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Naturkosmetik-Wissen

Waschen, putzen und dabei Wasser schützen

Der Verwirbler soll die Qualität des Wassers steigern, das Sonett in der Produktion verwendet. (© Sonett)
Eine Bewohnerin der anthroposophisch orientierten, inklusiven Camphill Werkstätten klebt Etiketten auf die Flaschen. (© Sonett)
Das Mitarbeiter- und Schulungsgebäude von Sonett. (© Sonett)
Das Führungsteam von Sonett (v.l.n.r.): Gerhard Heid, Beate Oberdorfer, Oliver Groß und Andreas Roth. (© Sonett)
Die Mistel ist die Leitpflanze der neuen Naturkosmetik-Linie von Sonett. (© Sonett)
Eine der ersten Putzmitteldosen. (© Sonett)

Sonett entwickelt seit 40 Jahren ökologische Wasch- und Putzmittel – mit großem Respekt vor dem Wasser und außergewöhnlichen Methoden. // Astrid Wahrenberg

Ob Wäsche waschen, Geschirr spülen oder Boden putzen, Sonett hat für jede Reinigungstätigkeit ein ökologisches  Produkt. Bereits seit 1977 stellt das anthroposophisch geprägte Unternehmen umweltfreundliche Wasch- und Reinigungsmittel her. Und zwar mit einem besonderen Ansatz. Gerhard Heid, einer der Geschäftsführer, sagt: „Wir wollen das Wasser mit unseren Produkten nicht nur weniger belasten, sondern das Wasser als Träger alles Lebendigen achten, verstehen und neu beleben.“

Was damit gemeint ist, erklärt der Hersteller so: In der unberührten Natur plätschert das Wasser von Bächen und Flüssen über Stock und Stein und bildet Wirbel. Dadurch wird es mit Sauerstoff angereichert und seine Selbstreinigungskräfte aktiviert. Diese vitale Eigenschaft des Wassers will Sonett mit seinen Produkten stärken. Denn alle waschaktiven Substanzen – ob konventionell oder ökologisch – schaden dem Wasser, indem sie dessen Oberflächenspannung zerstören.

Den ungewöhnlichen Ansatz, das Wasser zu beleben, verfolgt das Pionierunternehmen mit Erfindungen aus Anthroposophie, Physik und Mathematik. Spezielle Apparaturen erzeugen die Grundformen der Wasserbewegung: Wirbel, Wellen und sich windende Bewegungsmuster, die aufbauende Impulse setzen sollen. Dieses Wasser benutzt Sonett in der Produktion und fügt es seinen Produkten zu.

Im Sonett-Werk für Haushaltsreiniger und Waschmittel etwa wirbeln täglich rund 10.000 Liter Wasser durch eine Anlage, die aus 12 eiförmigen Glasgefäßen besteht, in deren Mitte jeweils ein Edelstein hängt. „Das Wasser hat anschließend die Qualität eines Quellwassers aus unberührten Gegenden“, erklärt Gerhard Heid. Dies lässt sich anhand von Kristallbildern anschaulich nachvollziehen.

Einzigartig seien außerdem die balsamischen Zusätze aus Weihrauch, Gold und Myrrhe und vier weiteren Pflanzenauszügen, die Sonett den fertigen Wasch- und Reinigungsmitteln in kleinsten Mengen zusetzt. Sie werden fein zerrieben und mit Wasser emulgiert. Dann durchlaufen sie in einem speziellen Gefäß (Oloid) pulsierend-rhythmische Acht-Bewegungen. Diese Aufbereitung soll dem Wasser ebenfalls beim Regenerieren helfen.Rhythmen spielen bei Sonett prinzipiell eine große Rolle. Schließlich sind sie ein elementares Prinzip jeglicher Lebensbewegung.

