. Sie habe irgendwann vor der Frage gestanden, welche Kanäle sie für sich nutzen will. „Und da habe ich gemerkt, dass Kanäle wie Snapchat, wo Inhalte nach kurzer Zeit automatisch gelöscht werden, mir einfach zu flüchtig sind.“ Sich nur auf ihren Blog zu beschränken, das wollte Keith aber auch nicht – und so entstand die Idee, einen eigenen Podcast zu machen.

„Ich möchte Inhalte schaffen, die bleiben, die man immer wieder abrufen kann“, berichtet sie. In ihren Podcast steckt Julia Keith viel Arbeit: An einer 20-minütigen Sendung arbeitet sie rund fünf Stunden. „Den Aufwand unterschätzt man“, sagt sie. Als hauptberufliche Bloggerin kann sie sich die Zeit dafür nehmen. „Aber einen Podcast nebenbei, also nach Feierabend zu machen, stelle ich mir sehr schwierig vor.“

Auch privat ist Julia Keith begeisterter Podcast-Fan und hört neben deutschen auch amerikanische Beauty-Podcasts. In den USA gibt es davon immer mehr. Mal sind es Redakteurinnen von Modezeitschriften, mal Schriftstellerinnen, die hinter diesen Podcasts stehen.

Fünf Stunden Arbeit für 20 Minuten Podcast

Und auch in den USA gibt es einen Podcast, der sich auf Naturkosmetik spezialisiert hat: In „NatchBeaut“ gibt die Schauspielerin Jackie Michele Johnson Schminktipps, spricht über Trends und Erfahrungen mit unterschiedlichen Naturkosmetik-Produkten. In ihre wöchentlichen Sendungen lädt Johnson häufig Gäste ein. Die Themen ergeben sich dann scheinbar mühelos – so wie in einem guten Gespräch eben: Wenn eine Interviewpartnerin sich nicht schminkt, wird über natürliche Deodorants gesprochen, kommt eine Stylistin, dann spricht sie über Make-up-Tipps.

Es ist das Unmittelbare, das Podcasts ausmacht, und darin ergänzen sie Zeitschriften oder Blogs. Ob es in Zukunft noch mehr deutsche Naturkosmetik-Podcasts geben wird? Julia Keith, die sich in der Naturkosmetik-Szene gut auskennt, hat bisher noch nichts munkeln hören. „Aber“, sagt sie, „ich würde mich freuen!“

Podcasts hören - so geht‘s

Am Computer: Viele Podcasts kann man sich im Browser auf dem Computer anhören. Auf der Webseite der meisten Podcasts finden sich die einzelnen Episoden.

Per Smartphone: Auf dem iPhone ist die Podcast-App bereits vorinstalliert. Auch für Android-Geräte gibt es zahlreiche Podcast-Apps („Podcatcher“), die meist kostenlos sind. Oder aber man greift auf Spotify zurück: Wer die App des Musik-Streaming-Dienstes installiert hat, kann darüber auch Podcasts hören. Die meisten Apps bieten eine Suchfunktion, in die der Titel des Podcasts eingegeben werden kann. Per Klick auf „abonnieren“ stellt man sicher, dass neue Folgen automatisch heruntergeladen werden. Die meisten Apps laden Podcasts nur dann herunter, wenn das Gerät im W-Lan ist, um nicht unnötig viel mobiles Datenvolumen zu verbrauchen.

Unser Hörtipp

„Wilde Rosen“, der Podcast von Julia Keith: Abrufbar im Browser (PC oder Smartphone) unter https://soundcloud.com/user-358979785 oder über die SoundcloudApp (Suchen nach „Wilde Rosen“).