Hautpflege für die innere Balance

Ein neues rhythmisches Verfahren war es auch, das Sonett zu seiner ersten Naturkosmetik-Linie inspirierte. Ihm verdankt sie auch den Namen „Mistelform sensible Prozesse“. Vor etwa drei Jahren wurde Sonett-Mitgeschäftsführer Gerhard Heid sofort aufmerksam, als er von der neuartigen Erfindung hörte, fluidischer Oszillator genannt. Die Industrie nutzt dieses Bauteil für Prozesse, bei denen Gase miteinander in rhythmische Schwingung gebracht werden. Der Oszillator erzeugt Pendelbewegungen, bei denen gegenläufige Wirbel entstehen. Die Website des Unternehmens zeigt das sehr schön: Im Kurzfilm schwingen und wirbeln eine gelbe und blaue Flüssigkeit in einer eiförmigen Kammer hin und her, sie scheinen sich gegenseitig ins Schwingen zu bringen. „Die beiden Flüssigkeiten werden in diesem Prozess füreinander sensibilisiert und zusammengeführt“, sagt Gerhard Heid. Für die neuen Massageöle und Bodylotions hat Sonett einen im Sommer gewonnenen Presssaft aus Blättern und Stängeln der Mistel und eine im Winter aus den weißen Beeren gewonnene Flüssigkeit im fluidischen Oszillator rhythmisch aufbereitet. Die Mistel ist das bekannteste Heilmittel der anthroposophischen Medizin. In der Hautpflege soll sie Gegensätzliches ins Gleichgewicht bringen und die innere Balance fördern. „Davon können alle Menschen profitieren“, ist sich Geschäftsführer Heid sicher.

Alle sechs Produkte enthalten zudem Rohstoffe aus kontrolliert-biologischem Anbau. Die mit echten ätherischen Ölen bedufteten Körperöle und Lotionen – Myrthe/Orangenblüte, Lavendel/Weihrauch und Zitrone/Zirbelkiefer – sollen erfrischend, beruhigend oder vitalisierend wirken.

Zum Leitbild von Sonett gehört ein wertschätzendes, am Menschen orientiertes Wirtschaften. Die rund 90-köpfige Belegschaft setzt sich je zur Hälfte aus Männern und Frauen zusammen. Fast jede 2. Leitungsfunktion ist mit einer Frau besetzt. Das ist für einen chemischen Industriebetrieb, in dem körperliche Arbeit und Technik vorherrschen, bemerkenswert. Am Standort in Deggenhausen arbeiten Menschen aus 18 Ländern. Zum Team gehören auch Menschen mit besonderem Hilfebedarf der Camphill Werkstätten Lehenhof.

Für das Führungsteam Beate Oberdorfer, Gerhard Heid, Andreas Roth und Oliver Groß sind Gewinne notwendig, aber nicht Hauptzweck des Unternehmens. 2014 wandelten die bisherigen Inhaber Sonett in eine gemeinnützige Stiftung um. „Wir wollen damit sicherstellen, dass das Unternehmen in der Hand von Menschen bleibt, die es im Sinn von Sonett aus vollem Herzen weiterführen – nicht an Investoren oder Erben geht, denen es zufällt“, sagt Heid.

Wirtschaften und jeden wertschätzen

Gerade sind Andreas Roth und Oliver Groß, die langjährig mit dem Betrieb verbunden sind, in die Geschäftsleitung eingetreten. Die Weichen für die nächsten Jahre sind gestellt. Beate Oberdorfer und Gerhard Heid ist zudem wichtig, dass ein Teil des Stiftungsvermögens in die Gesellschaft zurückfließt. 2018 hat Sonett beispielsweise 37. 000 Euro an drei Landwirtschaftsprojekte überwiesen, darunter das Bündnis für enkeltaugliche Landwirtschaft.

Wasch- und Reinigungsmittel tragen das Siegel Nature Care Product (NCP), die Naturkosmetik ist nach Natural Cosmetics Standard (NCS) zertifiziert. Beide vergibt die Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsethik, die neben den ökologischen Kriterien auch die nachhaltige, soziale und ethische Ausrichtung erfasst.

Steckbrief

Name: Sonett GmbH

Gegründet: 1977 vom Naturwissenschaftler Johannes Schnorr. Seit 1992 in der Hand von Beate Oberdorfer und Gerhard Heid. Seit 2014 gemeinnützige Stiftung.

Sitz: Deggenhausen

Mitarbeiter: 90

Produkte: Wasch- und Reinigungsmittel von Waschmittel über Scheuermilch bis Geschirrspülmittel.

Siegel: NCP, NCS und vegan

Homepage: www.sonett.eu   

Erschienen in Ausgabe 05/2019